Neue Wohnungen für Familien Das Rosensteinviertel zeigt erste Konturen

Von Hildegund Oßwald 

Alle reden von der Gestaltung des künftigen Rosensteinviertels, das Siedlungswerk schafft erste Fakten – und baut an der Nordbahnhofstraße 135 familienfreundliche Wohnungen. Weitere 350 sollen auf dem Areal von Auto-Staiger entstehen.

Blick von der Ecke Eckartstraße auf das bis 2015 entstehende neue Wohnquartier an der Nordbahnhofstraße. Foto: Steinert
Blick von der Ecke Eckartstraße auf das bis 2015 entstehende neue Wohnquartier an der Nordbahnhofstraße. Foto: Steinert

Stuttgart - Alle reden von der Gestaltung des künftigen Rosensteinviertels, das Siedlungswerk schafft jetzt erste Fakten: An der Nordbahnhofstraße entstehen in Nachbarschaft zur Martinskirche, zum Pragfriedhof und zur Agentur für Arbeit 135 familienfreundliche Wohnungen zu erschwinglichen Preisen. Das Stuttgarter Architekturbüro Ackermann + Raff hat im unter 19 Büros ausgelobten Wettbewerb mit einstimmigem Votum der Jury den ersten Preis gemacht. Den Siegerentwurf will das Siedlungswerk nun bis 2015/2016 verwirklichen.

Und das nächste, noch weit größere Wohnungsbauprojekt im Rosensteinviertel wirft auch bereits seine Schatten voraus: wie das Siedlungswerk am Donnerstag bekanntgab, hat es sich auch das benachbarte, bis zur Friedhofstraße reichende Areal von Auto-Staiger gesichert und das Firmengrundstück gekauft. „Auf gut zwei Hektar Fläche sind in einem Zeitraum von 2015 bis 2020 nochmals 350 Wohnungen möglich“, sagte der Geschäftsführer des Siedlungswerkes, Bruno Möws, bei der Vorstellung des Wettbewerbsergebnisses. Die nächsten zwei Jahre wird die Autohandelsgruppe das Grundstück weiterhin nutzen. Wie Auto-Staiger-Geschäftsführer Paul Schäfer auf Anfrage bestätigte, soll das Unternehmen an eine andere Autohandelsgruppe verkauft werden, die Entscheidung darüber werde in den nächsten zwei, drei Wochen fallen.

Auto-Staiger wird verkauft

„Der Name Auto Staiger und die Arbeitsplätze bleiben erhalten“, so Schäfer, ebenso die anderen Standorte, darunter vier in der Region. Die Übergabe des Grundstücks an der Nordbahnhofstraße sei zum 31. März 2015 vereinbart. Bis dann will das Siedlungswerk gemeinsam mit der Stadt ein Konzept für das neue Quartier im Viertel ausarbeiten.

Wie Baubürgermeister Matthias Hahn ankündigte, soll dabei auch das städtische Männerwohnheim an der Ecke zur Friedhofstraße, das bisher als Nachtasyl dient, neu ausgerichtet und neu gebaut werden, eventuell an anderer Stelle im Quartier. Hahn geht von einer anderen Art von Wohnheim für ältere Männer aus, das auch gemeinsam mit einer Kindertagesstätte als Generationenhaus denkbar wäre. Aber noch sind diese Pläne Zukunftsmusik. Weit konkreter ist das aktuelle Projekt des Siedlungswerkes auf dem ehemaligen Areal des Pharmaunternehmens Haidle & Maier sowie angrenzender Grundstücke der Anzag AG und der Familie Schmidtgen nebst städtischer Flächen.

Elektrofahrzeuge für Bewohner?

Das Vorhaben auf insgesamt 8600 Quadratmeter Grund wird gleich in dreifacher Hinsicht ein Pionierprojekt sein: Es ist das erste Bauvorhaben im neuen Rosensteinviertel. Es ist das erste Bauprojekt, bei dem das Stuttgarter Innenentwicklungsmodell (SIM) angewandt wird, das 20 Prozent geförderten Wohnungsbau vorschreibt. Und es ist das erste und einzige Stuttgarter Wohnungsbauvorhaben, das von der Wirtschaftsförderung der Region in das Forschungsprojekt „Schaufenster der Elektromobilität“ aufgenommen ist. „Das könnte bedeuten, dass wir der Gemeinschaft zwei bis drei Elektrofahrzeuge zur Verfügung stellen“, sagte Möws. Auch werde man darüber nachdenken, wie vielleicht der Strom dafür im Gebäude selbst gewonnen werden könnte.

Was das SIM anbelangt, so sollen neben den Eigentumswohnungen 27 geförderte Wohnungen entstehen: neun als preiswertes Wohneigentum, neun als Sozialwohnungen und neun als Wohnungen mit verbilligter Miete für Haushalte mit mittleren Einkommen. Möws kündigte an, dass man diese Wohnungen auf die insgesamt sieben Gebäude verteilen werde. Der Architektenentwurf sieht vier Gebäude an der Nordbahnhofstraße, dahinter zur Grünzone hin drei unterschiedlich hohe Punkthäuser und zwischen den Gebäuden einen Quartiers- und Spielplatz vor. „Der Entwurf nimmt ganz selbstverständlich die im Nordbahnhofviertel vorhandenen Strukturen auf und findet eine dem Standort angemessene Fortführung“, lobte die Jury.

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