Neues Album Harte Klänge und düstere Texte: Ludwigsburger Metal-Band zurück mit neuer Musik

Bandgründer und Sänger Jona Davis (rechts) sowie der neue Schlagzeuger Hendrik Schüler werden zukünftig zusammen auf der Bühne stehen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Modern Death Metal-Band Death by Dissonance hat schon einige Schicksalsschläge überwinden müssen. Doch sie hat nie aufgegeben – jetzt erscheint ihr zweites Album.

Volontäre: Julian Meier (mej)

Dass es die Ludwigsburger Metal-Band Death by Dissonance noch gibt, ist keine Selbstverständlichkeit. Mehr als einmal stand das Sextett vor der Frage, ob es für sie eine Zukunft gibt. Doch trotz all der Schicksalsschläge haben sie immer weitergemacht. Am 7. Februar erscheint nun ihr zweites Album „Exile Within“.

 

Die erste Single des neuen Albums ging bereits Ende November an den Start. „Witchcraft“ macht innerhalb kürzester Zeit deutlich, wofür die Band steht: harte Riffs, emotionsgeladene Texte und eine Energie, die zum Headbangen animiert. Das soll sich auch mit neuer Besetzung nicht ändern.

Anfänge in Jugendhaus Villa BarRock

Seit mehr als zehn Jahren gibt es Death by Dissonance mittlerweile. Angefangen hat alles im Jugendhaus Villa BarRock direkt am Ludwigsburger Bahnhof. Dort hatte die Band im Keller einen Proberaum, in dem sie sich anfangs zum Jammen traf. Doch irgendwann sei aus diesem Jammen immer mehr entstanden, berichtet Frontmann und Gründungsmitglied Jona Eisele, der auch unter dem Künstlernamen Jona Davis bekannt ist.

Bassist Jan Stoertzenbach begann schließlich, erste Songs zu schreiben. 2018 erschien die erste EP „Antisyndrome“, im Jahr darauf folgte das erste Album „Epitaph“. Dass zwischen diesem und dem jetzigen Album mehr als fünf Jahre liegen, hat auch mit einigen Rückschlägen zu tun, mit der die Band seitdem konfrontiert war.

Selbstmord eines Bandmitglieds

Im Jahr 2019, noch bevor „Epitaph“ herauskam, nahm sich eines der Bandmitglieder das Leben. Es war der Tiefpunkt in der bisherigen Bandgeschichte – verbunden mit der Frage, ob es gleichzeitig das Ende der Band bedeuten würde. „Natürlich haben wir darüber gesprochen. Aber die Musik war auch Teil der Verarbeitung. Das hat uns damals krass zusammengeschweißt“, erinnert sich Eisele.

Noch in der alten Besetzung haben Death by Dissonance ihr neues Album aufgenommen. Die einzig verbliebenen Gründungsmitglieder sind zukünftig Jan Stoertzenbach (zweiter v.l.) und Jona Eisele (dritter v.l.). Foto: Steff Tina

Kurz darauf kam Corona. Eine Zeit, die die Existenz vieler Bands beendete – Death by Dissonance überstand sie aber. „Das war schon eine blöde Zeit. Wir haben eigentlich nur darauf gewartet, dass wir wieder loslegen dürfen“, sagt Eisele. Mit Songs schreiben habe man versucht, die Zeit des Wartens zu überbrücken. Und das Warten sollte sich lohnen.

Tour zusammen mit Heaven Shall Burn

Ihre Musik beschreibt Eisele als „Modern Death Metal“ – eine Eigenkreation, denn in die gängigen Genres passe man nirgends so richtig rein. Konkrete Vorbilder gibt es nicht, dafür sind die individuellen Musikgeschmäcker der Bandmitglieder zu unterschiedlich. Einzig auf die Band Heaven Shall Burn aus dem thüringischen Saalfeld können sich alle einigen.

