Diese Mischung dürfte in der Region einzigartig sein: Im „Katerinis“ gibt es griechische, italienische und schwäbische Spezialitäten. Was steckt hinter diesem Konzept?
Im ehemaligen Dorfladen in der Kirchheimer Mitte herrscht wieder reges Leben. Etwas Obst, Milch, Waschmittel – eine ältere Dame packt ihre Einkäufe aufs Band. Es sind Dinge des täglichen Bedarfs, die sie im Einkaufswagen hat. Bei einer anderen Frau sind es Olivenöl, Käse und Oliven – eine kleine Auswahl an griechischen Spezialitäten. Genau diese Mischung macht den neuen Laden in Kirchheim am Neckar aus. Bei „Katerinis“ in der Ortsmitte gibt es griechische, italienische und schwäbische Produkte.
„Das Geschäft soll für alle sein“, betont Stylianos Papadopoulos. Der 63-Jährige hat jüngst den genossenschaftlich geführten Dorfladen übernommen, der Anfang des Jahres nach neun Jahren und mit großem Bedauern der Bürger schließen musste. Das Projekt auf teils ehrenamtlicher Basis trug sich nicht mehr.
„Ich freue mich, dass die Fläche mit einem Geschäft wiederbelebt wird“, sagt Kirchheims Bürgermeister Uwe Seibold. Der Laden stärke den Ortskern, sichere die Nahversorgung und nutze eine Gemeindeimmobilie sinnvoll, so Seibold. Der hatte sich trotz eines Lidls und Marktkaufs am Ortsrand immer wieder für eine Einkaufsmöglichkeit im Ortskern eingesetzt hat.
Hier hilft die ganze Familie zusammen
Papadopoulos wartet mit einem teils ähnlichen Angebot wie der ehemalige Dorfladen auf – es ist aber doch auch ganz anders. Gemeinsam mit seiner Frau Rosa und unterstützt von der ganzen Familie setzt er auf besagte Mischung aus griechischen, italienischen und hiesigen Spezialitäten und Feinkost sowie Dingen des täglichen Bedarfs. „Die Qualität muss stimmen“, betont er. „Aber auch der Preis.“
Beides will er gewährleisten, indem er seine guten Kontakte zu zahlreichen Produzenten und Lieferanten nutzt. Seit Jahren importiert er zum Beispiel Olivenöl, Honig und vieles mehr aus seiner Heimat, ebenso wie Spezialitäten aus der Heimat seiner Frau: Italien.
Zu jedem Produkt kann Stylianos Papadopoulos eine Geschichte erzählen. Den Oregano hat er von einem Landwirt am Berg Olymp, die Orangenmarmelade ist „voller Orangen und nicht so süß“. Auf das griechische Wassermelonengsälz ist er selbst gespannt. Bei Olivenöl und Oliven mache ihm sowieso keiner etwas vor. Letztere gibt es übrigens nicht nur klassisch oder gefüllt, sondern auch als süße Variante in Sirup.
Auch den Feta bezieht er laut eigener Aussage direkt aus Griechenland, im Kühlregal gibt es aber auch Käse aus Südtirol, italienische Salami und Schinkenwurst oder Kartoffelsalat aus Neckarwestheim. Gleich um die Ecke steht Mundelsheimer Fruchtsaft neben griechischer Limo. Beim Wein sieht es ähnlich variantenreich aus.
Eine Einkaufserfahrung, die Freude macht
Das Sortiment erscheint etwas speziell, die Einkaufserfahrung macht aber Freude. Es ist alles da, was man braucht, und eben noch ein bisschen mehr. Auch die Rückmeldungen seiner Kunden sind seit der Eröffnung vor einer guten Woche durchweg positiv. An der einen oder anderen Stellschraube will Stylianos Papadopoulos noch drehen, noch einige weitere Produkte ins Sortiment aufnehmen, nach denen bereits gefragt wurde.
Zum „Katerinis“ gehört – wie einst zum Dorfladen – auch eine Bäckerei- und Café-Ecke. Hier gibt es schwäbisches Brot, Brezeln und Kuchen, abgerundet durch griechisches Baklava, italienisches Tiramisu und vieles mehr. Das alles kann man vor Ort genießen, aber auch mit nach Hause nehmen.