Neues Repair-Café im Landkreis Neue Initiative gegen die Wegwerfgesellschaft in Holzgerlingen

Joachim Stöhrer repariert ehrenamtlich für das Holzgerlinger Repair-Café . Foto: Käthe Ruess

Am Samstagvormittag öffnete das Holzgerlinger Repair Café erstmals seine Türen: Das neue Angebot wurde sofort gut angenommen.

Verlängerungskabel, Lockenstab, Glätteisen, Stehlampe, Mini-Kühlschrank, Radio oder ein Rollkoffer – viele unterschiedliche defekte Geräte haben die Holzgerlinger zur Premiere des Repair-Cafés mitgebracht. Die neue Einrichtung im Schülercafé des Schönbuchgymnasiums hatte am Samstag erstmals seine Türen geöffnet.

 

„Wir haben schon 14 Gäste – und das nach nicht einmal einer Stunde“, sagt Harald Mattes und freut sich über die positive Resonanz, auf die das neue Angebot gleich zum Auftakt stößt. Neben Mattes gehören Ideengeber Heinz Renz, Antonietta Scarano, Bernd Wanner und Peter Hartkopf zum Organisationsteam des Repair-Cafés.

Viele ehrenamtliche Helfer

Hervorgegangen ist die Einrichtung aus der überparteilichen Mehrwert-ohne-Plastik-Initiative, die in Holzgerlingen aktiv ist. Ein dreiviertel Jahr haben sich die Macher intensiv ins Zeug gelegt, um die Modalitäten zu klären. Dazu gehört auch der in Repair Cafés übliche Laufzettel, auf dem die Eckdaten des mitgebrachten Gerätes samt Defektbeschreibung sowie der Status nach der Reparatur dokumentiert werden. Die Suche nach reparaturbegeisterten Ehrenamtlern nahm ebenso Zeit in Anspruch, war aber erfolgreich: Die Initiatoren können bereits zum Start aus einem Pool von mehr als 30 Reparateuren und etlichen Helfern schöpfen. Personen mit Fachwissen im Bereich Elektrotechnik und Elektrik gehören ebenso dazu wie Leute, die Expertise für Holzarbeiten, Mechanik oder Textilien haben.

„Wir wollen mit dem Repair-Café einer verbreiteten Wegwerfmentalität entgegentreten“, beschreibt Heinz Renz bei der Eröffnung die Intension. Dabei gehe es den Machern und reparaturbegeisterten Laien darum, Wissen zu verbreiten, wie Dinge repariert werden können, betont Harald Mattes: „Eigentlich sind wir dafür da, den Leuten zu zeigen, wie es geht.“ Der Gedanke, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, steht also ganz oben – deshalb liefern die Gäste im Repair-Café ihre Geräte nicht einfach ab, sondern unterstützen bei der Reparatur im Rahmen ihrer Möglichkeiten – oder lernen etwas dazu, etwa im Bereich der Kleiderreparatur. Denn auch dafür bietet das Ehrenamtsteam Hilfestellung mit Know-how und der technischen Ausstattung mit einer Nähmaschine an. Die Bezahlung erfolgt auf Spendenbasis.

Einmal im Monat geöffnet

Nicht nur die Gäste, die bei Kaffee, Tee, Brezeln und Hefezopf auf einen freien Platz bei einem der Reparatur-Teams warten, zeigen sich begeistert von diesem Angebot, sondern auch Holzgerlingens Bürgermeister Ioannis Delakos, der darin ein weiteres „starkes Zeichen für Nachhaltigkeit“ sieht, von denen es in Holzgerlingen – unter anderem mit dem vor einigen Jahren eröffneten Verschenk-Häusle – bereits einige gibt. Dass mit dem Repair-Café gleichzeitig ein weiterer Ort der Begegnung und des Austauschs entstanden ist, um die Gemeinschaft zu stärken, ist für ihn ein ebenso wichtiger Aspekt.

Das Holzgerlinger Repair-Café soll regelmäßig einmal im Monat öffnen. Der nächste Termin – dann im Jugend- und Kulturzentrum W3 am Schönbuchgymnasium – findet am 18. Oktober von 10 bis 13 Uhr statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bereits an diesem Dienstag, 23. September, hat das Repair-Café in Gärtringen im Jugendraum der Peter-Rosegger-Schule, Schönbuchstraße 16, von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Auch hier braucht es keine Anmeldung.

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