Ziemlich erfolgreich ist der fünfte Schorndorfer Säulenblitzer gestartet. Seit dem Aufstellen der Anlage in Schornbach vor wenigen Tagen wurden bereits 300 zu schnelle Autofahrer erwischt. Für einen wird es richtig teuer.

Rems-Murr: Isabelle Butschek (ibu)

Schorndorf - Ganz reichen die Bußgelder noch nicht aus, um den rund 140 000 Euro teuren Säulenblitzer am Ortsausgang des Schorndorfer Teilorts Schornbach zu refinanzieren. Aber die Tempokontrollen waren bereits in den ersten Tagen ertragreich: Am vergangenen Donnerstag ist der Blitzer in Betrieb gegangen, bis Montag wurden mehr als 300 Geschwindigkeitsübertretungen registriert. 213 in Richtung Vorderweißbuch, 95 in Richtung Schorndorf. Der Schnellste war mit 94 Stundenkilometern anstatt dem erlaubten Tempo 50 unterwegs.

Vor dem Ortsschild von Schornbach wird unerlaubt Gas gegeben

„Das spiegelt wider, warum der Blitzer aufgestellt wurde“, sagt Jörn Rieg, Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung. Wiederholt habe man an dem Standort festgestellt, dass Autofahrer zu schnell unterwegs sind. Kurz vor dem Ortsausgang ist die Verlockung der nachfolgenden freien Strecke offenbar so groß, dass viele früher als erlaubt aufs Gaspedal drücken. „Unsere Zählungen haben ergeben, dass 89 Prozent der Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs sind, und zwar in beide Fahrtrichtungen.“ Der neue Blitzer soll nun dafür sorgen, dass die Verkehrsgefährdung abnimmt.

Es ist der fünfte stationäre Blitzer in Schorndorf

Jörn Rieg vermutet, dass die Anzahl an Fällen in Schornbach nicht in diesem Tempo ansteigt. „Am Anfang fahren mehr Menschen rein, und dann setzt ein gewisser Gewöhnungseffekt ein.“ Das kennt man in der Daimlerstadt schon von anderen Stellen: Die neue Anlage ist der inzwischen fünfte stationäre Blitzer – die anderen wurden alle im Jahr 2017 aufgestellt.

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Am meisten haben die beiden Anlagen an der B 29 zu tun: Mit 19 035 Fällen ist der Blitzer in Fahrtrichtung Stuttgart dabei einsamer Spitzenreiter. Rund 467 500 Euro an Bußgeldern hat allein diese Säule zur Folge gehabt. Direkt danach folgt die zweite Säule an der Bundesstraße mit 10 500 Fällen und Einnahmen in Höhe von 236 000 Euro. Die zwei weiteren Blitzer, die an der Schlichtener Straße sowie an der Göppinger Straße stationiert sind, haben zusammen weitere 5000 Verstöße gegen die geltende Geschwindigkeitsgrenze registriert.

Insgesamt hat die Stadt Schorndorf im vergangenen Jahr mit ihren vier Säulenblitzern rund 843 000 Euro eingenommen – und damit wesentlich weniger als im Jahr 2020, als noch 1,5 Millionen Euro an Geschwindigkeitsbußgeldern in die Stadtkasse geflossen sind. Ob das nur am Gewöhnungseffekt liegt? „Das ist sicherlich auch eine Corona-Besonderheit. Wir zählen viel weniger Verkehr“, sagt Jörn Rieg, der derzeit mit dem Wunsch nach einem weiteren Blitzer auf Schorndorfer Markung beschäftigt ist.

Ein neuer Blitzer auch in Miedelsbach?

Der Ortschaftsrat von Miedelsbach hat eine Anlage am Ortsausgang in Richtung Haubersbronn beantragt. Dort gilt bis zum Ortsschild Tempo 30. Bei einer ersten Verkehrszählung habe man keine gravierenden Geschwindigkeitsverstöße feststellen können, berichtet Jörn Rieg. Die Stelle habe man bisher nicht auf dem Schirm gehabt. Nun aber seien ein Vororttermin mit dem Ortsvorsteher sowie weitere Beratungen geplant.

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