Das Jobsharing-Modell auf der zentralen Stürmerposition hat in dieser Saison beim VfB ja bisher blendend funktioniert. Zunächst verletzte sich Deniz Undav im ersten Bundesliga-Heimspiel der Saison gegen Borussia Mönchengladbach (1:0) am Knie. Er hinterließ eine Lücke, die allerdings von Ermedin Demirovic umgehend mit drei Bundesligatoren und einem Assist in den folgenden vier Partien stark ausgefüllt wurde.
Dann meldete sich Demirovic nach der Heidenheim-Partie (1:0) verletzt mit einer Problematik an der Fußwurzel ab. Undav wurde aber schon im folgenden Spiel in Wolfsburg bereits für eine halbe Stunde eingewechselt – und legte danach erst richtig los: Acht Treffer erzielte der 29-Jährige allein in der Liga.
Doch die Rochade zeigt auch: Allzu üppig ist der VfB auf der Mittelstürmer-Position nicht besetzt. Vor allem mit Blick auf das weitere Programm der Saison, das allein unmittelbar nach der Winterpause mindestens vier englische Wochen in Serie bereithält. Nach dem Last-Minute-Abgang von Nick Woltemade und dem gescheiterten Transfer des Südkoreaners Hyeong-Gyu Oh forderte der VfB-Trainer Sebastian Hoeneß schon im Sommer eine Verstärkung auf der Mittelstürmer-Position für das Januar-Transferfenster.
Unter anderem das Gastspiel des VfB beim Hamburger SV (1:2) offenbarte dann in Halbzeit eins, dass es ganz vorne im Stuttgarter Sturm ohne Demirovic und Undav, der letztlich eingewechselt wurde, schon mal schwierig werden kann. Was also wäre, wenn beide einmal zeitgleich länger ausfallen?
Daher dürfte man beim VfB in der Winterpause für die Position ganz vorne nachlegen. Viele Stürmer wurden bislang in Verbindung gebracht mit den Cannstattern, deren Sportvorstand Fabian Wohlgemuth sich bei seinen Aktivitäten, bei der Frage nach dem Ob und dem Wie, ungewohnt verschlossen zeigt.
Der Name eines aussichtsreichen Kandidaten für die Mittelstürmer-Position ist nun doch aufgepoppt: Jeremy Arevalo wird ein ganz enger Draht zum VfB nachgesagt. Einige Medien glauben bereits zu wissen, dass sich der Transfer des Ecuadorianers vom spanischen Zweitliga-Spitzenreiter Racing Santander an den Neckarpark in seiner finalen Phase befinde.
Doch der Winter-Transfermarkt öffnet erst an Neujahr seine Pforten. So viel ist bis dahin klar: Arevalo, 20 Jahre jung, hat für Santander in 17 Ligaspielen bislang sieben Tore erzielt – und soll für eine Ablösesumme von sieben Millionen Euro aufgrund einer Ausstiegsklausel zu haben sein. Der 20-Jährige ist fußballerisch klar auf dem aufsteigenden Ast. In Spanien geboren, hat er am 14. November diesen Jahres für das A-Nationalteam Ecuadors beim 0:0 gegen Kanada debütiert.
Arevalo ist ein mit 1,82 Metern eher kleiner, bulliger Stürmer, dessen auf der Expertenplattform „Tranfermarkt.de“ gelisteter Marktwert allerdings mit einer Million Euro deutlich unter der kolportierten Ablösesumme liegt. Doch er besitzt als im Eins-gegen-Eins durchsetzungsstarker, zudem technisch versierter Linksfuß augenscheinlich großes Potenzial. Durchaus vorstellbar also, dass ihn der VfB in seinen Reihen begrüßen könnte.