Neues aus der Wilhelma Nachwuchs bei den Schabrackentapiren
Am 4. Oktober erblickte das noch namenlose Baby das Licht der Welt. Besucherinnen und Besucher können jedoch erst ab Montag, 7. Oktober, ins Tapirhaus.
Am 4. Oktober erblickte das noch namenlose Baby das Licht der Welt. Besucherinnen und Besucher können jedoch erst ab Montag, 7. Oktober, ins Tapirhaus.
Große Freude in der Wilhelma: Bei den Schabrackentapiren ist am 4. Oktober wieder ein Jungtier zur Welt gekommen. Das Tapirhaus bleibt nach der Geburt deshalb einige Tage geschlossen, damit die frischgebackene Mutter und ihr Kind ihre Bindung in Abgeschiedenheit festigen können.
Erst von diesem Montag, 7. Oktober, an können die Besucherinnen und Besucher des zoologisch-botanischen Gartens beobachten, wie das Muttertier und ihr Neugeborenes, dessen Geschlecht noch unbekannt ist, gemeinsam ihre Innenanlage erkunden. Der erste Ausflug an die frische Luft wird ebenfalls noch etwas warten müssen, bis das Kälbchen vital genug für einen kleinen Spaziergang ist.
Die Eltern des Tapirkalbs, das mit seinem gestreiften Tarnmuster an einen Wildschwein-Frischling erinnert, sind die sechs Jahre alte, aus dem Zoo Edinburgh stammende Maya und der vor acht Jahren in Rotterdam geborene Penang. Vor zwei Jahren hegte das Team der Wilhelma große Hoffnungen, als dort erstmals seit 1979 ein weibliches Tapirkalb geboren wurde. Nach dem anfänglichen Jubel folgte knapp ein Jahr später die Ernüchterung: Das Jungtier namens Mashuri verstarb an einer Lungenentzündung, die sich in Folge einer eitrigen Verletzung am Fuß entwickelt hatte.
Ein herber Rückschlag: Schließlich gilt der Bestand des Schabrackentapirs in seiner südostasiatischen Heimat als gefährdet. Laut Schätzungen der Weltnaturschutzunion IUCN gibt es in Malaysia, Myanmar, Thailand und auf der indonesischen Insel Sumatra nur noch 2500 erwachsene Tiere – Tendenz abnehmend. Die Zerstörung ehemals flächendeckender Waldgebiete in Südostasien hat dazu geführt, dass der Bestand des Schabrackentapirs in viele, oft nicht mehr miteinander verbundene Teilpopulationen zersplittert ist.
Durch illegale Bejagung wurde die Art weiter dezimiert. Und auch die Reservepopulation in menschlicher Obhut ist nicht groß. „Das Ex-Situ Zuchtprogramm des europäischen Zooverbandes EAZA für den Schabrackentapir umfasst lediglich rund 50 Individuen – da zählt jedes einzelne Tier“, sagt Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin, der als Kurator für asiatische Großtiere fungiert und eine besondere Verbindung zu den Schabrackentapiren hat.
Die Wilhelma sei zuversichtlich, dass sich das Neugeborene gut entwickeln werde. „Mit Einsetzen der Geschlechtsreife in zwei bis drei Jahren wird es dann hoffentlich selbst zum Arterhalt beitragen“, so der Wilhelma-Chef.
Die Familie der Tapire existiert bereits seit ungefähr 50 Millionen Jahren auf der Erde. Selbst in Europa kamen Tapire vor, verschwanden dort aber vor rund 2,7 Millionen Jahren aufgrund von Klimaveränderungen. Heute gibt es fünf Arten – vier davon in Südamerika und eine, der Schabrackentapir, in Südostasien.
Benannt ist die Art nach ihrem Fellmuster: Die weiß gefärbte mittlere Körperpartie wirkt, als hätte man dem schwarzen Tier eine weiße „Schabracke“ übergeworfen – ein im Reitsport geläufiger Begriff für eine bestimmte Art von Satteldecke.