Tra Nguyen (links) ist nicht nur Service-Chefin im Tutam sondern auch für den Instagram-Auftritt verantwortlich. Küchenchef Van Pham legt ebenfalls Wert auf eine tolle Optik. Foto: Werner Kuhnle
Augen- und Gaumenschmaus verspricht „Tutam“ in Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg). Was das Asia-Restaurant so besonders macht – und warum ein Baum im Gastraum steht.
Ein halbes Jahr nach dem insolvenzbedingten Ende des Restaurants „The Garden Project“ gibt es in den Räumen an der Freiberger Straße 3 in Bietigheim einen Nachfolger: Das „Tutam“ hat am 10. Dezember eröffnet und verspricht asiatische Küche mit frischen Zutaten.
„Wir bieten traditionelle Gerichte der japanischen, vietnamesischen und thailändischen Küche mit einem Dreh zur Moderne hin an“, sagt Service-Chefin Tra Nguyen. Gemeinsam mit Küchenchef Van Pham leitet sie das neue Restaurant. Es ist das dritte seiner Art in Baden-Württemberg. Weitere „Tutams“ gibt es in Göppingen und am Bodensee. In Göppingen haben beide auch zuvor gearbeitet.
Das Gebäude an der Freiberger Straße 3 ist ein großer Neubau, der erst vor wenigen Jahren entstand. Neben Büros und anderen gewerblichen Mietern gibt es dort auch Wohnungen und eben die recht große Restaurantfläche. Bis zum Sommer war dort „The Garden Project“ beheimatet, das nach zwei Jahren insolvent war. Unter anderem liefen hochpreisige Speisen wie die Steaks nicht so gut, aber auch die Baustelle vor der Tür hat zum Ende beigetragen.
Wünsche am geschreinerten Baum
Auch wenn im Innenraum noch vieles an das Vorgängerrestaurant erinnert, soll „Tutam“ ein ähnliches Schicksal erspart bleiben. An der sehr hochwertigen Innenausstattung ist erkennbar, dass es den Gastgebern im „Tutam“ um mehr als Essen geht. Bestes Beispiel ist der große, geschreinerte Baum in der Mitte des Gastraums. Gäste können dort Wünsche, Anregungen oder einfach Gedanken zum Restaurant per Zettel an einem Ast anbringen.
Tra Nguyen (links) und Van Pham begrüßen die Gäste im neuen „Tutam“ in Bietigheim. Foto: Werner Kuhnle
„Es geht uns um die Kultur und die Gemeinschaft“, sagt Nguyen. Die Grundlage sei aber immer das Essen. Vor allem auf das Sushi sind sie bei „Tutam“ stolz. Pham ist es nicht nur wichtig, frische Zutaten zu verarbeiten, bei seinen Kreationen isst das Auge immer mit. Wunderschön angerichtete und aufwendig verzierte Sushi-Platten sind seine Spezialität. Geschmacklich sucht das Seinesgleichen in der Stadt.
Ramen, Curry und Pho im Angebot
Für Menschen, die nichts mit rohem Fisch anfangen können, gibt es auch warme Speisen: eine Art „Best of“ der asiatischen Küche. Ramen, Udon-Nudeln, thailändisches Curry und vietnamesische Pho gibt es ebenso wie diverse Bowls.
Küchenchef Van Pham bei der Sushi-Zubereitung. Foto: Werner Kuhnle
Unter der Woche hat das Restaurant sowohl mittags als auch abends geöffnet, am Wochenende sogar durchgehend. Bislang hält sich der Gästeansturm noch in Grenzen, wie Nguyen zugibt. Mit Qualität wolle man aber überzeugen.
Baustelle ist eine Herausforderung
Ohnehin haben sich die „Tutam“-Betreiber keine einfache Aufgabe ausgesucht mit ihrem Standort in Bietigheim. Viel Konkurrenz auf dem Niveau gibt es in Bietigheim zwar nicht, aber direkt vor dem Haus befindet sich die B27-Baustelle. Die Freiberger Straße ist deshalb derzeit eine Sackgasse, viele Leute fahren also nicht am Restaurant vorbei.
„Das hat uns bei der Frage, ob wir hier eröffnen wollen, schon nachdenken lassen“, gibt Pham zu. Letztlich sei man aber wegen des modernen Gastraums, der Konkurrenzsituation und der eigentlich guten Lage unweit der S-Bahn doch das Wagnis eingegangen, das Lokal zu übernehmen. „So eine Chance kommt vielleicht nie wieder“, sagt der Küchenchef.
Über Soziale Medien wie Instagram versucht das Team, auf sich aufmerksam zu machen und so Gäste zu gewinnen. Wer dem Restaurant dort folgt, erhält sogar zusätzlich einen Rabatt.
Weil das Konzept von dem Erlebnis und der Atmosphäre vor Ort lebt, sei nicht geplant, einen Lieferservice anzubieten, sagt Pham. Der Erfolg in Göppingen, wo ein „Tutam“ seit Jahren besteht, macht die Betreiber zuversichtlich, auch in Bietigheim mittelfristig Fuß fassen zu können.