Als Heaven Shall Burn kurz nach Corona Unterstützung für ihre Tour suchte, bewarb sich die Ludwigsburger Formation um Eisele auf gut Glück – und wurde genommen. „Das war krass und sehr aufregend für uns“, sagt Eisele über die Tour-Erfahrung mit den Vorbildern.

Name des neuen Sängers noch nicht bekannt

Am aktuellen Album „Exile Within“ liefen die Arbeiten über Jahre. Und auch da war es alles andere als selbstverständlich, dass sie wirklich noch zu einem produktiven Ende führen sollten. Denn während einer Bandprobe gab der zweite Sänger Maximilian Müller plötzlich bekannt, dass er die Band verlassen möchte. Gitarrist Dean Zundel und Schlagzeuger Johannes Rupp schlossen sich an, sodass die Band plötzlich halbiert war.

„Das war schon ein krasser Moment, in dem wir überlegt haben: Gibt es überhaupt eine Zukunft?“, sagt Eisele. Zu dritt habe man aber beschlossen weiterzumachen. Und inzwischen ist die Band wieder vollzählig: In die Saiten schlägt zukünftig Richard Bartsch, am Schlagzeug sitzt Hendrik Schüler. Der neue zweite Sänger soll bei der Album Release Show am 7. Februar bekanntgegeben werden. Es sei „keine ganz unbekannte Person“ ist das einzige, das sich Eisele entlocken lässt.

Konzeptalbum mit Kapitalismuskritik

Der neue Drummer Hendrik Schüler ist zusätzlich noch Mitglied in der Stuttgarter Band „I Chose Hell“. Als solcher half er bei „Death by Dissonance“ eines Tages aus, die Band kannte er schon aus Ludwigsburger Tagen. „Ich mag ihre Musik. Irgendwie bin ich dann da reingerutscht. Das hat sich gut ergeben“, sagt er. Zukünftig wird er also an zwei Schlagzeugen sitzen.

Am 7. Februar ist nun Release-Party im Jugendzentrum Backnang. „Exile Within“ ist ein Konzeptalbum, in dem die Reise eines Protagonisten beschrieben wird, der versucht, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich im Großstadtleben zurechtzufinden. Es geht um Einsamkeit, um Selbstprofilierung, aber auch um Kapitalismuskritik.

Das Album endet damit, dass der Protagonist sich in Gedanken verliert und schließlich doch noch seine Zufriedenheit findet. Wie genau? Das überlassen Eisele und Co. der Imagination ihrer Zuhörer. „Es geht etwas verloren, dass man in sich selbst hineinhört“, meinte Eisele. Nach all den Schicksalsschlägen scheint seine Band nun jedenfalls selbst eine gewisse Zufriedenheit gefunden zu haben.

Sie haben suizidale Gedanken? Hier wird Ihnen geholfen 

Wenn Sie selbst unter Depressionen leiden oder Suizidgedanken haben, wenden Sie sich bitte sofort an die Telefonseelsorge. Auch wenn eine nahestehende Person betroffen ist, zögern Sie nicht, die Telefonseelsorge zu kontaktieren. Telefonnummer: 0800 1110 111

Hilfe für Betroffene und Angehörige

Es ist wichtig, dass Eltern, Verwandte und Freunde besonders aufmerksam sind, wenn bei Kindern oder Jugendlichen Anzeichen von Depressionen oder Suizidgefahr auftreten. Im Jahr 2023 war Suizid die häufigste Todesursache bei jungen Menschen im Alter von 10 bis 25 Jahren.

Auch hier gibt professionelle Hilfe:

www.deutsche-depressionshilfe.de

Info-Telefon Depression für Betroffene und Angehörige: 0800 33 44 5 33

E-Mail-Beratung für Betroffene und Angehörige: bravetogether@deutsche-depressionshilfe.de

Kinder und Jugendtelefon: 116 111 (Montag bis samstags 14 bis 20 Uhr)

Eine Liste mit Hilfsangeboten findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention: https://www.suizidprophylaxe.de/

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