Milad Habibian und Dorsa Mihankhah sind die neuen Betreiber des Restaurants im Asemwald. Foto: Caroline Holowiecki
Das frühere „Bella Vista“ wird zu „Milady’s“: Nach Monaten des Leerstands hat im Asemwald das Sky-Restaurant wiedereröffnet. Der Blick ist fast so toll wie vom Fernsehturm.
Caroline Holowiecki
27.11.2023 - 10:58 Uhr
Diesen Moment gönnt sich Milad Habibian. Mit einer Tasse Kaffee in der Hand setzt er sich ans Fenster und lässt einfach nur den Blick schweifen. Vor mehreren Tagen bereits hat der 31-Jährige sein Sky-Restaurant Milady’s im Asemwald eröffnet, aber noch immer hat er sich nicht sattgesehen. Am Taubenschwarm, der immer und immer wieder ums Haus schwirrt, am Falken, der hier regelmäßig in der Luft steht, an den Lichtern der Flugzeuge im Landeanflug auf den Airport und an den Fahrzeugen, die als nicht enden wollender Bandwurm über die Autobahn ziehen. „Jeden Tag, wenn ich nach oben reise, nehme ich mir fünf Minuten, um zu gucken“, sagt er.
In der Tat, die Aussicht aus dem 20. Stock der Wohnstadt ist spektakulär, selbst an trüben Tagen. Der Blick reicht über die komplette Filderebene bis zur Schwäbischen Alb. Nach Monaten des Leerstands hat Milad Habibian das ehemalige Bella Vista übernommen und etwas Neues draus gemacht. Das Milady’s betreibt er mit seiner Lebensgefährtin Dorsa Mihankhah (33). Beide stammen ursprünglich aus dem Iran. Sie lebt seit ihrer Kindheit in Deutschland, er seit rund zehn Jahren. „Sie war meine Deutschlehrerin“, sagt Milad Habibian lächelnd. Die Rollen im Lokal sind aufgeteilt. Sie kümmert sich ums Management, er ist als Allrounder für den Service und auch die Küche zuständig. Milad Habibian bringt mehrere Jahre Erfahrung in der Gastronomie mit, wie er betont, das Restaurant knapp unter den Wolken ist jedoch sein erstes eigenes.
Im Milady’s ist alles noch ganz frisch. Die Blumensträuße, die Gäste zur Eröffnung überreicht haben, stehen noch auf der Theke. An den ersten beiden Betriebstagen sei jeder einzelne Tisch ausgebucht gewesen. Anstrengend sei das gewesen, aber schön anstrengend. „Das ist auch emotional ganz viel gewesen“, sagt Dorsa Mihankhah. Die Begrüßung ist nicht von ungefähr besonders herzlich ausgefallen. Viele Nachbarn sind gekommen. Das Paar lebt seit 2019 selbst im Asemwald. „Ich liebe Hochhäuser“, sagt Dorsa Mihankhah, und hier sei es so ruhig und so sauber. „Die Nachbarschaft ist phänomenal“, sagt sie. Selbst im Asemwald zu wohnen, das empfinden die Gastwirte als Vorteil, „weil wir die Hauptzielgruppe kennen“, sagt Dorsa Mihankhah. So sei man etwa bei der Speisenauswahl auf die Wünsche des Publikums eingegangen. Neben Pizza und Pasta gibt es auch Schwäbisches und Grillgerichte. Persische Kreationen will das Duo ebenfalls immer wieder anbieten, als Event oder im Rahmen des Mittagstischs.
Milad Habibian und Dorsa Mihankhah haben viel vor. Jetzt im Advent werden an den Sonntagabenden die Stuttgarter Saloniker spielen, kündigen sie an. Zu orientalischer Musik werde man auch persische Spezialitäten servieren. Besonders freut sich Dorsa Mihankhah zudem auf Silvester. „Da muss es krachen“, sagt sie. Ab dem kommenden Jahr will das Milady’s auch Catering und Lieferungen anbieten.
Sky-Restaurant Asemwald. Foto: MILADY’S/Sky
Nun geht es zunächst aber darum, die neue Einrichtung zu komplettieren. Das große Aquarium an der Wand ist noch nicht fertig, auch die iranischen Wandteppiche sind bislang nicht geliefert worden. „Seit September arbeiten wir hier, wir haben alles selbst gemacht. Bis auf den Boden“, sagt Milad Habibian. Das Interieur ist schlicht gehalten. Dunkle Möbel, einige Goldelemente auf den Tischen und an den Wänden. Das war’s. Der eigentliche Schmuck ist vor den Fenstern. Dorsa Mihankhah blickt hinaus. „Wir wollen die Sicht nicht übertrumpfen.“