Neue Verwahrstelle in Geislingen Abwehr der Afrikanischen Schweinepest
In Geislingen gibt es eine Verwahrstelle für Schlachtabfälle. Diese soll die Ausbreitung der Schweinepest verhindern.
In Geislingen gibt es eine Verwahrstelle für Schlachtabfälle. Diese soll die Ausbreitung der Schweinepest verhindern.
Wir hoffen nicht, dass die Schweinepest in den Landkreis Göppingen kommt. Wenn es aber so wäre, dann sind wir gerüstet“, mit diesen Worten des Ersten Landesbeamten Jochen Heinz vom Landratsamt Göppingen wurde die neue Verwahrstelle für Schlachtabfälle in Geislingen in Betrieb genommen. Neben zahlreichen Vertretern des Landratsamtes war auch die Kreisjägerschaft bei der symbolischen Schlüsselübergabe vor Ort. Die Einrichtung bei der Kläranlage im Gewerbegebiet Espan sei notwendig, um einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vorzubeugen.
Denn im Zusammenhang mit dem Seuchengeschehen in Hessen und Rheinland-Pfalz hat die Afrikanische Schweinepest mittlerweile auch Baden-Württemberg erreicht. Obwohl sich die Erkrankung in der Wildschweinpopulation nur sehr langsam ausbreite, müsse man, laut dem Veterinäramt in Göppingen, auch im Landkreis jederzeit mit einem Ausbruch rechnen. Für den Menschen sei das Virus zwar nicht gefährlich. Für Tiere ende eine Infektion jedoch meist tödlich. „Ein wichtiger Punkt bei der Prävention ist die sachgerechte Entsorgung von Wildschweinabfällen, da infizierte Kadaver oder Wildschweinteile für Artgenossen hochgradig ansteckend sind. Aus diesem Grund haben wir die Sicherheitsmaßnahmen erhöht und nun eine weitere Verwahrstelle geschaffen“, erklärt der Leiter des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz Lars Telgen bei der Inbetriebnahme.
In den Verwahrstellen können Jäger, so Kreisjägermeisterin Sarah Schweizer, nachdem sie das Wildschwein erlegt haben, die Kadaver hygienisch entsorgen. Dies sei notwendig, da sich das Virus rasch über Wildschweinkadaver und Innereien verbreiten könne und dann umgehend von Tier zu Tier weitergegeben werde. „Die große Gefahr geht dabei vor allem vom menschlichen Fehlverhalten, beispielsweise durch weggeworfene, erregerhaltige Lebensmittel, aus, welche die Tiere fressen. Wenn zum Beispiel ein Lkw-Fahrer aus infizierten Gebieten in Osteuropa ein Wurstbrot sorglos in den Wald schmeißt und es ein Wildschwein frisst, ist es sofort infiziert“, sagt Schweizer. Denn das Virus könne sich in zahlreichen Lebensmitteln befinden. Zudem bestehe laut der Jägerschaft die Gefahr, dass das Virus auf Hausschweinbestände übergreift. „In diesem Fall muss der Bauer seinen gesamten Bestand umbringen. Das ist bei 500 bis 1000 Schweinen natürlich dramatisch und geht für den Landwirt schnell an die Existenz“, betont Schweizer. Der Landkreis wolle aus diesem Grund mit einem Zwölf-Punkte-Katalog einen Ausbruch verhindern.
Eine Maßnahme des Katalogs sei, so das Landratsamt, die Einrichtung einer Verwahrstelle. Die Jäger in Geislingen und Umgebung können jetzt die angelieferten Kadaver in Kühltonnen bringen, die am Klärwerk in einer Fertiggarage untergebracht seien. Vier Behälter stünden dort mit je 240 Liter Fassungsvermögen zur Verfügung. „Insgesamt hat uns die Maßnahme über 100 000 Euro gekostet. Das Land Baden-Württemberg übernimmt davon 20 000 Euro“, erläutert Heinz. Kreisjägermeisterin Sarah Schweizer ergänzt: „Ich bedanke mich auch beim Land Baden-Württemberg, das mit einem jährlichen Zuschuss von 2700 Euro einen Teil der Betriebskosten der neuen Verwahrstelle trägt.“ Betrieben werde die Verwahrstelle durch Ehrenamtliche der Kreisjägervereinigung. Diese seien für die Einrichtung als solche und auch für Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten verantwortlich.