Neuer Automat in Köngen Blumen und Gemüse aus dem „Bauernkühlschrank“

Links Gemüse, rechts Blumen, in der Mitte leckeres Eis – im „Farmers Fridge“ in Köngen werden Wünsche erfüllt. Foto: /Kerstin Dannath

In Köngen haben sich die Gärtnerei Schmauk und der Landwirtschaftsbetrieb Schumacher Gemüse zusammengetan – und bieten per Automat im „Farmers Fridge“ rund um die Uhr knackiges Gemüse, frische Blumensträuße und mehr an.

Seit einigen Wochen prangt „Farmers Fridge“ in großen Lettern an einem schmucken Holzgebäude direkt an der Landstraße zwischen Köngen und Denkendorf. Drei Automaten bieten dort erntefrisches Gemüse, Eier und Wurstwaren sowie bunte Blumensträuße und Eis an. Dahinter steckt eine ungewöhnliche Symbiose der Gärtnerei Schmauk und des Landwirtschaftsbetriebs Schumacher Gemüse.

 

„Das Einkaufsverhalten hat sich verändert, alles muss jederzeit verfügbar sein. Rund um die Uhr“, erklärt der Gärtnermeister Hansjörg Schmauk. Er habe schon länger damit geliebäugelt, an der Gärtnerei einen Automaten für Schnittblumen aufzustellen – ab und zu habe immer mal wieder ein Kunde dort nach einem schönen Strauß verlangt. Bislang musste Schmauk sie aber immer an seinen Blumenladen in der Köngener Fußgängerzone verweisen: „Jetzt kann ich mit den Leuten kurz zum Automat gehen.“

Auch Eis gehört zum Sortiment des Automaten

Auch Daniel Schumacher, dessen Gemüsebetrieb auf der anderen Straßenseite etwas zurückgesetzt liegt, hatte immer mal wieder im Auge, seine Erzeugnisse in der Direktvermarktung anzubieten. „Aber der Hof liegt nicht direkt an der Straße oder einem Radweg, insofern hätten sich weder ein Automat direkt bei uns, noch ein Hofladen gelohnt“, erklärt der 39-Jährige. Als dann Nachbar Schmauk mit der Automatenidee kam, klinkte Schumacher sich gerne ein. Von einem Kollegen kam obendrein der Tipp, auch Eis ins Sortiment aufzunehmen: „Denn Eis zieht einfach immer“, sagt Schumacher.

Die Waren werden gekühlt angeboten, bezahlen kann man per Karte oder in bar. Die Bedienung ist Hightech – per Touchscreen wird das Erzeugnis ausgewählt, eine integrierte Hebevorrichtung legt das gewünschte Produkt unfallfrei in die Warenausgabe. Nachgefüllt wird regelmäßig, meist läuft das Geschäft am Wochenende am besten. Das Gemüse kommt direkt von den Feldern an der Straße – Tomaten, Gurken und Zucchini werden, ebenso wie Wurstwaren und Eis, hinzugekauft. Im Winter sollen auch Schumachers selbst gemachtes Sauerkraut und Nudeln angeboten werden. „Südfrüchte wird es hier nicht geben“, stellt Schumacher klar. Der Fokus liege auf regionalen Erzeugnissen. In der Vorweihnachtszeit werde es beispielsweise auch Adventskränze im Automaten geben.

Der Automat ist „ein Stück weit einfach Imagepflege“

Bislang ziehen die beiden ein positives Fazit. Klar müsse man manchmal Waren entsorgen, etwa verwelkte Sträuße oder Wurstwaren, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, sagt Schmauk. Manchmal seien aber auch alle Fächer ausverkauft. „Die Leute planen nicht mehr lange im voraus. Heute fahren sie zur Schwiegermutter und im Auto fällt ihnen ein, dass ein Blumenstrauß als Mitbringsel geschickt wäre.“

Den beiden Nachbarn ist indes bewusst, dass sie sich mit ihrem „Bauernkühlschrank“ wohl keine goldene Nase verdienen werden. „Die Kosten für so einen Automaten liegen im Bereich eines Mittelklassewagens“, sagt Schumacher. Obendrauf kämen die Energiekosten für die Kühlung – einen Weißkohl zu ziehen, koste am Automat zum Beispiel zwei Euro, da könne sich jeder selbst ausrechnen, wie es in Sachen Gewinn aussieht. „Das ist ein großes Stück weit einfach Imagepflege“, beschreibt Schmauk die Intention. „Wir schaffen hier auf dem Land gut zusammen. Synergieeffekte inklusive – Betriebe, die das nicht machen, tun sich in der heutigen Zeit einfach schwer“, ergänzt Schumacher.

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