Neues Angebot in Göppingen Über den Wipfeln braucht es Mut

Die Mitarbeiter in  grünen T-Shirts sind immer dabei und helfen den Kletterern, von Station zu Station zu gelangen. Foto: Michael Steinert
Die Mitarbeiter in grünen T-Shirts sind immer dabei und helfen den Kletterern, von Station zu Station zu gelangen. Foto: Michael Steinert

Das Praxis-Zentrum im Freihof eröffnet den ersten Hochseilgarten im Raum Göppingen – mit einem etwas anderen Konzept als sonst üblich.

Regionales: Karen Schnebeck (ks)
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Göppingen - Katrin Hofmann ist ihrem Ziel wieder ein Stückchen näher: „Ich träume von einem Hof, der Menschen mit egal welchem Förderbedarf hilft und der so viele Angebote für sie hat, wie nur möglich“, sagt die Leiterin des Praxis-Zentrums im Freihof in der Göppinger Pappelallee. In dem Hofgut am Rande der Stadt bieten Therapeuten in Zusammenarbeit mit dem Klinikum Christophsbad unter anderem therapeutisches Reiten und tiergestützte Therapie an. In Zukunft können Patienten und Neugierige noch ein weiteres Angebot nutzen: Am Samstag hat das Praxis-Zentrum im Rahmen eines Tags der offenen Tür den ersten Hochseilgarten in und um Göppingen eröffnet.

Das Interesse der Besucher ist groß

Die beiden Schnupper-Klettergruppen, die den Hochseilgarten offiziell einweihen durften, waren schon lange vor der Veranstaltung ausgebucht – kein Wunder. Das Interesse der Besucher an dem neuen Angebot war groß und die Gruppen sind mit jeweils maximal zehn Teilnehmern klein. „Wir haben ein etwas anderes Konzept als normale Hochseilgärten“, erklärt Hofmann.

Tatsächlich ist der Kletterpfad in den Wipfeln der knorrigen alten Baumriesen hinter dem Gutshof deutlich kleiner, als reguläre Hochseilgärten. Nichtsdestotrotz haben die Kletterer genug zu tun: Nach der Einweisung über den Gebrauch der Sicherheitsgurte geht es über eine Leiter auf den Baum mit der ersten kleinen Plattform. Von dort balancieren die Teilnehmer einer nach dem anderen vorsichtig über eine Latte zu Plattform zwei und dann je nach Können und Mut zum Beispiel über frei hängende und wild schaukelnde Treppenstufen zu weiteren Baumstationen. Zwischen den Bäumen hängen Schlaufen, durch die die Kletterer nach und nach steigen müssen, um zur nächsten Station zu kommen, es gibt Drahtseile über die sie balancieren, Seilzüge mit den sie von einer Station zur nächsten rasen – natürlich stets mit Gurt und zwei Haken an der Sicherheitsleine gesichert, die alle Stationen verbindet.

Der therapeutische Ansatz steht im Vordergrund

„In normalen Hochseilgärten klettern die Besucher einfach los“, sagt Hofmann. „Aber bei uns steht natürlich der therapeutische Aspekt im Vordergrund.“ Tatsächlich biete das Klettern viele Aspekte, die therapeutisch genutzt werden könnten: „Man braucht Mut und Überwindung, um sich in der Höhe von Baum zu Baum zu trauen“, sagt Hofmann. „Wenn man es dann geschafft hat, ist das toll für das Selbstwertgefühl und man ist stolz auf sich. Außerdem spielt beim Klettern auch das Miteinander eine große Rolle. Man muss sich mit anderen absprechen und zusammenarbeiten.“ Der Hochseilgarten eigne sich deshalb unter anderem dazu, Ängste abzubauen, das Selbstbewusstsein zu stärken und soziale Kompetenzen zu fördern.

Die Therapeuten sind stets mit der Gruppe, die gerade klettert, unterwegs. Je nach dem Alter der Kletterer stellen sie ihnen zusätzliche Aufgaben, feuern an oder sprechen Mut zu – was eben gerade gebraucht wird. Im Hochseilgarten wird es in Zukunft Eierlauf in luftiger Höhe geben, um die Koordination von Jugendlichen und Kindern zu schulen, oder Quiz- und Rätselaufgaben während dem Klettern, um Erwachsene noch zusätzlich zu fordern.

„Im Prinzip können von unserem Angebot ganz verschiedene Gruppen profitieren“, sagt Hofmann. Mitarbeiter von Firmen und Vereinsgruppen seien ebenso willkommen wie Schulklassen. Sogar Einzelstunden seien möglich.

Pferde, Ziegen, Esel und das große Gruseln

Freihof
: In dem Praxis-Zentrum arbeiten Physio-, Ergo- und Verhaltenstherapeuten. Sie haben unterschiedlichste Angebote für Patienten, darunter Reittherapie und tiergestützte Therapie.

Kletterspaß:
Das nächste Schnupperklettern gibt es am 21. Juli im Rahmen eines Benefizkonzerts auf dem Gelände. Die Spenden kommen Patienten zugute, die von einer tiergestützten Therapie profitieren, sie aber nicht alleine finanzieren können. Denn die Kassen übernehmen die Kosten häufig nicht komplett. Weitere Veranstaltungen im Hochseilgarten gibt es im Rahmen der Psychomotorikwochen in den Oster-, Pfingst-, Sommer- und Herbstferien, im Oktober gibt es ein Gruselklettern mit Kostümen. Informationen und Anmeldung per Mail pet@pz-goeppingen.de oder telefonisch: 0 71 61/6 01-96 90.




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