Neue US-Regierung „Wer, zum Teufel, ist dieser Typ?“

Sendungsbewusster TV-Mann: Pete Hegseth Foto: AFP/Brett Carlsen

Der künftige US-amerikanische Verteidigungsminister Pete Hegseth ist ein Früh-Moderator im Wochenendprogramm von Fox.

In seiner Schlagzeile zitierte das Nachrichtenmagazin „Politico“ einen ungenannten Verteidigungsexperten: „Who, the f...k, is this guy?“ – wer, zum Teufel, ist dieser Typ? Der künftige US-Präsident Donald Trump hat den Moderator einer Wochenend-Talk-Show von Fox News, Pete Hegseth, als nächsten US-Verteidigungsminister nominiert. Seither beschäftigt diese Frage nicht nur das militärische und politische Führungspersonal des Landes, sondern auch die Verbündeten in der Nato.

 

Trump begründete seine Auswahl mit den Worten: „Pete ist hart, klug und ein wahrer Anhänger von America First. Mit ihm sind Amerikas Feinde gewarnt.“ Gewarnt ist jedoch zunächst das gesamte Militär, das nun befürchten muss, dass Trump die Verteidigungspolitik der Führungsmacht USA politisch auf seinen Kurs bringen will.

Hegseth, ein 44-jähriger Armeeveteran, verfügt über keinerlei verteidigungs- oder außenpolitische Expertise. Statt eines kleinen Redaktionsteams für eine Wochen-end-Sendung soll er jetzt die militärische Zentrale der Supermacht USA mit ihren drei Millionen Beschäftigten leiten. Und das inmitten einer hochexplosiven globalen Sicherheitslage und einem unberechenbaren Eskalationspotenzial angesichts zweier Kriege in der Ukraine und in Nahost.

Vertrat Trumps „America-First“-Programmatik im TV

Mit dieser Nominierung hat Trump wieder einmal unterstrichen, dass es ihm bei der Auswahl seines Spitzenpersonals nicht auf fachliche Qualifikation, sondern ausschließlich auf Loyalität ankommt. Tatsächlich hat sich Hegseth in seinen Sendungen stets für Trumps „America-First“-Programmatik stark gemacht. Er verteidigte den Plan, US-Truppen aus dem Ausland abzuziehen und die Armee bei Unruhen im Inland und gegen seine politischen Feinde einzusetzen.

Trump geht mit seinem Kandidaten auf offenen Konfrontationskurs mit der militärischen Führungsspitze, mit der er schon immer im Clinch lag. In seiner ersten Amtszeit entließ er vier Verteidigungsminister. Er hat die Republikaner wissen lassen, dass er ihre bedingungslose Unterstützung für seine Nominierungen erwarte.

Weitere Themen