Stuttgart - Bosch ist seit Wochen im Ausnahmezustand – wie viele andere Unternehmen auch. Wegen der Corona-Krise hatte der weltgrößte Zulieferer zeitweise 100 Werke weltweit geschlossen – das sind immerhin gut ein Drittel aller Fabriken. Und wenn jetzt die ersten Werke wieder hochgefahren werden, steht der Konzern vor den nächsten Herausforderungen. Denn produziert werden kann nur, wenn auch die Lieferkette steht: in normalen Zeiten werden die Bosch-Fabriken mit der unvorstellbaren Zahl von 300 Millionen Teilen täglich beliefert. Nicht nur Corona hält den Konzern in Atem. Hinzu kommen Themen wie Transformation und Konjunkturschwäche. Auch die Handelskriege sind beileibe nicht gelöst.
Bemerkenswert
Deswegen ist es um so bemerkenswerter, dass Bosch an seinen Zielen für mehr Klimaschutz festhält. Konkret heißt dies: bis Ende 2020 sollen alle 400 Standorte des Konzerns klimaneutral agieren. Energieeffizienz und regenerative Energien heißen die Stichworte, um das Ziel zu erreichen. Und der Konzern hat einen großen Teilen des Weges bereits hinter sich. Mehr als zwei Drittel der Standorte seien bereits klimaneutral, sagt Konzernchef Denner. Eigentlich raffiniert: Seine Erfahrungen hat der Technologiekonzern auch gleich in ein Geschäftsmodell umgesetzt: Bosch Climate Solutions heißt die Beratungsgesellschaft, die bereits erste Kunden wie die Technologiekonzerne Freudenberg und Prettl gewinnen konnte. Und damit kann Bosch seine hohen Investitionen wohl schnell wieder reinholen.