Neues Fahrzeug für Ministerpräsident Kretschmann setzt seinen Dienstwagen unter Strom

Von red/dpa/lsw 

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat am Dienstag ein neues Dienstfahrzeug bekommen. Der Grünen-Politiker ist künftig mit einem Stromer unterwegs. Von dem Modell werden nur einige hundert Autos hergestellt.

Kretschmanns neues Auto. Der Ministerpräsident freut sich. Foto: dpa
Kretschmanns neues Auto. Der Ministerpräsident freut sich. Foto: dpa

Stuttgart - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) steigt um. Statt in seiner Limousine wird er künftig mit einem mit Wasserstoff und Strom betankten Stadtgeländewagen mit Elektromotor zu seinen Terminen gefahren. Am Dienstag übergab der künftige Daimler-Chef, Entwicklungsvorstand Ola Källenius, das Auto an den baden-württembergischen Regierungschef.

Daimler hatte den GLC F-Cell in diesem Jahr in einer Kleinserie auf den Markt gebracht. Das Modell wird mit einer Brennstoffzelle betrieben, die Wasserstoff benötigt, außerdem kann es als sogenannter Plug-In-Hybrid per Ladekabel mit Strom aufgetankt werden. Gefertigt werden einer Sprecherin zufolge nur ein paar hundert Autos, die Daimler auch nur zur Miete an seine Kunden weitergibt. Zur Sicherheitsausstattung, über die Kretschmanns eigenes Modell verfügen muss, machten weder Daimler noch das Staatsministerium Angaben.

Keine Premiere im Kabinett

Kretschmann ist nicht der erste im Kabinett, der mit dem Modell fährt. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hat seinen GLC schon vor einer Woche bekommen. Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) wartet indes noch auf seinen rein batterieelektrischen Audi etron, mit dem er einen Diesel ersetzen will. „Wir schauen, dass wir auch unsere Dienstwagenflotte forciert in diese Richtung bringen“, sagte Kretschmann.

Die stellvertretende Geschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe, Barbara Metz, kritisierte dennoch: „Das Fahrzeug ist überdimensioniert.“ Es wäre ein besseres Signal, wenn der Ministerpräsident ein Fahrzeug finde, das eine Nummer kleiner und trotzdem effizient sei. Kretschmann rechtfertigte die Größe damit, dass er in dem Fahrzeug arbeiten müsse. „Ich brauche ein großes geräumiges Auto als Dienstwagen“, sagte er.

Die Umwelthilfe, die vor allem für ihre Fahrverbots-Klagen bekannt ist, untersucht auch regelmäßig die Dienstwagen von Politikern. Im Bundesvergleich lag die Dienstwagenflotte der grün-schwarzen Landesregierung in diesem Jahr beim durchschnittlichen CO2-Ausstoß auf Platz 14. Kretschmanns bisheriger Dienstwagen mit einem Hybridantrieb, der Strom und Benzin tankt, lag im Vergleich mit anderen Regierungschefs auf Platz zehn.