Neues Becken für Wimsheim Hochwasserschutz kommt voran

Die Regenrückhaltebecken an der Autobahn sind zu klein. Foto: Andreas Gorr
Die Regenrückhaltebecken an der Autobahn sind zu klein. Foto: Andreas Gorr

An der A 8 ist ein drittes Rückhaltebecken geplant. Erweiterung des Lärmschutzwalls in der Kritik.

Wimsheim - Seit drei Jahren laufen bereits die Planungen für den Neubau eines dritten Regenrückhaltebeckens an der Autobahn A 8 oberhalb von Wimsheim. Nun wurde die Gemeinde zu einer Stellungnahme zu dem Vorhaben aufgefordert.

In der Heckengäugemeinde ist man höchst zufrieden damit, dass es nun einen Schritt weiter in Richtung mehr Schutz für den Ort geht. Mit den Arbeiten soll nach Aussage der Behörden wohl noch in diesem Jahr begonnen werden, sagte Bürgermeister Mario Weisbrich bei der ersten Gemeinderatssitzung nach den Sommerferien am Dienstagabend.

Während der starken Regenfälle in den Jahren 2012 und 2013 wurde deutlich, dass die Rückhaltebecken für die Entwässerung der Autobahn 8 nicht mehr ausreichen, um die großen Niederschlagsmengen aufzunehmen.

Rückhaltebecken sind zu klein

Deshalb gaben die Gemeinden Wimsheim, Mönsheim und Wiernsheim gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe eine sogenannte Flussgebietsuntersuchung in Auftrag, mit dem Ziel, eine Hochwasserschutzkonzeption zu erstellen. Dabei wurden auch die Entwässerungseinrichtungen der Autobahn nach deren Ausbau untersucht.

Das Ergebnis war eindeutig: Die beiden vorhandenen Regenrückhaltebecken nördlich der A 8 in Richtung Wimsheim, die rechts und links an der Kreisstraße 4565 in Richtung Tiefenbronn liegen, sind zu klein. Das westliche Becken hat ein Volumen von rund 2 900 Kubikmeter und ist nur auf ein zweijähriges Hochwasser ausgelegt. Das östliche kann rund 4 300 Kubikmeter Wasser aufnehmen und maximal einem zehnjährigen Hochwasser Stand halten, haben die Fachplaner berechnet.

Deswegen soll nun ein drittes Becken gebaut werden – auf der südlichen Seite der Autobahn auf der Gemarkung von Friolzheim. Dieses soll zunächst 2300 Kubikmeter Wasser aufnehmen können. Außerdem sollen die bestehenden Becken mit zweistufigen Drosseleinrichtungen aufgerüstet werden, damit der Abfluss in den Hagenbach besser gesteuert werden kann.

Besonderer Schutz muss berücksichtigt werden

In ihrer Stellungnahme zum wasserrechtlichen Genehmigungsverfahren schlägt die Wimsheimer Verwaltung vor, das geplante Volumen nach Fertigstellung des neuen Beckens zu überprüfen. Bei den geplanten Vorhaben müsse auf jeden Fall der in der Hochwasserschutzkonzeption vorgesehene besondere Schutz für Wimsheim berücksichtigt werden.

Der Bau des neuen Regenrückhaltebeckens wird den Bund rund 780 000 Euro kosten, die Ertüchtigung der beiden vorhandenen Becken weitere 280 000 Euro. Der Bund ist auch Eigentümer des Baugrundstücks. Wimsheim schlägt nun vor, dass dies auch so bleibt, denn aus der Vergangenheit habe man gelernt, dass Erweiterungen nötig werden könnten.

Bedenken hat man im Wimsheimer Rathaus gegen die geplante Erweiterung des Lärmschutzwalls durch die Gemeinde Friolzheim. Denn der könnte die ablaufenden Wassermengen noch vergrößern.

Diese Befürchtung gelte vor allem dann, wenn diese Erweiterung, ebenso wie der bestehende Wall, mit einer Abdichtung gebaut würde und praktisch fast kein Wasser speichern könne.

Der Gemeinderat stimmte den Aussagen der Verwaltung zu. Außerdem beschloss das Gremium, einem besonders von Hochwasser betroffenen Anlieger in der Mönsheimer Straße einen Zuschuss für den Einbau eines wasserdichten Garagentores zu bewilligen. Dies ist bereits das zweite derartige Tor in der Ortsmitte.




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