Neuer Imbiss in Sindelfingen Besonderer Döner, Vegetarisches und mehr am Marktplatz 11
Wo „Kochlöffel“ war, ist nun „Boso’s“: Sindelfinger Familie hat Imbiss am Marktplatz übernommen und wartet auf mit besonderen Beilagen.
Wo „Kochlöffel“ war, ist nun „Boso’s“: Sindelfinger Familie hat Imbiss am Marktplatz übernommen und wartet auf mit besonderen Beilagen.
Alles neu am Marktplatz 11. Dort, wo über Jahrzehnte hin die Fastfood-Kette „Kochlöffel“ ihre Kundschaft mit schneller Speise versorgte, glänzen die Kacheln wieder, funkelt die Theke, an den Bratspießen dreht sich das Fleisch und auf den Glastüren leuchtet ein neuer Name: „Boso’s Imbiss“.
Boso, erklärt Menice Raoof, die neue Inhaberin des altbekannten Ortes, sei der Spitzname ihres Bruders. Der heiße zwar eigentlich Mehmet-Emin Orhan, aber er werde Boso genannt, da dies das kurdische Wort für einen Menschen mit relativ heller Haut ist. Gemeinsam mit Mehmet-Emin Orhan und Kamiran Orhan hat Meince Raoof den Imbiss neu eröffnet. Ihre Cousins Abdurrahim Orhan und Mahsum Orhan helfen mit, stehen hinter der Theke. „Boso’s Imbiss“ ist ganz in Familienhand. Zwar möchten Menice Raoof und ihre Brüder später auch weitere Hilfskräfte einstellen – beim Umbau der Imbiss-Räume, ihrer Sanierung aber packte die Verwandtschaft mit an.
Wenig zu tun gab es dabei nicht. Über fünf Monate hin brachte die Familie den Imbiss in Schuss. Sauberkeit, das weiß sie, ist oberstes Gebot in der Gastronomie, und reichlich abgenutzt wirkte die Stube zuletzt. Nachdem „Kochlöffel“ sich zurückgezogen hatte, beherbergte sie für kurze Zeit den „Marktgrill“, der vor allem arabische Spezialitäten im Angebot hatte. Bilder des alten Interieurs zeigen eine kaum anheimelnde Atmosphäre. An die Stelle von Stehtischen sind nun neue Tische mit insgesamt 40 Stühlen getreten, die Wände sind mit matt schimmernden Holzpaneelen verkleidet. „Wir haben hier alles neu gestrichen“, erzählt Menice Raoof. „Auch die Decke und der Boden sind neu.“ Die Theke wurde erneuert, die Kacheln in Gastraum und Küche, und im Keller fand eine Grundreinigung statt. Neue Leuchttafeln prangen vor frisch gestrichenen Wänden. Alles setzte die Familie zum größeren Teil in Eigenleistung um.
„Es war viel Arbeit nach der Arbeit“, sagt Menice Raoof. Sie selbst ist in der IT-Branche tätig, einer ihrer Brüder lässt sich noch zum Meister ausbilden beim bekannten Automobilhersteller, der andere arbeitet als stellvertretender Lagermeister in Magstadt – Stellungen, die sie alle behalten wollen. Der Gastrobetrieb am Marktplatz soll vor allem von den Cousins und möglichen Helfern abgewickelt werden. Menice Raoofs Eltern haben sich längst zurückgezogen – aber sie waren es, die, nicht weit entfernt, einst über 15 Jahre hin einen Sindelfinger Döner-Imbiss betrieben. Branchenerfahrung ist also vorhanden in der Familie.
Und alle wohnen nahebei. Menice Raoof nur wenige Straßen weiter, ihre Eltern gleich an der Ecke, ein Bruder auf dem Goldberg, der zweite im Bereich der Neckarstraße. Die Inhaberin von „Boso’s Imbiss“ feierte an diesem Montag ihren 40. Geburtstag, ihre Brüder sind 36 und 40 Jahre alt. Alle wurden sie in Sindelfingen geboren – und der „Kochlöffel“, der nun nicht mehr ist, gehört zu ihren Kindheitserinnerungen.
Der Wunsch, wieder einen eigenen Imbiss zu eröffnen, war da. Die Gelegenheit bot sich schließlich. Der Baustelle am Sindelfinger Marktplatz zum Trotz brachte die erste Woche nur gute Erfahrungen. Am Samstag, 7. März, wurde eröffnet. Das Fazit: „Wir waren sehr gut besucht und die Eröffnung spricht sich langsam herum in Sindelfingen City.“
Zum dauernden Angebot gehören Döner aus zwei verschiedenen Fleischsorten in getoasteten Fladen, belegt mit Salat in erstaunlicher Vielfalt: Hier wird der Käse auf das Fleisch gerieben, um einen besonderen Geschmack zu erhalten, hier kann sich der Dönerfreund auch Rucola oder Granatapfelkerne auf die Leibspeise legen lassen. Es gibt Jalapeños, vegetarische Spezialitäten, eine kleine Burgerauswahl – die bekannten Imbiss-Standards – und ein immer wieder wechselndes Mittagsangebot, ob nun Bohnensuppe oder Schnitzel. Und wer die halben Hähnchen schätzt, die es schon immer am Sindelfinger Marktplatz gab, muss sie nicht missen: Sie drehen sich weiter am Spieß.