Neues im Luftbad Zwischen Ninja-Parkour und Kinderspielplatz

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Auf dem Gelände des Luftbads soll ein Abenteuer-Spielpark entstehen. Vorbild standen Fernsehshows wie „Takeshi’s Castle“, die in den Nullerjahren Kultstatus erlangten – die Verletzungsgefahr soll aber bedeutend niedriger sein.

So stellt sich der Unternehmer Philipp Freudigmann seine Parcours-Stationen etwa vor – der Abgrund soll aber nur aufgemalt sein. Foto: Freudigmann
So stellt sich der Unternehmer Philipp Freudigmann seine Parcours-Stationen etwa vor – der Abgrund soll aber nur aufgemalt sein. Foto: Freudigmann

Degerloch - Noch ist es eine grüne Wiese. Doch wenn es nach dem Luftbadverein auf der Waldau geht, ändert sich das bereits nächstes Jahr. „Mit einer absoluten Neuheit“, wie der Vereinsvorsitzende Jörg Englert sagt. Auf der Fläche zwischen den Gesundheits- und Erholungsanlagen des Luftbads und der dortigen Vereinsgastronomie soll eine Art Abenteuer-Spielpark entstehen, „Adventure-Games-Park“ oder „Mini-Games-Park“ sind aktuelle Arbeitstitel des Projekts.

Denn im Grunde gibt es für das, was der Unternehmer Philipp Freudigmann vorhat, noch keinen Namen. In der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats wurde die Unternehmung vorgestellt – es handelt sich dabei um eine Mischung aus Minigolfbahn, Kinderspielplatz und Ninja-Parkour in bester Tradition von japanischen Fernsehshows wie „Takeshi’s Castle“, das in Deutschland in den Nullerjahren Kultstatus erlangte. „Das habe ich früher total gerne angeguckt“, sagt Freudigmann.

18 Spielstationen wie beim Minigolf

Und der 38-Jährige hat sich seinen Spieltrieb bis heute nicht nehmen lassen. „Ich bin immer wieder mit Freunden rausgegangen und habe eigene Outdoor-Spiele mit Regeln improvisiert“, sagt Freudigmann zur Inspirationsquelle seines Projekts. Dazu sei erwähnt, dass er ein Profi im Slacklining ist – der Trendsportart, bei der ein elastisches Seil in der Regel im Park zwischen zwei Bäume gespannt und auf selbigem herumgeturnt wird.

Doch dieser Trend, so Freudigmann, flacht allmählich ab. Darum will er nach seiner Slackline-Firma jetzt ein neues Unternehmen gründen will – und scheint hier mit dem Luftbadverein einen geeigneten Partner gefunden zu haben.

Dieser kann sich mit dem Konzept, das 18 Spielstationen – wie eben beim Minigolf –, die Geschicklichkeit, Koordination, Konzentration und mehr vereinen, sehr gut anfreunden. Die Besucher sollen für Leistung pro Station dann Punkte einzuheimsen.

Erst auspowern, dann entspannen

Ein Beispiel: Auf einem Pfad aus Holzpflöcken soll die Balance getestet werden. Ziel ist es, möglichst viele Kegel, die parallel dazu aufgebaut sind, umzustoßen – ohne dabei herunterzufallen. „Um Verletzungen zu vermeiden, haben wir darauf geachtet, dass die Fallhöhen an keiner Station höher sind als auf dem Kinderspielplatz“, erklärt Freudigmann.

So weit die Theorie. Damit Freudigmanns Traum von seinem Abenteuer-Spielpark Wirklichkeit werden kann, gilt es, noch einige Hürden zu meistern. Zum Beispiel muss das Baurechtsamt zustimmen. Und das Sportamt, das die Sportflächen auf der Waldau verwaltet, die allesamt der Stadt gehören. Deshalb rechnen die Initiatoren auch nicht mit einem Baubeginn vor 2017. „Unser Ziel ist es, spätestens im Frühjahr 2018 zu eröffnen“, sagt Jörg Englert vom Luftparkverein.

Doch was hat überhaupt ein Verein wie der Luftbadverein, der vor allem Entspannungsflächen und Gesundheitskurse für Senioren anbietet, von einem so neuartigen Projekt? „Wir hoffen, dass es gute Synergieeffekte gibt, auch mit der Vereinsgastronomie“, so Englert weiter, „und wir glauben, es ist eine gute Ergänzung zu unserem jetzigen Angebot“. Nach dem Motto: erst auspowern, dann ausspannen.

Freiluftatelier für Künstler

Doch auch für das gesamte Sport- und Erholungsgebiet auf der Waldau sieht Englert das Vorhaben als Bereicherung an. „Wir haben hier oben etwa 15 Vereine. Und die Hälfte davon sind Fußballvereine. Da kann etwas Abwechslung sicher nicht schaden“, sagt er. Er hofft, dass das auch die zuständigen Behörden so sehen.

Was die Finanzierung angeht, trägt der Verein nur ein kleines Risiko. Der Großteil liegt beim Unternehmer Freudigmann. Dieser setzt dabei vor allem auf seine Kontakte aus der Kreativ- und Künstlerszene. „Ich denke, wir können das mit ganz überschaubarem Budget realisieren“, sagt er. So könne die Fläche während der Bauzeit auch als Freiluftatelier für manche Künstler dienen – die die Gerätschaften dann zum Beispiel mit Elemten aus der Streetart verschönern. „Wenn der Aufwand auf viele Schultern verteilt wird, geht das schon auf“, sagt Freudigmann, „und außerdem habe ich auch Rücklagen. Ich bin immer noch ein sparsamer Schwabe“.

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