Neuer Laden in Stetten Neueröffnung: Was gibt es im Etsy-vor-Ort-Laden?
Stetten bekommt einen neuen Kreativ-Hotspot. An diesem Samstag macht das UnikatLE in den ehemaligen Steck-Räumen auf. Wir haben uns vorab umgeschaut.
Stetten bekommt einen neuen Kreativ-Hotspot. An diesem Samstag macht das UnikatLE in den ehemaligen Steck-Räumen auf. Wir haben uns vorab umgeschaut.
Geschäftiges Treiben an der Stettener Hauptstraße am späten Donnerstagnachmittag. Eine elektrische Säge kreischt, während unaufhörlich Dinge in das Gebäude mit der Hausnummer 79 getragen werden. Hier war bis zum Februar über Jahrzehnte das traditionsreiche Spielwaren- und Haushaltswarengeschäft Steck. Nun kommt etwas komplett Neues.
Die Musbergerin Hatice Reith eröffnet das UnikatLE, einen Mix aus Stoff- und Kurzwarenladen und Kreativplattform für Künstlerinnen und Künstler. Hatice Reith selbst spricht von einem „Handmade Concept Store“, wo Kunstschaffende ihre selbst hergestellten Produkte gegen eine kleine Provision in Mietregalen verkaufen können. „Wie Etsy vor Ort“, erklärte sie im Februar gegenüber unserer Zeitung. Etsy ist der weltweit führende Online-Marktplatz für handgefertigte Waren.
Was sich vor zwei Monaten noch recht schwammig angehört hat, hat in den vergangenen Tagen Formen angenommen. Die Regale, Tische und Ständer füllen sich. Es gibt Schmuck, Kerzen, Honig, Schnullerketten, Schlüsselanhänger, Bilder und diverse Geschenkartikel. Aurora Gabler hat einen Platz im Schaufenster ergattert. Die Künstlerin aus Donnstetten im Kreis Reutlingen gestaltet Skulpturen und Vasen mit Naturmaterialien wie Sand, Muscheln und Holz. „Wenn ich herumlaufe und irgendwas sehe, weiß ich schon, was herauskommt“, erklärt sie. Ihre Werke präsentiere sie normalerweise auf Märkten, Messen – und online. „Dort kommt es aber nicht so raus. Man muss die Sachen sehen und anfassen können“, sagt Aurora Gabler. Entsprechend freue sie sich, dass sie in Stetten nun ihre Kunst zeigen dürfe, „das ist wichtig heutzutage“.
Hatice Reith ist selbst kreativ, näht Kinderkleidung und Accessoires, stickt Bilder und stellt diverse Dekoartikel mit dem 3D-Drucker her. Und sie ist eine Netzwerkerin. Sie hat in den vergangenen Wochen ganze 40 Gleichgesinnte um sich geschart, die nun im UnikatLE ihre Produkte zeigen werden. „Sie kommen größtenteils aus der Region und Baden-Württemberg“, sagt die 45-Jährige. Im 390 Quadratmeter großen Laden wäre sogar noch Platz für die Waren weiterer Akteurinnen und Akteure.
Daniela Schiffler aus Frickenhausen feiert im UnikatLE ihre Verkaufspremiere. Sie häkelt Handpuppen, Eierwärmer und Mobilés. Vor 25 Jahren schon habe sie mit dem Hobby angefangen, „aus Spaß an der Freude“. Bislang habe sie stets nur ihre eigenen Kinder und Bekannte mit den Ergebnissen beschenkt, sie jetzt erstmals auch fremden Menschen anzubieten, sei aufregend. „Super, wo kann man das noch machen heute?“ Dankbar äußert sich auch Sarah Ambani. Die Musbergerin lässt für ein soziales Projekt in Kenia große und kleine Taschen aus recycelten Zementsäcken herstellen. Zuletzt hat sie die Produkte auf der Messe „Fair handeln“ gezeigt, aber „der Aufwand ist ungemein für so eine Messe“.
An diesem Samstag, 18. April, eröffnet das UnikatLE. Zugänglich sein werden die Räume zwischen 10 und 16 Uhr, aber „es kann durchaus sein, dass wir länger da sind“, sagt Hatice Reith lachend. Termine für Do-it-yourself-Workshops und mehr sollen sich bald im Veranstaltungskalender auf der neuen Homepage finden. Die ist laut Hatice Reith aktuell im Aufbau. Und auch der Laden ist am Donnerstagnachmittag noch nicht ganz fertig. Etliche Personen wuseln umher und räumen Regale ein. Hatice Reith stellt sich zum Schluss auf Nachtschichten ein. „Das ist der Endspurt.“