Das Restaurant des Golfclubs Schloss Monrepos wurde saniert und hat einen neuen Pächter. Die Qualität überzeugt, das Angebot könnte aber noch erweitert und modernisiert werden, findet unser Restaurantkritiker.

Lokales: Matthias Ring (mri)

Um mit einem Missverständnis aufzuräumen: Golfer müssen keine Gourmets sein. Im Restaurant Leibspeise des Golfclubs Schloss Monrepos gibt es solide schwäbische Küche, dies auch auf Wunsch der Familie von Württemberg, der Hofkammer also, zu der Golfclub und Restaurant gehören. Als sich im Herbst 2021 der Pächter verabschiedet hatte, nutzte man die Gelegenheit, das Haus zu sanieren. Helles Holz, moderne Stühle und bequeme Bänke stehen für elegante Gemütlichkeit. Wenn wieder Saison ist, hat man, womit ausdrücklich auch Nichtclubmitglieder gemeint sind, einen weitläufigen Blick von der Terrasse.

Früherer Küchenchef vom Krauthof

Neuer Pächter ist Manuel Meschenmoser, der zuvor Küchenchef im von seinem Vater aufgegebenen Krauthof in Hoheneck war. Der 37-Jährige ist nicht nur Golfer, sondern auch Surfer und „ein Schwabe auf Reisen“. Von anvisierten Einflüssen aus aller Welt ist auf der Karte allerdings noch nichts zu finden. Im Telefonat nach dem Besuch erklärt Meschenmoser, dass er erst einmal langsam anfangen wolle. Schließlich bietet der Gastraum mit Bar 100 Plätze und ist gut besucht. Wenn man allerdings eine Vorspeise möchte und ein Hauptgericht im Visier hat, bei dem der Salat schon dabei ist, bleibt nur die Kürbiscremesuppe (5 Euro). Sie ist etwas oldschool cremig und nicht schaumig, aber gut gewürzt, wobei die Ingwernote präsenter sein könnte. Ungeschickt ist, dass der eine dem anderen beim Suppeauslöffeln zuschauen darf, da die Beilagensalate, der eine zum Rostbraten, der andere als Vorspeise bestellt (5 Euro), dann zeitgleich mit den Hauptgerichten kommen. Aber sie sind ein guter und frischer schwäbischer Mix.

Zum Rostbraten eine lange eingekochte Soße

Weil die Soße zum Zwiebelrostbraten Jus heißt, mussten wir am Telefon nachfragen, und ja, sie ist klassisch angesetzt, lange reduziert und wird im Extraschälchen serviert. Gut so! Das Fleisch ist saftig, bedeckt mit geschmelzten Zwiebeln, auf den reichlich Spätzle sind Butterbrösel. Erfreulich ist die gute Qualität für 27 Euro, durchbrechen doch inzwischen nicht wenige Wirte die Rostbratenschallmauer von 30 Euro. Zum mürben Rehbraten (24 Euro) aus herzoglicher Jagd gibt es eine Rahmsoße, einen Semmelknödel mit Bröseln und herzhaftes Rotkraut. Das Angebot an Nachspeisen ließe sich wie das der Vorspeisen erweitern. Statt für Schokomousse oder gemischtes Eis entscheiden wir uns für die Heiße Liebe (4,50 Euro) mit Vanilleeis, Beeren und Sahne.

Da das Weingut Herzog von Württemberg nun wirklich naheliegend gleich um die Ecke ist, gibt es sehr gute Hausweine, die von einigen internationalen Gewächsen ergänzt werden. Fazit: Vom Preis-Leistungs-Verhältnis sind wir überzeugt, erwarten aber noch mehr Moderne in der Auswahl (auch für Vegetarier), weswegen die vier Sterne für die Küche vorerst äußerst knapp sind.

Leibspeise, Monrepos 21, Ludwigsburg. Telefon 0 71 41 / 5 05 66 89. Täglich von 11.30 bis 22 Uhr. www.restaurant-leibspeise.de Bewertung

Küche: 4 Sterne

Service: 3 Sterne

Ambiente: 4 Sterne

***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern