Neues Jugendhaus in Stuttgart-Süd Eröffnung ist in den Juli vertagt

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Das neue Jugendhaus Heslach an der Böblinger Straße, das auch die Stadtteilbibliothek beherbergen wird, soll die Gegend rund um den Erwin-Schoettle-Platz mehr beleben. Allerdings dauern die Bauarbeiten etwa drei Monate länger als vorgesehen.

Außen ist der Neubau so gut wie fertig, nur ein paar Gerüste stehen noch zur Böblinger Straße hin. Der Innenausbau fehlt noch. Foto: Kathrin Wesely
Außen ist der Neubau so gut wie fertig, nur ein paar Gerüste stehen noch zur Böblinger Straße hin. Der Innenausbau fehlt noch. Foto: Kathrin Wesely

S-Süd - Überraschend klingt es dieser Tage nicht, wenn vertagt, abgesagt oder geschlossen wird. Aber dass das neue Jugendzentrum mit Stadtteilbibliothek nicht wie geplant Ende April mit schönem Tamtam eröffnet wird, hat nichts mit Corona zu tun. Es könnte allerdings sein, dass die Pandemie dazu führt, dass sich der Eröffnungstermin noch weiter nach hinten verschiebt. Im Augenblick hängt es an eigenen Gewerken, die nicht mehr im Zeitplan sind. Das Gebäude steht, man ist jetzt beim Innenausbau, bei Elektrizität und Fußböden, sagt Sylke Bernet, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Bauträgerin, der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft. „Die Eröffnung wird nun auf den 10. Juli verschoben“, so Bernet. Man gehe zwar davon aus, dass Jugendhaus und Bibliothek ihren Betrieb schon vorher aufnehmen werden, wolle aber beim Eröffnungstermin sicher gehen, dass alles fertig ist. „Es ist ein Programm mit vielen Veranstaltungen geplant.“

Soziales Dreieck am Schoettle-Platz

Die Jugendhaus-Bibliotheks-Kombi ist einzigartig in der Stadt. Sie war einst aus der Platznot geboren, hat sich aber zu einem innovativen Konzept gemausert, dessen Ziel es ist, unterschiedliche Interessensgruppen und Generationen unter einem Dach zu vereinen.

Der Neubau nach den Plänen des Stuttgarter Architekturbüros Eberlegommel steht genau auf dem Fleck, wo zuvor das alte Jugendhaus gestanden hat. „Der neue Baukörper setzt sich als verbindender Solitär in Richtung Hofbräu-Areal und gibt so zum Generationenhaus hin Raum für einen verbindenden Platz“, erläutern die Architekten. Dieser Platz auf der rückwärtigen Gebäudeseite weite sich bis über den Gebrüder-Schmid-Weg und bilde so „eine neue Mitte für das direkte Umfeld aus Generationenhaus, Kindertageseinrichtungen, Jugendhaus und Stadtteilbibliothek“. Im Bezirksbeirat wurde in diesem Zusammenhang bereits von einem „Dreieck“ gesprochen, das das Alte Feuerwehrhaus, aber auch das MüZe mitdenkt. Veranstaltungen sollen miteinander und aufeinander abgestimmt und koordiniert werden.

Der architektonischen soll idealerweise eine konzeptionelle Verschränkung der benachbarten Einrichtungen folgen. Die Hoffnung ist, dass die Gegend um den Schoettle-Platz weiter belebt wird. Rund 1500 Quadratmeter Fläche bietet das neue Gebäude, ein Fünftel gehört zur Bibliothek, der Rest entfällt auf das Jugendhaus und zu einem kleinen Teil auf gemeinschaftlich zu nutzende Räume. Der Clou des Hauses ist die Außenspielfläche im zweiten Stock. Das zweite und dritte Geschoss gehören zum Jugendhaus. Es soll Menschen zwischen zehn und 27 Jahren Angebote zur Freizeitgestaltung, außerschulischen Bildung, Integration und bei Problemen auf dem Weg ins Erwachsenenalter offerieren. Für das Arbeiten in diesem Haus hat der Stadtbezirk klare Grundsätze formuliert: Einsatz für die Interessen von Kindern und Jugendlichen, Selbstbestimmung, Freiwilligkeit und ermöglichen von Partizipation der Besucher und gesellschaftlicher Mitverantwortung. Diese sozialen Erfahrungen sollen helfen, mehr Chancengleichheit zu erreichen.

Weitere Freiraumgestaltung geplant

Ein wichtiger Aspekt der Arbeit im Jugendhaus ist ferner die Schulsozialarbeit mit der Schickhardt-Realschule und dem dortigen Hort. Anlaufpunkt soll das Jugendhauscafé im Erdgeschoss sein, dessen offene Atmosphäre ebenso ungezwungene Begegnungen als auch Treffen mit Freunden ermöglichen soll. Außerdem gibt es einen Saal für Veranstaltungen, der auch an Außenstehende vermietet wird. Die Stadtteilbibliothek im ersten Stock soll wie die übrigen 17 Stadtteilbüchereien auch ein Knotenpunkt sein im sozialen und kulturellen Leben des Stadtteils. Ihre Schwerpunkte liegen auf Information, Schule, Ausbildung, Beruf und Alltagsthemen. Etwa 15 000 Medien stehen hier künftig parat, die Hälfte davon sind für Kinder und Jugendliche bestimmt. Man wird auch Bücher aus anderen Bibliotheken bestellen können, und eine Rückgabe wird rund um die Uhr ermöglicht. Die Büchereimitarbeiter übernehmen zudem die Beratung von Schülern, wenn diese Referate und Prüfungen vorbereiten und Hausarbeiten schreiben müssen.

Der Gebäudeneubau, so hieß es seinerzeit in der Wettbewerbsausschreibung, sei als „erste Umgestaltungsetappe“ zu sehen, der später einmal „eine weitergehende bauliche Freiraumgestaltung im Bereich Gebrüder-Schmid-Weg folgen“ soll.

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