Neuer Clubchef Hardy Essig Der SV Perouse bricht auf zu neuen Zielen

Übergabe der Amtsgeschäfte des SV Perouse: Der neue Vereinslenker Hardy Essig (li.) mit dem ausgeschiedenen zweiten Vorsitzenden Roland Krebs. Foto: Jürgen Kemmner

Der neue Vorstandschef Hardy Essig hat sich mit großem Elan in seine Aufgabe gestürzt – dabei ist es ihm wichtig, die Vergangenheit sauber abzuschließen. Das Fußball-Team sucht noch Spieler.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Noch immer muss Hardy Essig Hände schütteln, wenn er in Perouse unterwegs ist. Am 7. Februar wurde der 64-Jährige einstimmig zum neuen Clubchef des SV Perouse gewählt, und auch nach drei Wochen zollen ihm viele seiner Mitbürger größten Respekt und Dankbarkeit dafür, dass er das verwaiste Amt übernommen hat. „Es freut mich“, sagt Hardy Essig, „so viel Zustimmung zu erfahren und freundliche Worte zu hören. Das ist ein schönes Gefühl.“

 

Zuvor war der Verein durch einen Sturm geschippert, in dem finanzielle Nöte und personelle Unstimmigkeiten orkanartige Winde entfacht hatte. Doch mit der Wahl des Perousers Hardy Essig und seiner Stellvertreterin Daniela Böhringer steuert der Sportverein den ruhigen Hafen an und die Besatzung schaut optimistisch nach vorn.

Allerdings: Einen Blick zurück möchte der neue SV-Präsident nicht vermeiden. „Ich möchte einen sauberen Abschluss“, sagt er und meint damit, auch mit Reinhard Giek ins Gespräch zu kommen. Der einstige Vereinsvorsitzende war im Streit geschieden, gegen ihn lief ein Ausschlussverfahren wegen Vereinsschädigung. „Ich finde, es gehört sich“, betont Hardy Essig, „sich mit ihm zusammenzusetzen und zu reden.“ Ihm geht es nicht darum, erneut schmutzige Wäsche zu kneten, sondern die Geschehnisse nüchtern abzuschließen – und dann die turbulente Vergangenheit zur Ruhe kommen zu lassen.

Fußball-Team braucht noch Aktive

Dabei hat die Zukunft für den einstigen Fußballer längst begonnen – fast täglich wirbelt er durchs Vereinsheim, häufig packt er sich dicke Ordner unter die Arme, um sie mit nach Hause zu nehmen und dort zu studieren. Viele Termine hat er sich vorgenommen, ein Gespräch mit der Rutesheimer Bürgermeisterin Susanne Widmaier, ein Treffen mit sämtlichen Abteilungen, die Koordination der künftigen sportlichen Ausrichtung des Vereins. Wäre der 64-Jährige nicht in Teilzeit beschäftigt, könnte er das Pensum zeitlich wohl kaum stemmen – so bleiben das Wochenende sowie Montag und Dienstag für den SV Perouse reserviert. „Mir war klar, dass ich viel Einsatz bringen muss“, sagt er.

Erste Veränderungen sind in die Wege geleitet. Die Fußball-Bambini treffen sich bereits zum Kicken, ein Trainer ist verpflichtet, ein zweiter wird noch gesucht, ebenso ein Jugendleiter. Zuvor gab es keine Jugendkicker beim SV. Auch die aktiven Fußballer sollen in der neuen Saison in der Kreisliga B wieder erweckt werden – die Trainersuche befindet sich auf der Zielgeraden, auch elf Spieler haben schon zugesagt, darunter viele, die schon einmal das Trikot des SV Perouse getragen haben. Fehlen also noch ein paar. „Wir freuen uns über jeden, der das Team verstärken möchte“, betont Essig, der in Erkan Karaca bereits einen spielenden Co-Trainer und Spielleiter vorweisen kann.

Drei neue Angebote in der Pipeline

Freilich weiß der neue Vorstandschef, dass der SV Perouse nicht ausschließlich aus Fußball besteht. Hardy Essig ist dabei, drei neue Sportarten zu etablieren. Näheres will er aber nicht verraten, weil dabei noch einige Fragen abzuarbeiten sind. Es geht um Hallenbelegungspläne und um ein Grundstück, das sich in städtischem Besitz befindet, auf dem eine Sportanlage errichtet werden soll. Darüber hinaus muss die Satzung überarbeitet sowie der Auftritt im Internet aktualisiert und optisch aufgefrischt werden. „Wir vom Vorstand geben die Ziele vor“, erzählt Hardy Essig, „und delegieren die Verantwortung an die jeweiligen Abteilungen – anders wäre das nicht zu stemmen.“

Der SV Perouse steht am Anfang eines Umbruchs, den der neue Clubchef angestoßen hat. Er weiß, dass es ein arbeitsreicher Weg ist, doch Hardy Essig und sein Vorstandsteam wollen ihn unbeirrt gehen.

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