Neues Ensemble an der Uni Hohenheim Jazzklänge sollen Leben retten

An der Uni Hohenheim gibt es ein neues Ensemble: die Big Band. Zum ersten Konzert haben die Musiker gleich Großes vor: Sie spielen mit den Kollegen des professionellen Landespolizeiorchesters für einen guten Zweck, nämlich für die DKMS.

Timo Schempp (hinter der Mauer, ganz links) und Sandra Feifer (vor der Mauer, dritte von rechts) gehören zur neu gegründeten Big Band der Uni Hohenheim. 21 Mitglieder hat das neue Ensemble insgesamt. Foto: z/Dominik Reinelt
Timo Schempp (hinter der Mauer, ganz links) und Sandra Feifer (vor der Mauer, dritte von rechts) gehören zur neu gegründeten Big Band der Uni Hohenheim. 21 Mitglieder hat das neue Ensemble insgesamt. Foto: z/Dominik Reinelt

Plieningen - Bei den Proben fürs Konzert der Concert Band Hohenheim ist die Idee entstanden: nämlich die Gründung einer Big Band, so erinnern sich Timo Schempp und Sandra Feifer. Beide spielen in der Concert Band – Schempp Posaune, Feifer Saxofon – und nun auch im neu gegründeten Ensemble. „Wir sind ins Reden gekommen“, erzählt Schempp, „und haben herumgefragt: Wer hat Lust?“

Anders als beispielsweise die Concert Band oder andere Ensembles der Universität Hohenheim, trifft sich die neue Big Band nicht regelmäßig zum Proben, sondern arbeitet projektbezogen, gerade weil viele Mitglieder sich auch noch in anderen Orchestern engagieren. „Wir brauchten einen Auftritt, damit die Leute mitbekommen, dass es uns gibt“, sagt Timo Schempp. Über Sandra Feifer kam dann die Idee, das Premierenkonzert der Big Band zu einem Benefizkonzert zu machen, zu Gunsten der DKMS (Deutsche Knochenmark-Spenderdatei). Die gemeinnützige Organisation vermittelt Stammzellspender an Blutkrebspatienten.

Die Spende besteht aus einer Blutentnahme

„Jede Unterstützung hilft, und es ist wichtig, darauf aufmerksam zu machen“, sagt Feifer. „Leukämie kann jeden treffen.“ Sie weiß, wovon sie spricht: Ein Bekannter von ihr hatte Leukämie, sie selbst hat sich darum schon vor Jahren als Spenderin registrieren lassen. „Für meinen Bekannten hat es nicht gereicht“, erzählt Sandra Feifer: Ein passender Spender ist damals nicht gefunden worden, Feifers Bekannter ist am Blutkrebs gestorben.

Vor einem Jahr hat sie dann einen Anruf von der DKMS erhalten, dass sie als Stammzellenspenderin in Frage käme: „Ich bin zur Entnahme nach Köln gefahren“, erzählt Feifer und betont: „Viele Leute denken, dass da etwas aus dem Rückenmark entnommen wird.“ Das sei aber nicht korrekt. In eher seltenen Fällen werden die Stammzellen aus dem Beckenknochen entnommen. Bei über 80 Prozent aber – so auch bei Sandra Feifer – reicht eine simple Blutentnahme aus, bei der die Stammzellen herausgefiltert werden. „Es ist ein bisschen wie bei der Dialyse“, erklärt Feifer, „nach der Stammzellentnahme wird das Blut wieder zugeführt“.

Von dem Menschen, für den ihre Spende bestimmt war, weiß sie nur: „Es ist ein neunjähriges Mädchen aus der Türkei.“ In den ersten beiden Jahren nach der Spende gibt es die Möglichkeit zu einem anonymen Kontakt; danach könnte man sich treffen, wenn beide Seiten es wollen. „Daran habe ich Interesse“, sagt Sandra Feifer. „Aber zuerst möchte ich den Zwischenbericht der DKMS abwarten, wie es der Patientin nach der Stammzellspende geht.“

Das Landespolizeiorchester spielt mit der Big Band beim Konzert

Für das Benefizkonzert hat sich die neue Big Band außerdem zusätzlich Unterstützung geholt: Die kommt vom Landespolizeiorchester. „Wir freuen uns, dass die Profis mit uns spielen“, sagt Timo Schempp. Die beiden Orchester gestalten jeweils eine Hälfte des Programms. Die Stücke der 21-köpfigen Big Band stehen auch schon, „Swing und Jazzstandards“, sagt Schempp.

Weitere Unterstützung kommt von Gerlinde Kretschmann, der Frau des Ministerpräsidenten, sowie dem Hohenheimer Rektor Stephan Dabbert: Beide haben die Schirmherrschaft übernommen und werden vor Beginn des Konzerts sprechen. Außerdem hat der Komponist Otto M. Schwarz zugestimmt, dass sein Stück „Absolute Crossover“ umsonst aufgeführt werden darf. Die Orchester werden es zusammen spielen. Von anderen Sponsoren werden die Getränke geliefert, aus der Speisemeisterei Fingerfood für den Abend. Für die Big Band beginnt bald die ernste Probenzeit: „Wir haben gute Musiker“, sagt Timo Schempp, „jetzt müssen wir uns richtig zusammenfinden, damit wir auch ein tolles Konzert abliefern können“.

Das Konzert „Mit Musik Leben retten“ mit der Big Band Hohenheim und dem Landespolizeiorchester Baden-Württemberg beginnt am Samstag, 19. November 2016, um 19.30 Uhr im Euroforum auf dem Campus. Die Tickets kosten 15 Euro, ermäßigt 10 Euro. Die Einnahmen gehen komplett an die DKMS. Ab 1. Oktober kann man Tickets reservieren: unimusik@uni-hohenheim.de oder 459 240 72. Die DKMS hat für das Konzert ein Spendenkonto eingerichtet, die Bankverbindung lautet: IBAN DE59 6407 0085 0179 0005 08, Verwendungszweck: XBV250 Mit Musik Leben retten. Ab 50 Euro wird eine Spendenbescheinigung ausgestellt.

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