Neues Einkaufszentrum Vorschusslorbeeren für das Großprojekt Milaneo

Von Hildegund Oßwald 

Neben der Stadtbibliothek entsteht ein neues Einkaufszentrum: das Milaneo. Zur offiziellen Grundsteinlegung gibt es bereits Mieter für zwei Drittel der Handelsflächen.

Das Milaneo wächst bereits aus der Baugrube. Foto: dpa
Das Milaneo wächst bereits aus der Baugrube. Foto: dpa

Stuttgart - Zweieinhalb Jahre vor der geplanten Eröffnung im Frühjahr 2015 gibt es für mehr als die Hälfte der 200 Ladengeschäfte in dem neuen ECE-Einkaufszentrum Milaneo an der Wolfram-/Heilbronner Straße bereits Mietverträge. Damit sind zwei Drittel der 43 000 Qua-dratmeter Einzelhandelsflächen bereits so gut wie vergeben. Diese Zahlen nannte die Hamburger ECE anlässlich der offiziellen Grundsteinlegung am Freitag. Wie viele Stuttgarter Geschäfte unter den Aspiranten sind, wollte die ECE nicht sagen.

Oberbürgermeister Wolfgang Schuster, der das umstrittene Großprojekt stark forciert hat, übernahm es, die anhaltenden Befürchtungen über Handelsüberkapazitäten und erdrückende Konkurrenz für den Innenstadthandel zu zerstreuen. „Man muss das Projekt unter dem Aspekt sehen, dass Stuttgart das Zentrum einer Metropolregion mit 3,5 Millionen Menschen ist“, sagte Schuster. „Da haben wir beim Einkaufen durchaus noch Nachholbedarf“, betonte er im Blick auf die hohe Anziehungskraft, die Stuttgart als kulturelles Zentrum überregional ausübt.

Schuster verteilte auch viele Vorschusslorbeeren für das größte Projekt im Europaviertel. „Das Milaneo wird ein Magnet der erweiterten Innenstadt sein“, sagte er. Das Gemeinschaftsprojekt von ECE, Strabag und Bayerische Hausbau sei das spannendste und attraktivste Projekt nicht nur in Stuttgart, sondern in Deutschland und mit 550 Millionen Euro bundesweit die größte Einzelinvestition. „Das ist Ausdruck großen Vertrauens in die Stadt“, betonte er.

Ein Magnet an der Wolframstraße

Jürgen Büllesbach von der Bayerischen Hausbau, die in dem Gemeinschaftsprojekt den Bau von 417 Mietwohnungen in 17 Einzelhäusern über dem Einkaufszentrum, ein Hotel an der Heilbronner Straße und Büros übernimmt, betonte, das Milaneo setze neue Maßstäbe. „Ein horizontal geschichtetes Quartier, bei dem die Nutzungen übereinanderliegen, ist in dieser Größe in Deutschland einzigartig.“

Entsprechend hoch sind auch die Erwartungen bei der Hamburg Trust, die sich mit rund 78 Prozent an dem Einkaufszen­trum beteiligt und im November einen geschlossenen Immobilienfonds für das ­Milaneo auflegen will. Nach den bisherigen Erfahrungen mit anderen ECE-Projekten in anderen Städten rechnet man mit einem besonders starken Zeichnungsinteresse lokaler und regionaler Kapitalanleger.

Recht zugeknöpft gab sich Gerhard L. Dunstheimer von der ECE bei der Frage nach dem von der Stadt zur Auflage gemachten Mobilitätskonzept und dem Stand der Verhandlungen mit benachbarten Tiefgaragenbetreibern, um den Kunden mehr als die genehmigten 1680 Stellplätze anbieten zu können. „Wir sind auf dem Weg, aber noch nicht am Ziel“, so der Manager. Deutlicher wurde hingegen, dass die ECE beim Thema Ladenöffnungszeiten neue Maßstäbe setzen dürfte. „Wir haben positive Erfahrungen mit Mitternachtsshopping. Da würden wir gerne gemeinsam mit dem lokalen Handel mehr Attraktivität für die Stadt schaffen“, so Dunstheimer.

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