Neues Buch Cannstatts Rätseln auf der Spur

Von red 

Warum ein Haus an der König-Karl-Straße zwei Hausnummern trägt, wo sich einst in Bad Cannstatt ein jüdisches Ritualbad befand und viele andere spannende Geschichten sind in einem neuen Buch mit dem Titel „Cannstatter Geheimnisse“ gesammelt, das am Wochenende in den Buchhandel kommt.

Das Buch „Cannstatter Geheimnisse  ist in Kooperation mit Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten entstanden. Foto: Bast
Das Buch „Cannstatter Geheimnisse ist in Kooperation mit Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten entstanden. Foto: Bast

Bad Cannstatt - Cannstatt bedeutet Kinderträume. Mit der Wilhelma und den süßen Verlockungen, die die dort erfundene Schokolade verspricht. Cannstatt bedeutet Fußballerglück. Wer Fußballfan ist, will zunächst einmal ins VfB-Stadion. Cannstatt, das bedeutet flotte Autos mit silbernem Stern, Brunnen, aus denen gesundes Mineralwasser sprudelt, und fröhliche Feste auf dem Wasen.

Aber Cannstatt ist noch viel mehr als das: Der älteste Stadtbezirk Stuttgarts hat viele Geheimnisse. Spannende Geschichten, die sich anhand von heute noch sichtbaren Relikten aus der Vergangenheit erzählen lassen. Die Journalistinnen Eva-Maria Bast und Sibylle Schwenk sind in Zusammenarbeit mit dem Cannstatt-Team von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten auf Spurensuche gegangen, um solche Relikte zu suchen und die spannenden Geschichten zu erkunden, die dahinter stehen.

Cannstatter unterstützen Autorinnen

Dabei wurden sie von geschichtskundigen Cannstattern sehr engagiert unterstützt. In insgesamt 50 Geschichten verraten Eva-Maria Bast und Sibylle Schwenk, warum am Balkon der Stadtkirche eine kleine Rolle befestigt ist, weshalb an einem Gebäude in der König-Karl-Straße zwei Hausnummern hängen, und wo in Cannstatt sich einst eine Mikwe, also ein jüdisches Ritualbad befand. In diesem Buch geht es um ein herrenloses Tor, durch das einst wohl Soldaten schritten, die die Cannstatter in Angst und Schrecken versetzten, um ein Stück Gleis, das aus dem Stadtarchiv ragt und um Buben, die an der Angel schwimmen lernten. Es ist ein Buch für Cannstatter, das Stadtgeschichte auf lockere, leichte Art vermittelt. Aber es ist auch ein Buch für die Bewohner aller anderen Stadtbezirke, da die Cannstatter und die Stuttgarter Geschichte oft eng verknüpft sind. Und natürlich ist es auch ein Werk für Touristen. Solche, die im Mineralwasser baden, ebenso wie solche, die durch die verwinkelten Gassen schlendern.

Geschichten gesucht und gesammelt

Dass die beiden Autorinnen keine Einheimischen sind, sondern vom Bodensee und von der Ostalb kommen, erwies sich dabei als Vorteil: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir in Städten, in denen wir noch nicht jeden Stein kennen, mit einem viel offeneren Blick durch die Straßen gehen und rätselhafte Dinge eher bemerken“, sagt Eva-Maria Bast. „Weil wir uns gemeinsam mit Ortskundigen auf Spurensuche begeben, ergibt sich eine ideale Mischung: Wir haben den frischen Blick und die Einheimischen haben das Expertenwissen. Dadurch, dass so viele Cannstatter zu Wort kommen, ist das Buch sehr authentisch.“ Die beiden Autorinnen sehen auch weniger sich selbst als vielmehr die Cannstatter im Mittelpunkt, die ihr Wissen mit ihnen geteilt haben. „Eigentlich haben wir die Geschichten nur gesucht und gesammelt“, sagt Eva-Maria Bast. „Es ist im Grunde ein Buch von den Cannstattern für die Cannstatter.“

Buchinfos:
Das Buch „Cannstatter Geheimnisse“ hat knapp 200 Seiten, ist durchgehend bebildert und kostet 14,90 Euro. Erhältlich ist das Buch im Buchhandel, telefonisch unter 0 75 51 / 6 33 20 oder über die Homepage der Autorinnen http://www.buero-bast.de/shop (portofreier Versand). ISBN: 978-3-9816796-2-5

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