Neues Restaurant im Kreis Esslingen Die Alte Vogtei in Köngen bietet moderne Küche im Fachwerkhaus

Betreiber und Koch Marcel Hoffmann auf der Terrasse der Alten Vogtei in Köngen. Foto: /Ines Rudel

Nach Stationen in renommierten Restaurants im In- und Ausland hat sich der Koch Marcel Hoffmann in Köngen selbstständig gemacht. In der Alten Vogtei bietet der 29-Jährige ambitionierte Küche mit Aromenfülle – und lockt zu weiteren Besuchen.

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Die Alte Vogtei in Köngen blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Nicht nur, weil sie mehr als 550 Jahre auf dem Buckel hat. Auch in jüngerer Zeit blieb es wechselvoll: Mal war hier eine Weinstube, mal ein gut-bürgerliches Lokal, zwischendurch gar Sterneküche beherbergt. Seit März füllt Marcel Hoffmann das alte Gemäuer mit Leben. Nach Stationen in hochkarätigen Restaurants im In- und Ausland, etwa in Stuttgart in der Zirbelstube und im Top-Air, hat sich der 29-Jährige nun selbstständig gemacht: „Als ich das Haus zum ersten Mal betreten habe, wusste ich: Das ist es!“

 

Auf der lauschigen Terrasse lässt sich’s aushalten

Den Gästen bietet sich innen urgemütliche Fachwerkatmosphäre samt Kachelofen und draußen eine lauschige Terrasse, auf der es sich selbst bei über 30 Grad prima aushalten lässt. Auf der Karte stehen zwei Menüs mit wahlweise drei oder vier Gängen (53 bis 87 Euro). Die Gerichte gibt es auch à la carte, ergänzt um einen Zwiebelrostbraten (32 Euro), der in Schwaben nicht fehlen darf. Bei den Weinen setzt Hoffmann auf deutsche Winzer, aus der Region vertreten sind Schnaitmann und Schmalzried.

Den Auftakt macht der erfrischende Haus-Aperitif „Vogtei 1458“ mit Gin, Sekt und Blutorangensaft (9 Euro). Als Gruß aus der Küche gibt es Blumenkohlmousse, serviert in einem auf Stroh thronenden Porzellanei. Fulminant geht’s weiter: Das Vogt-Ei (14 Euro) kommt in einem Nest aus Engelshaar auf die mit Blumen aus dem Bauerngarten dekorierten Holztische. Unter den hauchfeinen Nudeln verstecken sich Spinat, Buchenpilze und in der Spezialversion (24 Euro) samtiges Ochsenbacken-Ragout. Darüber ist großzügig Sommertrüffel gehobelt. Ein Fest für Augen und Gaumen! Auch die Körschtalforelle mit Garnelen, Kumquat und Fenchel (18 Euro) sowie die Rote Bete mit Johannisbeere und geräuchertem Ziegenkäse (14 Euro) bieten Aromenfülle – süß, sauer, erdig, frisch.

Puristischer wird’s bei den Hauptgängen. Der Kabeljau harmoniert mit dem Cassoulet (29 Euro). Dem Huhn mit Blutwurst und Blumenkohl (28 Euro) fehlt es hingegen an Raffinesse. „Hier können wir noch einen Gang hochschalten“, gibt sich Hoffmann selbstkritisch. Dass beim Zwiebelrostbraten, leider durchgebraten, die zu den handgeschabten, aber recht nackigen Spätzle nachbestellte Soße mit stolzen 4,50 Euro berechnet wird, irritiert. Zum Abschluss überzeugt jedoch das Dessert: Geflämmte Vanillecreme mit Erdbeervariationen (12 Euro) – ein süßer Traum.

Trotz kleiner Schönheitsfehler: Hoffmann verbindet auf hohem Niveau Regionales mit Weltoffenheit und Traditionelles mit modernen Akzenten. Die Preise sind gehoben, für die gebotene Qualität aber gerechtfertigt und fair. Am Ausgang fordert eine Tafel zur baldigen Wiederkehr auf. Dem kommen wohl alle Gäste gern nach.

Alte Vogtei, Oberdorfstraße 15, Köngen, Telefon 0 70 24 / 5 02 74 74. Geöffnet: Mittwoch bis Samstag von 18 bis 23 Uhr. Sonntags von 13 bis 18 Uhr. www.vogtei-koengen.de

Infos Nicht barrierefrei, zwei schöne Terrassen (eine größere, eine kleinere), einige wenige Parkplätze, aber entlang der Straße gibt es weitere Möglichkeiten.

Bewertung

Essen: 4 Sterne

Service: 4 Sterne

Atmosphäre: 5 Sterne

Legende: ***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern

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