Neues Restaurant in Korb Von 173 Gerichten im Indian Curry House macht eines fast alle glücklich
Die Küche seiner Kindheit in Nordindien serviert Rajinder Kumar im neuen Indian Curry House in Korb.
Die Küche seiner Kindheit in Nordindien serviert Rajinder Kumar im neuen Indian Curry House in Korb.
Was soll ein Inder in Deutschland machen – ohne Schulabschluss und Berufsausbildung? Die Antwort ist für Rajinder Kumar ganz logisch: Gastronomie! Als 17-jähriger Einwanderer fand er in der Branche seinen ersten Job, zehn Jahre später machte er sich selbstständig dem Klischee entsprechend mit einem Pizza-Lieferservice in Aalen, danach in Schorndorf. Sein Wunsch war aber immer, „ein richtiges indisches Restaurant“ zu eröffnen. Das passende Lokal hat er endlich in einem Korber Gewerbegebiet gefunden. Im September 2024 machte er aus dem groß angelegten, ehemaligen schwäbischen Hof, in dem die Zeit ungefähr in den 1980er Jahren angehalten wurde, mit ein paar Fotografien von der Heimat sein Indian Curry House.
Die Küche seiner Kindheit in Nordindien hat Rajinder Kumar in die umfangreiche Speisekarte gepackt, die bis zu einem Gericht mit der Nummer 173 reicht. „Wir haben eine so große Auswahl“, sagt der 40-Jährige, „weniger wäre langweilig.“ Seine Gäste bestellen trotzdem zu 90 Prozent stets dasselbe: Butter Chicken. Wer viel probieren will, dem rät er von den Vorspeisen ab. Es gibt vor allem Fisch, Huhn oder Gemüse in Kircherbsenmehl frittiert (Pakora für 5,90 bis 7,90 Euro). Suppen hat er ebenso zu bieten wie Salate, die indische Version mit Hühnerbruststreifen (10,90 Euro). Mit Rind, Lamm, Huhn oder Ente, vegetarisch oder vegan sind seine Spezialitäten zu haben, bei denen es sich um die allseits bekannten Klassiker handelt. Rajinder Kumar hat drei Köche aus Indien für sein Restaurant eingestellt. Bei der Bestellung muss Wartezeit einkalkuliert werden, erklärt er, denn alles werde frisch zubereitet. Überhaupt will es der Gastronom seinen Gästen recht machen, steht mit Rat zur Seite und lässt (zu viel) Vorsicht bei der Schärfe walten.
In einem speziellen Tandoori wird Hühnerbrust an langen Spießen gegrillt. Das Chicken Tikka (16,90 Euro) wird dann in einer gusseisernen Schale serviert, noch dampfend und brutzelnd, hat einen angenehmen Geschmack nach Feuer, ist außen durch die würzige Marinade leicht knusprig und innen saftig-zart, alles in allem sehr gelungen. Unter der Überschrift „vom Haus empfohlen“ ist Paneer Jalfrezi zu finden. Der milde milchige Frischkäse passt gut zur gehaltvollen Currysoße mit Paprika und Tomaten. Auch beim Bhindhi Masala mit Okraschoten in Tomatensoße stellt sich Zufriedenheit ein. Das Naan ist warm und aromatisch (4 Euro), das Kartoffel-Joghurt Alu Raita (4 Euro) cremig und besonders. Aber auch ohne Vorspeise macht das Essen schnell satt.
Der indische Wein (0,25 Liter für 5,90 Euro) ist dazu spaßig, jedoch nur für abenteuerlustige Forscher geeignet und weniger für Genießer. Das Mango Lassie entspricht wiederum erfrischend den Erwartungen.
Indian Curry House, Dieselstraße 2, Korb, 0 71 51 / 2 73 11 02. Geöffnet werktags von 11 bis 14 und 17 bis 22 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 12 bis 22 Uhr. www.indiancurrykorb.de Bewertung Essen ***Service ****Atmosphäre ** ***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern