Neuer Schulleiter in Gerlingen Ziel ist eine Atmosphäre des Miteinanders

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Das Robert-Bosch-Gymnasium hat wieder einen offiziellen Schulleiter: Eberhard Blanz wurde jetzt ins Amt eingesetzt. Er hatte als bisheriger Stellvertreter während der Krankheit seiner Vorgängerin fast zwei Jahre lang ein Doppelamt inne.

Martina Koch-Haßdenteufel gratuliert, Thomas Heckert (links) hat Eberhard Blanz ins Amt eingesetzt. Foto: factum/Bach
Martina Koch-Haßdenteufel gratuliert, Thomas Heckert (links) hat Eberhard Blanz ins Amt eingesetzt. Foto: factum/Bach

Gerlingen - Die Keulen und Bälle der 30 jungen Jongleure sind durch das Atrium geflogen, das Schulorchester hat einen stimmungsvollen musikalischen Rahmen geschaffen, der Lehrerchor das Begrüßungslied „Welcome“ gesungen – Feierstunde zum Amtsantritt des neuen Schulleiters. Am Freitagnachmittag ist Eberhard Blanz offiziell in diese Funktion am Robert-Bosch-Gymnasium in Gerlingen eingesetzt worden. Der 61-Jährige hat das Amt bereits seit Oktober 2014 ausgeübt, nachdem die Direktorin Brigitte Renner-Dux erkrankt war. Im Januar 2016 starb sie dann viel zu früh.

Schüler für die Fächern begeistern

Für die Stadt als Schulträger begrüßte die Erste Beigeordnete Martina Koch-Haßdenteufel den neuen Schulleiter: die Chemie stimme zwischen Schule und Stadtverwaltung, das sei ganz wichtig. „Man spürt, dass Ihnen ein gutes Miteinander mit Ihren Schülern, Lehrern und Eltern wichtig ist“, so die Stellvertreterin des Bürgermeisters. Blanz wolle nicht nur Stoff vermitteln, sondern Schüler für die Fächer begeistern. Sie sei überzeugt, dass sich die Schule unter seiner Leitung weiterentwickeln werde. Denn: „Sie sind gelassen und erfahren.“

Der Schulreferent Thomas Heckert vom Regierungspräsidium sagte, Eberhard Blanz bringe vieles mit, was er gewinnbringend in seinem Amt einsetzen könne; er habe eine „offene, freundliche, ausgleichende und hilfsbereite Art“. Er wisse, wie man auf Kollegen zugehe und die Schülerschaft motiviere. Und er mahnte: „Verantwortung für die Schulgemeinde will gestaltet sein.“

Viele gute Wünsche erreichten die Hauptperson dieses Nachmittags von den eigenen und den Kollegen der anderen Gerlinger Schulen, von den Kirchen und auch von Schülern. Die Elternbeiratsvorsitzende Katharina Schmitt-Matti fügte eine weitere Charakterisierung hinzu: Eberhard Blanz sei „ein Menschenfreund, der im Schüler immer auch das Kind und den Menschen mit all seinen Entwicklungsmöglichkeiten und seinen Bedürfnissen“ sehe. Er sei nun „der Vater dieser Schule“.

Offene Schulgemeinschaft im Blick

Blanz dankte allen Wegbegleitern – und er bat die Vertreter der Stadt, sich nach der Sanierung des Schulhauses nun auch um die Außenbereiche zu kümmern. Ein Hof erinnere an eine Baustelle und werde nicht genutzt, 150 Fahrräder stünden kreuz und quer herum, und im Übrigen sei der Hof gar nicht groß. Vor allem die jüngeren Schüler würden Bewegungsdrang verspüren. Koch-Haßdenteufel hatte da bereits versprochen, dass im nächsten Jahr ein ordentlicher Fahrradabstellplatz geschaffen werde.

Zum künftigen Geschehen an der Schule meinte Blanz, er wolle zusammen mit den Kollegen überlegen, wie künftig stärkere und schwächere Schüler individuell besser gefordert und gefördert werden könnten. Alle müssten dafür sorgen, „dass wir in einer offenen Schulgemeinschaft leben, in der sich jeder um den anderen kümmert“. In diesem Zusammenhang erinnerte der 61-Jährige an „die mögliche Amoktat an unserer Schule in diesem Sommer“. In einem Gespräch mit unserer Zeitung hatte Blanz zuvor betont, es sei sein Ziel, sich „in Krisensituationen nicht aus der Verantwortung zu begeben“. Man müsse dann die Fachleute ihre Aufgaben wahrnehmen lassen, er selbst für andere da sein und alle im Blick haben. „Ich werde versuchen, als Führungskraft Ruhe auszustrahlen.“

„In diese Aufgabe hineingewachsen“

Um wieder einmal etwas anderes zu machen, und damit einer seiner Devisen zu entsprechen, unterrichte er jetzt eine fünfte Klasse in Mathematik. Es sei wichtig, dass man nicht jahrzehntelang dasselbe mache. Auf die Frage, ob er schon immer habe Schulleiter werden wollen, sagte er spontan und überzeugend „nein“. Er sei in diese Aufgabe an dieser Schule hineingewachsen – und nun sieht er es als wichtiges Ziel, eine Atmosphäre zu schaffen, „in der jeder bereit ist, seine Fähigkeiten zu zeigen“. Angst zu erzeugen führe nicht zum Erfolg. Als Stellvertreter habe er sich „die Rolle erarbeitet“ – und die Herausforderung gesehen, das Amt zu übernehmen.

Auch Herausforderungen im Zusammenhang mit der weiteren Sanierung des Schulzentrums, vor allem der Realschule, kommen auf den neuen Chef zu. „Das hat bei unserem Umbau geklappt, und ich bin sehr zuversichtlich, dass es wieder klappt.“ Vor dem Publikum hatte er schon offenbart: „Ich gehe jeden Tag gerne in die Schule, und das, obwohl ich eigentlich mein ganzes Leben nichts anderes gemacht habe.“




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