Neueröffnung in Ludwigsburg „Alte Rösterei“ soll das Ludwigsburger Nachtleben wieder in Schwung bringen

Die drei Freunde Florian Lutz, Nils Vradac und Marcel Stahl vor dem Eingang ihres neuen Clubs Foto: Simon Granville

Noch laufen die letzten Arbeiten vor dem großen Eröffnungswochenende Anfang Oktober. Der neue Club soll alle ansprechen – nicht nur die Tanzlustigen.

Volontäre: Julian Meier (mej)

Noch ist der Ort eine Baustelle. Werkzeugkoffer stehen auf dem Boden, Leitern lehnen an der Wand, Arbeiter huschen mit Laptops in der Hand durch die Räume. Doch schon jetzt ist der Flair spürbar, den die Location bald vermitteln soll. Im Gebäude der alten Kaffeerösterei auf dem Franck-Areal laufen gerade die finalen Vorbereitungen für die Eröffnung eines Clubs, der das am Boden liegende Nachtleben in Ludwigsburg wiederbeleben soll.

 

Die „Alte Rösterei“ ist ein Projekt der drei Freunde Florian Lutz, Nils Vrabac und Marcel Stahl. Am 2. Oktober startet der reguläre Betrieb, Karten für das Eröffnungswochenende können online erworben werden. Der Andrang beim Vorab-Rundgang für Pressevertreter ist groß – eine Club-Eröffnung hat es in Ludwigsburg schließlich lange nicht mehr gegeben. Doch was erwartet die Ludwigsburger? Und: Wird das Konzept aufgehen?

Eintritt soll bei zehn Euro liegen

„Wir haben versucht, den Flair von Fabrik und Beton aufrechtzuerhalten“, sagt Vrabac, als er in den zukünftigen Club-Bereich führt. Die Abendkasse ist ein viereckiger Blechcontainer. Der Eintritt soll bei zehn Euro liegen, maximal dürfen 600 Gäste rein. Nur für das Eröffnungswochenende müssen Eintrittskarten reserviert werden. Rund die Hälfte der Tickets ist bereits vergriffen. Ansonsten können die Menschen einfach kommen.

Die Arbeiten waren alles andere als einfach: In dem Gebäude nahe des Bahnhofs, in dem einst Caro-Kaffee hergestellt wurde und das seit 2018 leer stand, gab es anfangs keinen Wasser- und Stromanschluss. Die größten Herausforderungen seien der Brandschutz, Heizungen und Toiletten gewesen. Letzteres Problem wird nun mithilfe von Containern gelöst.

Eine zentrale Bar als „Herzstück“

Eine Garderobe im klassischen Sinn gibt es nicht, stattdessen können die Gäste ihre Wertsachen in Schließfächer einsperren – wodurch auch nervige Anstehzeiten wegfallen sollen. Das „Herzstück“ ist aber die Bar – das sogenannte „Nachtcafé“, wie in leuchtender Schrift darüber steht. Noch sind die Kühlschränke leer und es fehlen die Aufsätze auf dem Tresen.

In der „Alten Rösterei“ gibt es nur eine zentrale Bar. Ausgeschenkt wird dafür alles, von Bier über Wein bis Longdrinks. Foto: Simon Granville

Zu trinken geben soll es ganz klassisch Bier, Wein, Sekt, Longdrinks und Softdrinks. „Wer will, bekommt auch Champagner“, sagt Lutz. Das sei aber nicht als Regel geplant. Denn die drei wollen auf „faire Preise“ setzen, alles soll unter zehn Euro kosten, Bier unter fünf Euro. „Wir wollen den Laden so hinstellen, dass wir auch selbst als Gast gerne hingehen würden“, meint Vrabac.

Diskokugel und private Lounge

Das zweite „Herzstück“ ist im folgenden Raum die riesige Diskokugel an der Decke. Das sogenannte „Tanzlokal“ ist für die Gäste gedacht, die sich bewegen wollen. Die anderen können im Raum davor bleiben, wo man auf den Hockern und Bänken einen gemütlichen Abend verbringen kann. Im Tanzlokal muss das DJ-Pult noch eingebaut werden, ansonsten fehlt nur noch der Feinschliff. Geht das Licht aus, verbreitet die Diskokugel schon jetzt Party-Flair.

Blick in das „Tanzlokal“: Hier soll ein lokaler DJ Musik auflegen, während die Gäste tanzen. Foto: Simon Granville

„So schön der Raum ist, für die Akustik ist er nicht optimal“, sagt Vrabac über das ehemalige Getreidelager mit einer Höhe von 18 Metern. Musik soll von lokalen DJs kommen. Direkt hinter dem DJ-Pult wird noch eine Lounge eingebaut, die man sich für einen Abend reservieren kann. Eine Miete wird dafür nicht fällig, nur einen Mindestumsatz gibt es. „Dann kann man ungestört feiern“, erklärt Lutz.

Verschiedene Musikgenres

„Unser Wunsch ist es, Spaß und Kultur zurück nach Ludwigsburg zu bringen“, sagt Vrabac. Der Club-Betrieb startet gleich mit einem Drei-Tage-Wochenende, dank des Feiertags am 3. Oktober. Am Donnerstag Hip-Hop, am Freitag Rock, am Samstag Techno – diese musikalische Auswahl soll auch zukünftig die „Alte Rösterei“ prägen. „Wir wollen für jeden etwas dabei haben, damit jeder Ludwigsburger wieder das Tanzbein schwingen kann“, sagt Vrabac.

Ähnliches gilt für das Publikum, das bunt gemischt sein soll, wie Stahl erklärt. Die Öffnungszeiten sind von 22 bis 4 Uhr, dazu soll es jeden zweiten Donnerstag ein „After Work“ geben, das früher startet und auch früher endet. Dabei handelt es sich um ein lockeres „Come together“, bei dem man „den Stress von der Arbeit“ vergessen soll.

Über die Zukunft machen sich die drei Betreiber der „Alten Rösterei“ derweil keine Sorgen. Der Mietvertrag laufe über mehrere Jahre, und auch die Planungen seien langfristig ausgelegt. Dazu sei die Lage nahe des Bahnhofs günstig. Das Konzept könnte also aufgehen – und damit die Wiederauferstehung des Ludwigsburger Nachtlebens.

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