Buntwarane sind ursprünglich in lichten Wäldern im Osten Australiens beheimatet. Sie können ein Gewicht von rund 14 Kilogramm und eine Körperlänge von bis zu zwei Metern erreichen. Als sehr gute Kletterer sind Buntwarane in der Lage, sogar in den Bäumen auf die Jagd zu gehen und dort vor allem kleine Beuteltiere und Vögel zu erbeuten.
Bauzeit von zwölf Wochen
Seit Freitag können die Tier jetzt auch in der Wilhelma bewundert werden. Denn nach einer zwölf Wochen langen Bauzeit wurde das neue Großterrarium für die australische Reptilienart eröffnet. Die insgesamt 21 Quadratmeter große Anlage befindet sich im Aquarium/Terrarium schräg gegenüber des Eingangs zur Krokodilhalle.
Namensgebend für den Buntwaran ist seine Färbung mit meist gelblichen Mustern und Querbinden auf der eigentlich dunklen Haut. „Mit den Buntwaranen hat ein unverwechselbares Reptil aus Australien bei uns Einzug gehalten“, freut sich Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin über die Neuzugänge und verweist auf die im vergangenen Jahr eingeweihte Terra Australis. Denn seitdem gehören Koala, Quokka & Co. zu den Publikumslieblingen. „Zur Artenvielfalt des fünften Kontinents gehören natürlich nicht nur die Beuteltiere“, so Kölpin weiter. „Ich freue mich sehr, dass wir nun auch in unserem Aquarium/Terrarium eine weitere Art aus Down Under begrüßen dürfen.“
Konstruktion aus Stahlgewebe
Das neue Großterrarium zeigt eine australische Felslandschaft. Diese wurde mit Hilfe von Kunstfels auf einer Konstruktion aus Stahlgewebe anhand von echten Beispielen aus Australien naturgetreu modelliert. Vollendet wurde das Gesamtbild durch Illusionsmalereien, die der Anlage eine räumliche Tiefe verleihen und den Besucherinnen und Besuchern einen Eindruck vom natürlichen Lebensraum des Buntwarans vermitteln. Sowohl Kunstfels als auch die Malereien wurden von dem aus Berlin stammenden Künstler Uwe Thürnau erstellt, der schon in zahlreichen Zoos und Museen der Natur nachempfundene Kulissen erschaffen hat.
Beim Bau der Anlage wurden unter anderem sechs Paletten Spezialbeton verarbeitet. Die bis zu 250 Kilogramm schweren Glasscheiben mussten mit einem speziellen Hebefahrzeug einzeln in die Konstruktion eingesetzt werden. Die Baukosten betrugen rund 150 000 Euro. Die Hälfte dieser Summe wurde vom Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma finanziert.
Tiere zunächst abgeschirmt
Nach rund zwölf Wochen reiner Bauzeit war das neue Terrarium am 23. August bezugsbereit. Die beiden Warane durften einziehen. Um eine schonende Eingewöhnung zu gewährleisten, war die Anlage allerdings die ersten Wochen durch eine Zwischenwand von den Blicken der Besucherinnen und Besucher abgeschirmt.
Wie alle Reptilien sind Buntwarane wechselwarm und entsprechend wärmeliebend. Für eine wohlige Grundtemperatur von 28 Grad Celcius sorgen Heizflächen, die unterhalb des Terrariums im Untergeschoss des Gebäudes installiert sind. Über einen im Kunstfels integrierten Lüftungskanal kann zusätzlich warme Luft in das Terrarium strömen. Mehrere Strahler gewährleisten, dass den Tieren Wärmespots mit einer Temperatur von 38 Grad Celcius zur Verfügung stehen und sie ausreichend UV-Strahlung erhalten. An diesen Punkten können die Warane oft beim Wärmetanken beobachtet werden.
Schlupfkästen für die beiden Warane
Für ein Bad steht ihnen ein beheiztes Wasserbecken zur Verfügung. Die Tiere können sich jederzeit in so genannte Schlupfkästen zurückziehen. Diese sind so angeordnet, dass die Tierpflegerinnen und Tierpfleger aus den Bereichen hinter den Kulissen einen direkten Blick auf die Reptilien haben. Die durch einen Schieber von der Anlage getrennten Schlupfkisten können mitsamt den Tieren entnommen werden, sodass beispielsweise ein stressarmer Transport im Falle von Untersuchungen in der Krankenstation möglich ist.