Neuer historischer Pfad erschienen Cannstatter Geschichte hautnah
Bereits zum fünften Mal gibt es eine Broschüre zur Geschichte der Sauerwasserstadt, neu herausgegeben vom Verein Pro Alt-Cannstatt.
Bereits zum fünften Mal gibt es eine Broschüre zur Geschichte der Sauerwasserstadt, neu herausgegeben vom Verein Pro Alt-Cannstatt.
Der älteste und bevölkerungsreichste Stadtbezirk Stuttgarts mit seinen mehr als 70 000 Einwohnern ist äußerst geschichtsträchtig. Dementsprechend ist die neue Broschüre zum Historischen Pfad dicker, umfassender und informativer denn je. Nach zehn Jahren ist die handliche Broschüre komplett neu gesetzt und mit zahlreichen historischen und aktuellen Bildern aus verschiedenen Sammlungen versehen worden. Die Fleißarbeit des Vorstands von Pro Alt-Cannstatt und des Redaktionsteams samt all seiner Vorgänger seit 40 Jahren kann sich sehen lassen: Waren es 1992 nur 66 Tafeln, so gibt es mittlerweile an Häusern, Orten und Institutionen in Bad Cannstatt 106 historische Tafel. Sie alle wurden im vergangenen Jahrzehnt installiert und erinnern an bedeutende Persönlichkeiten und geschichtliche Ereignisse. Die Broschüre gibt nicht nur einen Überblick über die Tafeln, sondern stellt Bad Cannstatt mit seinen Besonderheiten und Attraktionen vor und verquickt auf diese Weise Historie und neue Geschichte.
Interessierte finden auf 117 Seiten Wissenswertes über historische Persönlichkeiten, aber auch Stichwörter zu Orten, die Geschichtliches versprechen: Von A wie Zar Alexander II. bis Z wie Ludwig von Zahnth. Die Historischen Tafeln sind sowohl durchnummeriert als auch alphabetisch verzeichnet, von A wie Ackermann + Schmitt KG bis Z wie Zeittafel. Auch jährliche Veranstaltungen werden aufgeführt, vom Frühlingsfest bis zum Weltweihnachtscircus. Theater, Museen, Bäder sind zu finden und eine historische Zeittafel. Diese beginnt rund 90 nach Christus, als die Römer das Kastell auf der Altenburg errichteten, und endet 2023 mit der Integration der Sportklinik des Klinikums Stuttgart zum Krankenhaus Bad Cannstatt und dessen Verlegung.
Wichtige Vorarbeit für diese historische Fülle an Fakten haben der Heimathistoriker Hans Otto Stroheker und der langjährige Vorsitzende von Pro Alt-Cannstatt, Hans Betsch geleistet, sagt der amtierende Vorsitzende Olaf Schulze. Auch dank vieler Spenden sei dieses besondere „Geschichtsbuch“ Bad Cannstatts entstanden. Orientierungspläne helfen, die Häuser mit den historischen Tafeln zu finden.
Eine der 106 Tafeln bezieht sich auf Elisabeth Haag in der Kreuznacher Straße 2, kurz gefasst das „Buddenbrooks-Haus“ mit „Tante Tony aus Cannstatt“, die das Vorbild für „Tony Buddenbrook“ in Thomas Manns Roman „Buddenbrooks. Verfall einer Familie“ war, für den er 1929 den Literaturnobelpreis erhielt. Zu den neueren Tafeln zählen auch die für Willy Wiedmann in der Tuchmachergasse 6 an der Galerie am Jakobsbrunnen und für Otto Riethmüller in der Liebenzeller Straße 7. Ein Kapitel ist den Cannstatter Stolpersteinen gewidmet, die seit 2006 in Bad Cannstatt gelegt wurden, 128 Steine erinnern an die Opfer des Holocaust.
Verein
Gegründet wurde der Verein 1975 als Unterabteilung des Cannstatter Brauchtumsvereins Kübelesmarkt. Eigenständig wurde er 1981 als Verein, der sich auch im Stadtgeschehen einbringt, etwa bei der Sanierung historischer Brunnen, durch Ausflüge, Vorträge, Unterstützung von Büchern, Broschüren, Kalendern zur Stadtgeschichte und als Förderverein für das Stadtmuseum Bad Cannstatt.
Historischer Pfad
Die Broschüre zum historischen Pfad ist im Stadtmuseum Bad Cannstatt zu den Öffnungszeiten und über den Verein Pro Alt-Cannstatt zu beziehen, Geschäftsstelle Schönestraße 25, in 70372 Stuttgart, Infos unter info@proaltcannstatt.de. Der Pfad wird nicht verkauft. Der Verein freut sich über eine Spende von 2 Euro pro Exemplar für die Druckkosten.