Neues Autohaus Opel-Händler wird Porsche-Nachbar

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Auf dem ehemaligen Firmengelände von Parkett Frank soll ein Opel-Autohaus gebaut werden. Die AVAG-Holding hat das Grundstück an der Marconistraße gekauft. Eröffnet werden soll im kommenden Jahr.

Auf dem ehemaligen Firmengelände an der Marconistraße  rücken schon bald die  Abrissbagger an. Foto: Chris Lederer
Auf dem ehemaligen Firmengelände an der Marconistraße rücken schon bald die Abrissbagger an. Foto: Chris Lederer

Zuffenhausen – Die Auskunft erteilt der freundliche Mann am Telefon prompt: „Ja, noch sind wir an der Nordbahnhofstraße, aber wir ziehen nach Zuffenhausen um“, sagt der Mitarbeiter von Opel-Staiger. Möglichst bald wolle man dort sein. „Dort“ ist an der Marconistraße 22 bis 24 – auf dem Gelände von Parkett-Frank. Es grenzt direkt an die Schwieberdinger Straße und ist knapp hundert Meter vom Porsche-Museum entfernt. Der Zuffenhäuser Parketthersteller und -verleger – die Richard Frank GmbH – hatte im März 2014 den Geschäftsbetrieb eingestellt, war in die Insolvenz gegangen und hatte das Firmengelände zum Verkauf angeboten (wir berichteten). Die Unternehmenssprecherin Brigitte Frank bestätigt den Eigentümerwechsel: „Wir haben Ende vergangenen Jahres verkauft.“ An wen verkauft wurde, verrät sie nicht, genauso wie sie sich über weitere Details nicht äußern mag. „Wir haben Stillschweigen vereinbart.“

Abrissgenehmigung ist erteilt

Aus anderen Quellen ist zu erfahren, dass es sich beim Käufer um die Augsburger Automobil-Vertriebs AG (AVAG) handelt. Das Unternehmen hat 2014 die Firma Opel-Staiger gekauft. Der AVAG-Vorstandssprecher Roman Still bestätigt auf Nachfrage der Nord-Rundschau die Pläne in Zuffenhausen: „Wir bauen ein Opel-Autohaus“, sagt Still. Man befinde sich derzeit in der Planungsphase und in Abstimmungen mit der Stadt; insofern könne er nicht über Details sprechen, weil er den Behörden nicht vorgreifen wolle. Die Abrissgenehmigung sei jedoch bereits erteilt. „Im kommenden Jahr wollen wir eröffnen.“ Für den Standort an der Marconi-/Schwieberdinger Straße habe sich die AVAG aus verschiedenen Gründen entschieden: „Die Lage ist sehr gut, es ist eine viel befahrene Straße“, sagt Still. Außerdem sei das Preis-Leistungsverhältnis besser als an der Heilbronner Straße. Die Feuerbacher Automeile sei „Fluch und Segen zugleich“. Zum einen seien viele Autofirmen dort ansässig, zum anderen seien aber die Kosten für Grundstücke sehr hoch. Außerdem decke die Heilbronner Straße nicht ganz Stuttgart ab. Jedenfalls sei Zuffenhausen für die AVAG die bessere Wahl. Dass die umliegenden Opel-Händler in Stammheim und Zuffenhausen davon nicht begeistert seien, kann Still nachvollziehen. Dennoch: Der neue Standort sei ideal. „Wir glauben, dass es für uns die richtige Platzierung ist, um unsere Position in Stuttgart auszubauen.“ Mit dem Automobilhersteller Porsche komme man sich sicher nicht ins Gehege. „Porsche verkauft Oberklasse-Sportwagen, wir sind ein Volumenanbieter.“

Grundstück an der Nordbahnhofstraße verkauft

Dass Opel-Staiger vom Stammsitz an der Nordbahnhofstraße wegzieht, liegt daran, dass das dortige Grundstück ans Siedlungswerk verkauft wurde. Die Städtebaugesellschaft hat geplant, auf dem 20 000 Quadratmeter großen Areal rund 380 Wohnungen zu bauen.

Die AVAG-Holding ist eine der großen deutschen Auto-Handelsgruppen. Sie tätigte nach eigenen Angaben im Wirtschaftsjahr 2013/14 einen Gesamtumsatz von rund 1,37 Milliarden Euro und brachte im vergangenen Geschäftsjahr rund 86 000 Fahrzeuge, davon rund 46 000 Neuwagen und 40 000 Gebrauchtwagen auf Europas Straßen. Das Augsburger Unternehmen ist neben Deutschland auch in Österreich, Kroatien, Polen und Ungarn tätig. Europaweit ist die AVAG-Holding derzeit an 140 Betriebsstätten aktiv und vertreibt insgesamt 15 verschiedene Automarken: Opel, Toyota, Lexus, Ford, Nissan, Honda, Subaru, Suzuki, Kia, Hyundai, Peugeot, Fiat, Alfa Romeo, Citroën und Volvo. An der Marconistraße sollen künftig nur Opel-Fahrzeuge verkauft werden.

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