Das Vereinsheim des SV Fellbach hat eine Runderneuerung erhalten. Und einen neuen Wirt: Dem gelingt der Spagat zwischen zwischen typischen Sportlergerichten und netten Besonderheiten.
Michael Weier
01.02.2026 - 08:00 Uhr
Es liegt im Wesen eines Sportlerheims, dass dort für gewöhnlich Sportler nach vollbrachter Übungseinheiten ein gepflegtes Kaltgetränk nehmen – und zudem ihren Hunger stillen. Da diese Sportler oft jüngeren Baujahres sind, verlangt dies vom Wirt zweierlei: Er muss ordentliche Portionen auf den Tisch bringen und günstig sein. Wenn der Wirt etwas Besonderes bieten will, dann ist ein gewaltiger Spagat gefragt. Genau diese Übung meistert Mate Pavlovic im Vereinsheim des SV Fellbach ganz gut.
Der Gastronom hat im vergangenen Frühjahr einen kompletten Neustart hingelegt, dafür steht auch der neue Name Zoey. Der Verein ließ das Parkrestaurant für 1,5 Millionen Euro sanieren, natürlich gab es dabei Verzögerungen. Das Lokal mit dem architektonischen Charme der 1970er Jahre liegt nicht nur wunderbar in unmittelbarer Nähe zum Spaßbad F 3, es gehört zur Stadt. Der Umbau ist definitiv gelungen, im Sommer bietet das Zoey mit der Terrasse und dem zum Park hin geöffneten Saal ganz neue Ein- und Ausblicke. Innen wurde mit Steinen und Holz gearbeitet, Eleganz und Gemütlichkeit geben sich kumpelhaft die Hand.
Im neuen Zoey geben sich Eleganz und Gemütlichkeit kumpelhaft die Hand. Foto: Eva Schäfer
Kulinarisch hat Mate Pavlovic die Anforderungen pragmatisch angegangen. Es gibt Pizza (11,50 bis 16 Euro) und Burger (14,90 Euro), diesen allerdings mit Dry aged Beef vom deutschen Rind. Das ist schon ein Vorgriff auf die Hauptspeisen, das Fleisch ist tatsächlich sehr gut, die Pommes dazu auch, das Brötchen (zu trocken und fest) und die Soße (nicht mein Geschmack) wären aber ausbaufähig. Doch nun erst die Vorspeisen: Der Feta im Blätterteig (12,90 Euro) ist perfekt gewürzt, ein absolutes Gedicht. Die mit mit Ricotta-Pistazien-Honig-Creme gefüllten Rote Bete (12,30 Euro) machen ebenfalls Spaß, weniger Füllung, mehr Bete wären gut gewesen, aber der Sportler mag’s halt üppig. Die Creme-Suppe namens Avocado (8.90 Euro) indes verdient ihren Namen kaum, von der Frucht schmeckt man sehr wenig.
Beim Hauptgang passt der Spieß mit den Garnelen (24,90 Euro) ganz gut, hat eine feine Schärfe und ist hübsch auf einem Brett angerichtet. Ebenso die Koteletts vom spanischen Iberico-Schwein (26,90 Euro), die zudem das geschmackliche Highlight sind. Butterzart, feine Aromen, dieses Gericht verdient ein dickes Lob. Zum Nachtisch gibt’s für drei Personen ein Pistazien-Tartufo (7,50 Euro), das nett nach den Nüssen schmeckt, einzig die Soßen scheinen Fertigprodukte zu sein. Die Weinauswahl ist für Fellbach eine Selbstverständlichkeit: Der Lemberger Gutswein der Genossen (0,2 Liter 4 Euro) passt, von Aldinger und Heid gibt’s zudem nette Flaschen. Da auch der Service sehr flink und freundlich ist, spricht nichts gegen ein Wiedersehen. Dann auf der Terrasse.
Der Service
Zoey, Schillerstraße 30, Fellbach, Telefon 0711 / 41 44 69 30. Geöffnet: Montag bis Donnerstag von 11.30 bis 23,30 Uhr, Freitag von 11.30 bis 1 Uhr, Samstag von 12 bis 1 Uhr, Sonntag von 12 bis 22 Uhr. zoey.restaurant
Die Bewertung
Service: 4 Sterne
Atmosphäre: 4 Sterne
Essen: 3 Sterne
Legende: ***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern.