Neues Album Ein bisschen Lena, ein bisschen Lana

Lena sieht aus wie Lana Del Rey, singt aber weiterhin auch für die ganz junge Zielgruppe. Da fragt man sich: wer will sie überhaupt sein? Foto: Sandra Ludewig
Lena sieht aus wie Lana Del Rey, singt aber weiterhin auch für die ganz junge Zielgruppe. Da fragt man sich: wer will sie überhaupt sein? Foto: Sandra Ludewig

Die Gewinnerin des Eurovision Song Contests 2010 muss sich neu erfinden. Wohin die Reise geht, ist aber unklar. Die Songs ihres am Freitag erscheinenden, dritten Albums geben keine befriedigende Antwort. Vielleicht ihre Outfits?

Digital Unit: Jan Georg Plavec (jgp)
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Stuttgart - Mehr als zwei Jahre ist es her, dass sich Lena Meyer-Landrut in die Herzen nicht nur der deutschen, sondern auch der europäischen Popfans gesungen hat. Seit ihrem Erfolg beim Eurovision Song Contest (ESC) 2010 hat sie jedes Jahr ein neues Album herausgebracht. Dieser Taktung folgend, erscheint am Freitag der Longplayer „Stardust“; die gleichnamige Single ist schon seit einigen Wochen im Radio zu hören.

Aus der Öffentlichkeit ist die jetzt 21 Jahre alte Hannoveranerin seit „Satel­lite“ nie verschwunden. Das Publikum lernte sie in dieser Zeit von unterschiedlichen Seiten kennen. Zu dem Popstar Lena zählt wegen der unüberhörbaren Grenzen ihrer (gleichwohl markanten) Singstimme mindestens zu gleichen Teilen ihr Auftreten, ihr Image. Den ESC gewann Meyer-Landrut auch wegen ihrer kindlich-verspielten Sexyness. Daran rieb sie sich, damit kokettierte sie. Deshalb herrscht kein Mangel an öffentlichen Auslassungen zu der Frage, mit wem man es da eigentlich zu tun hat.

Der Lippenstift ist dicker aufgetragen

Lenas Problem: Niedlichkeit nutzt sich ab. Aus „harmlos“ wird schnell „belanglos“. Den Höhepunkt, der ganz am Anfang ihrer immer noch jungen Karriere stand, kann man im alltäglichen Showgeschäft kaum noch übertreffen. Deshalb muss die Popsängerin Lena immer wieder neu erfunden, das Produkt immer weiterentwickelt werden – in jeder Hinsicht. Diese Bemühungen sind seit mehr als zwei Jahren hör- und sichtbar. Doch wo es jetzt anlässlich der Veröffentlichung von Lenas drittem Album hingeht, ist offen – nicht nur, was die Verkaufszahlen angeht.

Lenas erstes Album wurde im Wesentlichen um den ESC-Hit „Satellite“ herum geschrieben. Mit „Good News“ (2011) sollte sie weg vom Niedliches-Mädchen-Image. Sie trug seltener die bei jüngeren Teenagern stilprägende Strickmütze, sondern gerne auch enge Kleider. Der Lippenstift war dicker aufgetragen, der Lidschatten verdunkelte ihre Augenpartie. Das Video zur Single „Taken by a Stranger“ war geradezu düster, futuristisch, kühl.

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