Neuer Preis Deutschlandticket: Es geht nicht nur um die Verkehrswende

Noch liegt der Monatspreis für das Deutschlandticket unter dem, was in vielen Großstädten sonst für Abos üblich ist. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Wenn das Deutschlandticket zu teuer wird, lohnt es sich bald nicht mehr. Doch das Projekt ist zu wichtig, um es aufzugeben, findet Hauptstadtkorrespondentin Rebekka Wiese.

Berliner Büro: Rebekka Wiese (rew)

Es hat einmal als Neun-Euro-Ticket begonnen – und wurde zum Erfolgsprojekt. Inzwischen kostet das Deutschlandticket 58 Euro im Monat, und es könnte bald noch teurer werden: An diesem Donnerstag wollen Bund und Länder darüber verhandeln. Schon zeichnet sich ab, dass das Ticket von 2026 an noch mehr kosten könnte – 62 bis 64 Euro sind im Gespräch.

 

Dabei ist es noch nicht lange her, dass der Preis gestiegen ist. Wenn sich diese Tendenz fortsetzt, lohnt sich das Deutschlandticket bald nicht mehr. Dabei ist das Angebot eines der wenigen großen politischen Erfolgsprojekte der vergangenen Jahre, und es geht gar nicht so sehr um die Verkehrswende. Sondern darum, dass ein staatliches Projekt auch mal einfach funktionieren kann.

Deutschlandticket: Knapp unter den Abopreisen

Mit 62 bis 64 Euro würde das Deutschlandticket nur knapp unter den Abopreisen liegen, die in vielen Großstädten üblich sind. Mit einem normalen Monatsticket kann man zwar nicht deutschlandweit reisen. Aber wer das Deutschlandticket hat, für den ist meistens der Gebrauch im Alltag entscheidend.

Kritiker des Deutschlandtickets argumentieren oft, dass sich das Angebot für Städter lohnt – aber nicht für die Landbevölkerung. Das ist wahr, sollte aber kein Gegenargument sein. Stattdessen müsste man über Parallel-Projekte zum Deutschlandticket nachdenken, die die Mobilität auf dem Land erleichtern, wie etwa das in Frankreich erprobte Sozial-Leasing von E-Autos.

Für den Bund und für die Länder ist das Deutschlandticket natürlich teuer. Es ist verständlich, dass sie versuchen, diese Kosten umzulagern. Doch damit könnten sie ein einstiges Erfolgsprojekt zerstören. Das Deutschlandticket war beliebt, weil es unkompliziert und erschwinglich zugleich war. Es gab vielen Menschen das Gefühl, dass „die da oben“ vielleicht doch manchmal gute Ideen haben. Wird der Preis zu hoch, könnte wieder ein Stück Vertrauen verloren gehen.

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