Kommandantin in Waiblingen Frau an der Spitze der Feuerwehr

Ann-Sophie Elsenhans mit dem Waiblinger Rathauschef Sebastian Wolf Foto: Stadt Waiblingen

Ann-Sophie Elsenhans ist mit der Feuerwehr groß geworden, ihr Berufsziel war diese zunächst nicht. Nun aber startet sie durch – als Kommandantin der Waiblinger Feuerwehr.

Eine Leben ohne Feuerwehr – das kennt Ann-Sophie Elsenhans nicht: Mein Vater war 25 Jahre lang Abteilungskommandant bei der Freiwilligen Feuerwehr. Und ich kann schon sagen, dass mir die Faszination für dieses nicht ganz gewöhnliche Hobby quasi in die Wiege gelegt wurde“, berichtete die 33-jährige Böblingerin am Mittwochabend im Gemeinderat Waiblingen. Dennoch habe sie nie aktiv darauf hingearbeitet, ihr Hobby zum Beruf zu machen. „Es hat sich vielmehr nach und nach so ergeben und rückwirkend betrachtet sehr gut gefügt“, sagte die frisch gekürte Feuerwehrkommandantin von Waiblingen.

 

Masterthesis über Förderung des Ehrenamts in der Freiwilligen Feuerwehr

Nach ihrem Abitur in Sindelfingen hatte sie berufsbegleitend studiert und im Bereich Wirtschaftsinformatik und Projektmanagement „bei einem schwäbischen Sportwagenhersteller gearbeitet“.

Bereits in ihrer Masterthesis befasste Ann-Sophie Elsenhans sich mit der Frage, wie das Ehrenamt in der Freiwilligen Feuerwehr nachhaltig gefördert werden kann. Ihre These: „Um auf verlässliche und schlagkräftige Einsatzkräfte zurückgreifen zu können, ist es nicht nur wichtig, neue Mitglieder für die Feuerwehr zu gewinnen, sondern auch Strategien zu haben, die bisherigen Einsatzkräfte über Jahre motiviert zu halten.“

Weiche Faktoren wie Kameradschaft, Zusammenhalt und gegenseitiger Respekt seien ihrer Meinung nach die beste Maßnahme zur langfristigen Bindung ehrenamtlicher Einsatzkräfte an die Organisation Feuerwehr. Eine leistungsfähige Feuerwehr bei einer Stadt in der Größe von Waiblingen benötige ihrer Ansicht nach „ein gutes Miteinander von Haupt- und ehrenamtlichen Strukturen“.

Weibliche Kommandanten sind immer noch die Ausnahme

Ihre Grundausbildung für den höheren feuerwehrtechnischen Dienst hat Ann-Sophie Elsenhans bei der Berufsfeuerwehr Stuttgart absolviert. Sie war auch über einen längeren Zeitraum als Gruppen- und Zugführerin bei der Berufsfeuerwehr in Dresden im Einsatz. In ihrer Freizeit ist sie als Führungskraft der Feuerwehr Böblingen aktiv.

Im Berufsleben ist Ann-Sophie Elsenhans derzeit als Teilfachgebietsleiterin im Bereich Einsatzsteuerung und Einsatzvorbereitung im Zentrum Brandschutz der Bundeswehr tätig: „Ich habe jedoch gemerkt, dass das System Bundeswehr unglaublich komplex ist. Die Wege sind oft lang.“ Ihre Bewerbung in Waiblingen als Nachfolgerin von Jochen Wolf begründet sie so: „Ich sehe mich langfristig bei einer kommunalen Feuerwehr, und ich bin sicher, dass ich meine Expertise effektiver als Kommandantin einbringen kann.“ Ann-Sophie Elsenhans gehört als Feuerwehrkommandantin immer noch zu einer Minderheit. Im Landkreis Böblingen, aus dem sie stammt, wurde 2021 mit Astrid Schimmer die erste Kommandantin einer Feuerwehr gewählt. Schimmer ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Ehningen tätig.

Zahlen dazu, wie viele Frauen als Feuerwehrkommandantinnen aktiv sind, hat der Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg keine. Aus der Feuerwehrstatistik des Landes geht lediglich hervor, dass der Frauenanteil in den Feuerwehren steigt. Aktuell liegt er laut dem Verbandsgeschäftsführer Gerd Zimmermann bei mehr als sieben Prozent in den Einsatzabteilungen und bei mehr als 20 Prozent in den Jugendfeuerwehren.

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