Gewa-Tower in Fellbach Promi-Investor plant mit Mietwohnungen

Atemberaubender Blick vom  zugigen 32. Stockwerk des Gewa-Towers. Foto: Patricia Sigerist
Atemberaubender Blick vom zugigen 32. Stockwerk des Gewa-Towers. Foto: Patricia Sigerist

Christoph Gröners CG Gruppe AG aus Berlin verhandelt um den Kauf des im Bau gestoppten Gewa-Towers in Fellbach. Von Luxus-Eigentrumswohnungen ist nun keine Rede mehr.

Fellbach: Hans-Dieter Wolz (wz)
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Fellbach - Vor kurzem diskutierte er noch bei „Maischberger“ im „Ersten“ über Mieten und Wohnungsbau sowie die Rolle der Politik in Zeiten der Wohnungsnot. Derzeit zeigt der Bauunternehmer Christoph Gröner mit seiner CG Gruppe in Fellbach, dass er selbst für einen bereits im Rohbauzustand vorläufig gescheiterten Gewa-Tower, ein Wohnhochhaus mit 34 Stockwerken, ein Konzept entwickeln kann. Christoph Gröners Firma ist der bisher ungenannte Investor, der derzeit mit dem Insolvenzverwalter Ilkin Bananyarli verhandelt. Ihr Konzept geht viel weiter, als den Tower nach den alten Gewa-Plänen einfach fertig zu bauen.

Viel ist noch nicht bekannt geworden, aber in Umrissen zeichnen sich weitreichende Veränderungen ab, wenn die Übernahme der Baustelle aus der Insolvenz klappt. Statt vom Verkauf von Eigentumswohnungen ist derzeit die Rede von Mietwohnungsbau. Die Zahl der Wohnungen auf dem Areal soll noch stark erhöht werden. Die Stuttgarter Niederlassung spricht auf Anfrage unserer Zeitung von einem „marktfähigen und tragfähigen Konzept“, aber ohne Details nennen zu wollen.

Immobilienentwickler mit großem Namen in der Branche

Die CG Gruppe hat einen ganz großen Namen in der Branche der Immobilienentwickler, sie ist erfahren gerade auch mit Hochhauswohnungen. Derzeit ist sie dabei, den Steglitzer Kreisel in Berlin, ein 120 Meter hohes Bürohochhaus aus den siebziger Jahren, zum Wohnhochhaus umzubauen. 300 Eigentumswohnungen sollen dort für 190 Millionen Euro entstehen.

Zurück nach Fellbach: Um die Risiken der Vermarktung der durchweg noch unverkauften 22 Luxus-Eigentumswohnungen in den oberen Geschossen des Gewa-Towers zu vermeiden, haben die bundesweit tätigen Immobilienentwickler offenbar die Absicht, sie wie alle Apartments im Turm zu Mietwohnungen umzuwandeln. Damit stellt sich der nach Ansicht von Fachleuten für Luxus-Immobilien ungeeignete Bauplatz nicht mehr als so relevant dar. Schon der Entwickler des alten Tower-Konzepts in Fellbach, der Investor Michael Warbanoff, hatte ursprünglich den Bau von Mietwohnungen favorisiert. Erst als er in der Zeit der Finanzkrise keine Bank fand, die ihm den Bau finanzierte, gründete er die jetzt insolvente Gewa 5 to 1 GmbH und CO. KG als Finanzierungsgesellschaft und platzierte im Jahr 2014 eine Mittelstandsanleihe mit einem jährlichen Zinssatz von 6,5 Prozent. Die Anleger haben bisher kein Geld wieder gesehen.

Investor will den Tower ganz erwerben, auch die bisher verkauften Wohnungen

Der neue Investor hat allen 44 bisherigen Wohnungskäufern angeboten, ihre bisher erst im Rohbau fertige Wohnung in diesem Zustand abzukaufen. Er nimmt sie zum Preis, den die Wohnungseigentümer auch bezahlt haben und bietet noch fünf Prozent obendrauf. Bisher sind die Verkäufe noch nicht vollständig über die Bühne gegangen. „In diesem Moment muss ich das verneinen“, heißt es in der Niederlassung. Es seien dafür noch nicht alle Voraussetzungen erfüllt.

Offenbar soll das Hotel aufgestockt werden

Gleichzeitig feilt die Stadtverwaltung Fellbach an einer neuen Stellplatzsatzung für das Tower-Gelände, die in der nächsten Sitzung des Gemeinderats am 25. September beschlossen werden soll. Wie zu hören ist, richtet sich die Stadt damit darauf ein, dass der Investor wesentlich mehr Wohnungen schaffen will, als bisher geplant. Die Rede ist bisher davon, dass die Zahl von bisher insgesamt 66 Apartments mindestens verdoppelt werden soll. Wie der Investor dazu umbauen will, ist noch nicht bekannt. Offenbar soll aber das Hotelgebäude am Fuß des Turms aufgestockt werden. Der gültige Bebauungsplan lässt das zu.

Bestätigt werden alle Spekulationen nicht: „Wir haben eine Verschwiegenheitspflicht vereinbart. Alle Beteiligten sind daran interessiert, das Resultat nicht zu verkünden, bevor es 100-prozentig ist“, heißt es in der Firma.




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