Bei Kebab Republic, das neu ins Leo-Center gezogen ist, gibt es neben dem Hackfleischspieß auch einen mit Steak-Fleisch. Was steckt hinter dem Konzept?

Leonberg: Sophia Herzog (she)

Leo-Center-Chef Serge Micarelli ist schon selbst ein überzeugter Kunde: „Ich bin eigentlich kein großer Döner-Fan“, gesteht er am Mittwoch. „Aber einmal im Jahr habe ich Lust drauf.“ Tritt dieses rare Ereignis ein, muss Micarelli künftig nicht einmal mehr den Ort seiner Arbeit verlassen. Denn im Leo-Center, im Erdgeschoss gegenüber der ehemaligen Karstadt-Fläche, gibt es jetzt einen neuen Dönerladen. Kebab Republic heißt der Imbiss, und er lockt vor allem mit dem Food-Trend Steak-Döner. Probiert hat das der Center-Chef schon, sein Fazit: „Hervorragend.“

 

Lange war auf der Fläche im Einkaufszentrum ein Pizza-Imbiss gewesen, der allerdings Anfang 2025 den Betrieb aufgab. Auf der Ladenfläche blieb es seitdem dunkel. Der Betreiber habe den Imbiss vom Vorbesitzer übernommen, so Micarelli, und keine gastronomische Erfahrung gehabt. Aber: „Küche muss man können.“

Der neue Chef von „Kebab Republic“ bringt, betont Micarelli, die richtige Erfahrung mit: Candas Hazar war vor gut zehn Jahren an den Burgerläden Tribe B in Stuttgart beteiligt, mit seinem Bruder hat er vergangenes Jahr außerdem den Dönerladen Rock’Et in Esslingen eröffnet, der laut eigenen Angaben auch sehr gut laufe. Mit Döner sind die Brüder aufgewachsen: Schon der Vater hatte einen Dönerladen, erzählt Hazar.

Micarelli: Im Leo-Center hat ein Döner-Imbiss bisher gefehlt

Dass es Hazar nun gerade ins Leo-Center verschlagen hat, liegt auch an seinem Wohnort: Er kommt aus Schwieberdingen. „Anderer Landkreis, aber ich bin mit dem Auto in 15 Minuten hier“, sagt der 35-Jährige. „Es war mir wichtig, auch in der Gegend was zu machen. Ich kenne Leonberg. Und für mich als Kunde hat im Leo-Center so ein Konzept gefehlt.“ Das Esslinger Geschäft überlässt er nun seinem Bruder, im Leo-Center sei er „komplett selbstständig“. Bisher ist er mit seiner Standortwahl auch sehr zufrieden – schon vor der Mittagszeit bilde sich an seinem Imbiss hin und wieder eine Schlange.

Wer einen Döner möchte, hat eigentlich rund um das Leo-Center eher die Qual der Wahl: Mindestens vier Dönerbuden und -restaurants befinden sich im näheren Umfeld. Für Micarelli war das bei der Suche nach einem Pächter für seine Ladenfläche aber gar kein Faktor. „Das ist eigentlich ganz einfach“, erklärt er: „Wir haben im Leo-Center keinen Döner.“ Der gehört für ihn aber zu einem breiten gastronomischen Programm dazu. „Es muss fürs Center passen.“

Beim Steak-Döner steht der Fleischgeschmack im Vordergrund

Und auch Hazar betont angesichts der Konkurrenz, dass sein Döner eben „anders“ sei. In der Tat: Wer Steak-Döner verkauft, will sich abheben von den gängigen Kebab-Drehspießen, die oft zur Hälfte aus Hackfleisch bestehen. Für die Steak-Spieße von Kebab Republic wird stattdessen Hochrippe vom Jungbullen in dünnen Scheiben aufeinandergeschichtet. Dazu kommen relativ wenig Gewürze, erklärt Hazar. „Der Fleischgeschmack steht im Vordergrund.“

Der Start bei Kebab Republic verläuft nach Angaben des Betreibers vielversprechend. Foto: Simon Granville

Neben dem Steak-Döner gibt es bei ihm aber auch die klassischen Spieße mit Hack und Hühnchen. Die Spieße bezieht der 35-jährige Gastronom von einem Hersteller aus Waiblingen im Rems-Murr-Kreis. Im Brot, im Yufka, in der Box oder auf dem Teller landen die Dönerstückchen schließlich mit dem klassischen Dönergemüse: Tomaten, Salat und Rotkohl. Bei den Soßen laufe es bei Kebab Republic nach „Berliner Art“, sagt der Ladenchef. „Viel auf Joghurtbasis, nicht so viel Mayo.“

Für die Eröffnungswoche gibt es in seinem Laden noch jeden Döner für knapp sechs Euro. Danach ziehen die Preise an: Ein Steak-Döner kostet dann 9,50 Euro, der mit Hack 8 Euro und einer mit Hühnchen 7,50 Euro.