Am Montag nimmt eine weitere große Impfambulanz in Stuttgart den Betrieb auf. In der Schleyerhalle sollen bald pro Tag bis zu 2800 Impfungen verabreicht werden. Und sobald der entsprechende Impfstoff vorhanden ist, auch Kinderimpfungen.

Lokales: Mathias Bury (ury)

Stuttgart - Das Impfangebot in der Landeshauptstadt wächst weiter. Am Montag öffnet eine weitere große Impfambulanz in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle. Wenn der Betrieb voll läuft, sollen dort pro Tag insgesamt bis zu 2800 Menschen geimpft werden. Am Montag und am Donnerstag gibt es eine spezielle Impflinie für Senioren. Impfwillige erhalten von Montag bis Sonntag in der Zeit von 8 bis 19 Uhr eine Immunisierung gegen das Coronavirus. Eine Voranmeldung – unter www.impfambulanzen-stuttgart.de – ist notwendig und bereits möglich.

Mehr Moderna als Biontech

Betreiber der Einrichtung ist der Stuttgarter Hausarzt und Pandemie-Beauftragte der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) für Stuttgart, Hans-Jörg Wertenauer. Aktuell biete man „drei Terminarten“ zur Buchung, so Wertenauer. Eine Gruppe sind die Zwölf- bis 30-Jährigen und Schwangere, die den Impfstoff von Biontech erhalten; zur Gruppe zwei gehören alle, die älter als 30 Jahre sind, sie bekommen den Impfstoff von Moderna verabreicht, bei Erst- und Zweitimpfungen die ganze Dosis; Gruppe drei sind Menschen, die eine Booster-Impfung brauche, auch sie erhalten das Produkt von Moderna, bei der Drittimpfung aber nur die halbe Dosis. Sobald der Kinderimpfstoff vorliege, sagt Hans-Jörg Wertenauer, werde man eine vierte Terminart im Buchungssystem freischalten für die Fünf- bis Elfjährigen, die mit dem Kinderimpfstoff ein Drittel der Erwachsenendosis von Biontech erhalten.

180 Beschäftigte im Zweischichtbetrieb

Der Arzt sagte, man habe im ersten Schritt derzeit 24 000 Dosen Moderna und 1000 Dosen Biontech gelagert, weshalb letztere für jüngere Impflinge reserviert seien. Wertenauer betonte, bei Menschen über 30 Jahre seien Biontech und Moderna „völlig gleichwertig Impfstoffe“. Die unterschiedliche Verwendung erklärt der Pandemie-Beauftragte der KV damit, dass der Impfstoff von Moderna bei den unter 30-Jährigen „nur sehr geringfügig mehr Komplikationen“ ergeben habe, weshalb er genauso für diese Gruppe zugelassen sei. Darum sei es auch für die Jüngeren allemal „besser, mit Moderna geimpft als nicht geimpft zu werden“.

In der erste Wochen geht Hans-Jörg Wertenauer davon aus, dass man an den zwölf Impfplätzen in der Schleyerhalle am Tag etwa 1100 Impfungen vornehmen werde. Mit zunehmender Einarbeitung der neuen Teams werde man die Zahl steigern. In der Nebenhalle der Schleyerhalle sind 180 Beschäftigte im Einsatz, davon 80 Ärzte.

Stadt startet weitere Impfambulanzen

Sozialbürgermeisterin Alexandra Sußmann (Grüne) erklärte zum bevorstehenden Impfstart in der Schleyerhalle: „Angesichts stark steigender Inzidenzen und überlasteter Intensivstationen tun wir alles, um die Impfquote in Stuttgart zu erhöhen.“ Sie begrüße deshalb die Ausweitung des Angebots „als wichtigen Zusatz zum Engagement der Hausärztinnen und Hausärzte“.

Die Bürgermeisterin kündigte den Aufbau weiterer Impfambulanzen. So werde am Sonntag eine weitere Impfambulanz in Zuffenhausen eröffnet. Und im Laufe der Woche werde es solche Angebote auch in Stammheim, Ober- und Untertürkheim geben. Sußmann: „Wir sind entschlossen und zuversichtlich, dass wir eine hohe Impfquote erreichen.“

Lesen Sie mehr zum Thema

Stuttgart Hanns-Martin-Schleyer-Halle impfen