Veganes Fast Food im Milaneo Bei Nic brutzeln Pflanzen-Burger

Restaurantmanager Alexander Rieder mit seinen Mitarbeiterinnen Filiz Demirci (links) und Bouchra Houssam Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Ein Stuttgarter Unternehmen will die Fast-Food-Branche revolutionieren – mit einem rein veganen Angebot. Im Einkaufszentrum Milaneo eröffnete die erste Filiale von Nic. Die Burger kommen dem fleischhaltigen Original ziemlich nahe – in jeder Hinsicht.

Böblingen: Kathrin Haasis (kat)

Die neue Burgerkette Nic befindet sich in der Höhle des Löwen. Im Restaurantbereich des Einkaufszentrums Milaneo können die Gäste zwischen McDonald’s, Ruff’s Burger, Döner Time und anderen Fast- und Billig-Food-Anbietern wählen. Bei allen steht jede Menge Fleisch auf der Speisekarte, während Nic ganz auf tierische Produkte verzichtet. Aus guten Grund, rechnet der Gründer Holger Hutmacher vor: Die Erzeugung von Fleisch, Milch und Co. sei nämlich für den Ausstoß von 26 Prozent der Treibhausgase auf der Welt verantwortlich. „Eine der wirkungsvollsten Waffen gegen die Klimakrise ist deshalb die Reform der Ernährung“, sagt er.

 

Burger essen als gute Tat?

Den Konsum von Burgern als gute Tat zu verkaufen, stößt natürlich etwas auf. Zumal die Speisen ebenso verpackt wie bei der Konkurrenz serviert werden, allerdings plastikfrei. Der Erfolg von Nic wird sowieso über andere Argumente entschieden: „Burger, die wie Burger schmecken“, heißt das Versprechen – und Meaty, Chick oder Oceanic heißen die veganen Pattys mit voller Absicht.

Der elfjährige Sohn hat seinen „Melting Gold“ (5,59 Euro) immerhin bereits zur Hälfte verspeist, bis er feststellt, dass etwas anders ist. Die Frikadelle hat eine krümelig-faserige Konsistenz wie Fleisch, die Würze davon, nur das blutige Element fehlt. Mit Ketchup, Essiggurke und Röstzwiebeln sowie einem weichen, leicht süßlichen Bun bietet er alle Zutaten und Erkennungsmerkmale eines regulären Hamburgers. Der Cheddarersatz weist aber nach dem ersten Heißhunger auf die vegane Version hin, die Melting Gold Sauce wirkt künstlich und nicht käsig.

Wie Hühnchen nur ohne Fleisch

Beim Nic Chick (5,49 Euro) fasziniert wieder die panierte Bulette auf Getreidebasis, die die Farbe und Bissfestigkeit von Hühnerbrust hat. Anders als bei vielen fleischlosen Pattys dominieren nicht ein Gemüse wie Kohlrabi oder Hülsenfrüchte wie Kichererbsen den Geschmack. In der Kombination mit Eisbergsalat, Mayo und saftigem Brötchen überzeugt der Nic Chick ebenfalls. Zumal man sich bei anderen Schnell-Burgern auch wundern kann, was man da eigentlich isst. Die Farmer Dippers sehen gut, weil wie Bratkartoffeln aus, der an Saure Sahne angelehnte Dip liefert säuerliche Frische dazu. Die drei Nuggets (5,79 Euro) aus Spinat und Haferflocken entsprechen wieder dem Klischee vom fleischlosen Ersatzprodukt: Sie schmecken (und kosten) zu weltverbesserisch.

Im hochfrequentierten Food Court vom Milaneo wird schnell klar, dass Kompromisse notwendig sind, um die Ernährungsgewohnheiten der Menschen zu ändern. Zu viel öko kann sich Nic eher nicht leisten. Zu trinken gibt es die Cola-Klassiker, zum Nachtisch dann ein Softeis aus Hafermilch (2,79 Euro). Und das Personal preist begeistert die neue Alternative an und erklärt die Auswahl.

Nic, Mailänder Platz 7, Einkaufszentrum Milaneo. Geöffnet montags bis donnerstags von 10 bis 20 Uhr, freitags von 10 bis 21.30 Uhr und samstags von 9.30 bis 20 Uhr. welovenic.com Bewertung

Küche: 3 Sterne Service: 4 SterneAmbiente: 2 Sterne

***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern

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