Durch verschiedene Tunnel rutschen die Kinder ins Bällebad. Foto: Griffwerk Ludwigsburg
Die neue Kinderwelt im Griffwerk setzt bewusst auf Bewegung in die Höhe – und unterscheidet sich damit von klassischen Indoor-Spielplätzen. Der Andrang am Eröffnungstag ist groß.
Vor dem Griffwerk im Osten Ludwigsburgs stehen am vergangenen Sonntagvormittag die Familien Schlange. Die Kletterhalle hat einen neuen Bereich für Kinder eröffnet. Der Andrang am ersten Tag ist riesig.
„Wir haben damit gerechnet, dass viel los ist“, sagt Geschäftsführer Christian Gold. Dass der Einlass allerdings schon nach 20 Minuten gestoppt werden muss, hatte das Team nicht geahnt. Während ein Dutzend Familien vor der Eingangstür geduldig warten, machen knapp 120 Kinder die neue Kinderwelt unsicher.
„Kinder sollen sich in der Vertikalen fortbewegen“
Durch verschiedene Tunnelsysteme landen die Kinder im Bällebad oder auf einer Rutsche. Verschiedene Seile laden zum Hangeln, Schaukeln oder Klettern ein. An den Wänden sind mit bunten Griffen kinderfreundliche Kletterrouten angebracht. Auch einen Bereich für die Kleinsten gibt es. Dort kann gekrabbelt und mit Schaumstoff-Bauklötzen gespielt werden. Der federnde Boden soll Verletzungen im Falle eines Sturzes verhindern.
„Ich habe mir verschiedene Kletterhallen in ganz Süddeutschland angeschaut und dann die besten Elemente ausgesucht“, sagt Gold. Der Fokus in der Kinderwelt liegt auf dem Klettern. „Die Kinder sollen sich vor allem in der Vertikalen fortbewegen“, sagt er. „Das unterscheidet uns von anderen Indoor-Spielplätzen.“
So können Kinder Erfahrungen sammeln und irgendwann den Sprung in die Kletterhalle wagen. Laut Gold können Eltern mit ihren Kindern in die Kinderwelt kommen, sobald diese krabbeln können. „Ich denke, bis 12 Jahre ist es interessant, danach könnte es langweilig werden“, so Gold.
Die Kinderwelt hat einen Bereich für Kleinkinder (vorne) und einen für die Großen. Foto: Griffwerk Ludwigsburg
Die Tunnelwelt kommt besonders gut an
Larissa Hauger ist mit ihren zwei und vier Jahre alten Kindern zur Eröffnung gekommen. Ihr gefällt das Konzept. „Es ist sehr aufgeräumt und man sieht, wie hochwertig es gestaltet ist“, sagt sie. „Es ist viel Holz verbaut, schöne Farben und kaum Plastik. Einfach ästhetisch.“ Die Kinder haben einiges zu entdecken. Da verlieren die Eltern schnell mal den Überblick, in welchem Tunnel sich ihr Kind gerade befindet.
Verschiedene Kletterwände oder Schaukeln aus dicken Seilen laden zum Toben ein. „Am besten gefällt mir der Disco-Tunnel“, sagt Sophie, und gibt damit einen kleinen Einblick in die Tunnelwelt, die den Erwachsenen verwehrt bleibt. „Da sind leuchtende Steine an den Wänden“, erklärt die 6-Jährige, die heute mit ihrem Papa gekommen ist. „Ich bin kein Kletterer“, sagt er. Dass die Kinder hier einen Platz haben, sich auszuprobieren, findet er super.
„Uns war wichtig, einen Platz für Kinder zu schaffen.“
Sonja Baumgärtner, Betriebsleitung
Kinderwelt eröffnet neue Zielgruppe für die Kletterhalle
„Uns war wichtig, einen Platz für Kinder zu schaffen“, sagt Sonja Baumgärtner, Betriebsleiterin im Griffwerk. „Hier dürfen sie rennen und toben.“ Das könne im Bereich, wo auch Erwachsene klettern, gefährlich werden. „Etwa 60 Prozent der Leute, die heute mit ihren Kindern da sind, sind zum ersten Mal hier in der Kletterhalle“, schätzt sie. Die Kinderwelt öffnet dem Griffwerk eine neue Zielgruppe. „Das ist auch interessant für Eltern, die nicht selbst klettern.“
Im Februar wird angrenzend noch ein Restaurant eröffnet. Eltern können sich dann das Essen in den Kinderbereich mitnehmen und dort essen. „So ein Angebot hat mir als Mama im Kreis gefehlt“, so Baumgärtner. Kinder zahlen 9 Euro Eintritt für den ganzen Tag. Begleitpersonen zahlen 6 Euro. „Immer donnerstags gibt es einen Oma- und Opa-Tag“, sagt Baumgärtner. Kinder zahlen dann 7,50 Euro, Begleitpersonen 5 Euro.