Neues Café im Westen Bei Tiramistu gibt es nur die eine Süßspeise

Viel zu schade, um nur ein Dessert zu sein: Tiramistu feiert die Tiramisu-Vielfalt. Foto: Björn Springorum

Für viele ist ein Tiramisu die Krönung der Dessertkarte. Wenn das der Stuttgarter Westen auch so sieht, dürfte das Tiramistu schnell zur Top-Adresse werden, denn dort gibt es das Dessert ab sofort in zahlreichen Varianten.

Stuttgart - Wie bei jeder guten Nachspeise ranken sich auch um das Tiramisu zahlreiche Mythen. Es soll im ersten Weltkrieg entstanden sein, wo es als Aufbaunahrung für Soldaten an der Front galt. Daher auch der Name: Ein wenig frei übersetzt bedeutet Tiramisu so viel wie „Ziehe mich hoch“, was sich auf das hohe Energielevel der süßen Speise beziehen soll. Sogar anregende, um nicht zu sagen: aphrodisierende Eigenschaften wurden dem Dessert bereits zugeschrieben. Aber das kann natürlich auch nur ein wenig gewohntes italienisches Melodrama sein.

 

Fest steht: Tiramisu ist beliebt, hierzulande fast so sehr wie in Italien, weil wir hier in Deutschland ja bekanntlich alles lieben, was nur ganz grob in Richtung Italien geht. Siehe Italopop. Dahingehend sind der Neueröffnung Tiramistu direkt an der Haltestelle Schwab-/Bebelstraße gehörige Chancen zuzuschreiben: Der kleine Laden hat sich neben frischem Kaffee aus der Siebträgermaschine und Softdrinks nämlich einzig und allein dem „Coppa Imperiale“ verschrieben, der Krönung jeder italienischen Dessertkarte. Das ist mutig, aber dafür auch mindestens in Stuttgart einzigartig.

„Wie wahrscheinlich jeder, lieben wir Tiramisu“

Die Idee dazu hatten Deniz Haligür, seine Frau Buket und sein Bruder Emrah. Die zwei Brüder betrieben schon zuvor den 24-Stunden-Automatenkiosk an selber Stelle, außerdem führen sie auch den Hookaholic-Kiosk an der Schwabstraße. „Wie wahrscheinlich jeder, lieben wir Tiramisu, aber uns fiel irgendwann auf, dass man das Dessert außerhalb eines Restaurant so gut wie gar nicht bekommt.“ Nicht jeder will aber erst eine Pizza oder Pasta essen, ehe es endlich das Tiramisu gibt, meint Denis. „Und nicht jedes Restaurant sieht es gern, wenn man nur für das Dessert kommt.“

Spekulatius-Tiramisu im Winter

Die Lösung kam rasch: Tiramistu, Stuttgarts erster Shop, der sich auf Tiramisu spezialisiert. Nur eben mit mehr Vielfalt, also quasi mistu. Entsprechend groß ist die Auswahl schon zum Start: Neben der klassischen Variante gibt es Tiramisu mit Pistaziencreme, Kokosnuss oder Haselnuss. Ohne Alkohol sind hier alle Sorten, nur zwei davon enthalten Kaffee. „Die übrigen sind mit Kakao, damit wirklich alle sie genießen können“, so Denis. Für den Winter planen sie Sondersorten wie Spekulatius-Tiramisu, für nächsten Sommer haben sie schon an Sorten wie Erdbeere oder Zitrone herumgetüftelt. „Insgesamt haben wir viele Monate an den Rezepten gefeilt“, erzählt er. Versprochen wird das beste Tiramisu der Stadt, das muss sich natürlich erst noch zeigen. Aber eine erste Kostprobe zeigt: Der Klassiker ist von fluffiger Cremigkeit und leicht herb, die Variante mit Pistazie ebenfalls nicht zu süß und mit tollem Schmelz.

Deniz und seine Frau stellen das Tiramisu in Handarbeit her, sollte mal mehr Bedarf sein, kann die Verwandtschaft einspringen. Er grinst: „Das ist dann wohl der Vorteil bei einem Familienbetrieb.“ Nach der Kühlzeit von 24 Stunden, die ein gutes Tiramisu braucht, kommt es in recycelbare Schälchen, auch das Besteck und die Strohhalme für die Drinks sind nachhaltig. Der Laden ist überwiegend auf Take-Out eingestellt, ein paar Sitzmöglichkeiten für die süße Köstlichkeit gibt es dann aber auch vor Ort.

Nach dem Soft-Opening die ganze Woche steigt am Wochenende die offizielle Eröffnung. Die hätte eigentlich schon letzte Woche sein sollen, aber: „Ich hatte Karten fürs VfB-Champions-League-Spiel in Madrid“, grinst Deniz breit. „Das konnte ich mir nicht entgehen lassen.“ We feel you.

Tiramistu, Bebelstr. 23, Stuttgart-West

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