Neues Label aus Ludwigsburg Juronoid: Mode von Teenagern für Teenager

Von Sandra Dambacher-Schopf 

Mit ihren Sprüchen auf Shirts wollen zwei junge Ludwigsburger Jungs Gleichaltrige erreichen. Auf dem Social Media Portal Instagram haben die beiden bereits eine große Fangemeinde.

Julian (links) und Robin Gössele machen Mode aus dem Jugendzimmer. Foto: privat 9 Bilder
Julian (links) und Robin Gössele machen Mode aus dem Jugendzimmer. Foto: privat

Ludwigsburg - Out of the Shadow“ heißt ihre erste Botschaft auf Shirts. Zu Deutsch: Raus aus dem Schatten. Die Ludwigsburger Brüder Julian und Robin Gössele haben daraus eine kleine Kollektion für ihre Marke Juronoid entwickelt. Das Motiv zeigt ein Mädchen mit einer Träne auf der Wange, das eine Maske mit lachendem Gesicht abzieht. „Unsere Realität findet stark in sozialen Medien statt, dort zeigt sich jeder von seiner besten Seite“, sagt Julian Gössele. Mit dem Motiv wollen der 18-Jährige und sein 16-jähriger Bruder Jugendliche ansprechen und sie damit auffordern, ihr wahres Ich zu zeigen – auch online.

Das Gespür für Botschaften, die Gleichaltrige berühren, entdeckt

Im Netz hat die Vorgeschichte zur eigenen Modemarke der Jungs begonnen. Auf dem Social-Media-Portal Instagram haben sie sich in Shirts mit Sprüchen, die sie gut fanden, gepostet. Schnell hatten sie mehrere Tausend Nutzer, die ihnen folgten. Bald klopften Modefirmen mit bedruckten Textilien an ihre Tür. So bemerkten die beiden, dass sie ein besonderes Gespür dafür haben, welche Botschaften bei ihren Altersgenossen gut ankommen. „Wir entwickelten schließlich unser erstes Motiv“, erzählt Julian Gössele. Die Inspiration dazu kam vor allem aus Rapsongs. In ihrem Markennamen „Juronoid“ haben die Brüder die Paranoia ihrer Generation verarbeitet, die im Wohlstand aufwachse und trotzdem Angst vor der Zukunft habe. Die Abkürzung „Juro“ stammt aus den ersten beiden Buchstaben ihrer Vornamen.

Die Shirts werden in Markgröningen bedruckt

Die cleveren Jungs wussten aber, dass sie ohne professionelle Unterstützung nicht weit kommen würden, und nutzten ihr Händchen für das Netzwerken: Über Instagram hatte sich Robin Gössele mit einem Teenager-Model angefreundet, das später das Gesicht für das erste Shooting wurde. Dessen Mutter ist Designerin bei einer Auto-Edelmarke. Sie gibt nun den Entwürfen der Jungs den professionellen Schliff. Ihren größten Unterstützer fanden die beiden aber in ihrer eigenen Familie – in ihrem Vater, der früher selbst eine Boutique hatte. Er brachte sie darauf, die Shirts und Pullis in Markgröningen bei der Firma W-Tex produzieren zu lassen. „Wir wollten etwas mit Qualität und keinen billigen Mist machen“, sagt Robin Gössele. Inzwischen haben die Jungs rund 50 Teile über ihren Onlineshop www.juronoid.com verkauft.

„Das Wichtige im Leben ist nicht, reich zu werden.“

Ein Regal im Dachstuhl, auf dem bisher ihr altes Spielzeug aufbewahrt wurde, ist jetzt ihr Lager geworden. Mehr Platz musste her, denn die zweite kleine Kollektion ist nun angelaufen. Die Shirts tragen dabei den Text: „Never forget who you were“ – „Vergiss nie, wer du warst“. Das Motiv dazu: Ein Kind, das sein gestresstes, erwachsenes Ich mit Krawatte im Spiegel anschaut. „Das Wichtige im Leben ist nicht, reich zu werden, sondern Familie und menschlich zu bleiben“, sagt Julian Gössele. Mit ihrer Marke gehen sie es deshalb gelassen an. Der 16-Jährigen macht bald Abi, sein Bruder will BWL studieren. „Juronoid ist für uns ein Hobby, wir freuen uns, wenn einmal mehr daraus wird“, sagt Robin Gössele.




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