Die Planungen für ein Film- und Medienhaus in Stuttgart kommen in Gang: Im Kulturausschuss haben sich die Firmen vorgestellt, die mögliche Standorte, Konzepte und Strukturen für dieses Haus suchen sollen.

Ein Film- und Medienhaus für Stuttgart? Ob das Projekt bei seiner Fertigstellung so schlicht und funktional benannt sein wird, ist ungewiss. Aber ein lange überfälliger Schritt, damit dieses Projekt überhaupt bis zur Fertigung einer Leuchtschrift kommen kann, wird jetzt getan. Am Dienstag haben sich die Firmen im Kulturausschuss im Rathaus vorgestellt, die auf Anstoß der Initiative Neues Kommunales Kino mögliche Standorte, Konzepte und Strukturen für dieses Haus suchen sollen.

 

Die Gewinner einer Ausschreibung sind das Stadtplanungsbüro Pesch Partner, das schon Stuttgarts Stadterneuerung begleitet hat; das Architekturbüro Haas Cook Zemmrich, das aus Filmfans besteht und nicht zufällig in den früheren Räumen der Stuttgarter Videothek Filmgalerie 451 residiert; und die Medienberatungsgesellschaft RMC, die bundesweit Kinos betreut und die betriebswirtschaftlichen Bedürfnisse des Film- und Medienhauses ausloten soll.

Der Hinweis des Kulturmanagers und Jazzmusikers Mini Schulz, der als sachkundiger Bürger im Ausschuss sitzt, solch ein Haus dürfe „kein Museum werden“, man müsse daher frühzeitig die Interessen junger Nutzer abfragen, warf niemanden aus dem Sattel. Vom Haus des Dokumentarfilms über die Volkshochschule bis hin zur Merz-Akademie sind sich alle 23 Mitglieder der Initiative Neues Kommunales Kino einig, dass ein multimediales, zukunftsoffenes, interaktives Medienhaus entstehen soll, in dem Videokultur, Games und die sozialen Medien eine so wichtige Rolle spielen wie der klassische Film. „Wir setzen auf die gegenseitige Befruchtung all dieser Bereiche“, sagt der Initiativ-Sprecher Markus Merz, „und auf die Vernetzung mit allem, was schon vorhanden ist.“

Zunächst wird die Planungsgruppe nun Standortvorschläge sammeln, „egal, ob bebaut oder unbebaut“, wie Martin Haas von Haas Cook Zemmrich erklärt. Dann wird überprüft, welche Funktionen jedes Haus selbst erbringen müsste und welche in der Umgebung schon vorhanden sind, etwa Gastronomie. Parallel wird ein Konzept für die Hausstruktur entwickelt. Am 21. Januar 2016 will man den Gemeinderäten dann eine Auswahl besonders tauglicher Standorte präsentieren. „Jeder“, so Haas, „hat ein Bauchgefühl, wo so ein Ort sein könnte. Aber ein Bauchgefühl allein reicht nicht.“