Neues Restaurant in Stuttgart-Feuerbach Im Treber & Trester ist vom Bier bis zu den Spätzle alles hausgemacht

Prost! Max und Julius Göttl stoßen auf ihr Lokal Treber & Trester an. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Im Treber & Trester wird selbst gebraut und alles selbst gekocht. Das Lokal der Brüder Max und Julius Göttl im Stuttgarter Stadtteil Feuerbach ist das absolute Gegenteil von Systemgastronomie – und ein geglücktes Experiment.

Böblingen: Kathrin Haasis (kat)

Bei Max und Julius Göttl ist eines zum anderen gekommen. Erst schenkte der Vater den Brüdern eine kleine Brauanlage, dann kaufte die Familie in Feuerbach ein Haus mit einer leer stehenden Kneipe. Und weil Julius Göttl beim Studieren feststellte, dass seine wahre Berufung Koch ist, und er in die Lehre ging, war klar, was daraus werden musste: ein eigenes Lokal. Treber & Trester heißt es, denn eigenen Wein und Schnaps hat die Familie auch im Portfolio. „Es kam alles echt gut an“, lautet das Fazit von Max Göttl nach zwei Jahren. Der Informatiker schreibt den Erfolg seinem Bruder zu, weil der zwar wenige, dafür aber wöchentlich wechselnde Gerichte zubereitet.

 

Vier Gänge für nur 38 Euro

Das können zum Beispiel knusprige Falafel als Vorspeise sein, die – begleitet von einem mit einer Joghurt-Minze-Soße angemachten Salat – eine sehr runde Sache sind. Im Vier-Gang-Menü für 38 Euro folgt dann eine wunderbar nach Spinat und frischen Kräutern schmeckende Maultasche, die in einer dichten, dunklen Brühe mit geschmelzten Zwiebeln und Gemüseeinlage serviert wird. Auch das Kürbisrisotto zur Hauptspeise macht Spaß, weil der Reis knackig ist und der süßliche Kürbis mit nussigem Kürbiskernöl und bitterem Radicchio kombiniert wird. Mit dem lauwarmen Schokokuchen samt Vanilleeis zum Abschluss sorgt Julius Göttl für noch mehr wohlige Zufriedenheit. Dass zu jedem Gang ein Glas Wein für vier Euro großzügig eingeschenkt wird, darunter die Cuvée Alois vom benachbarten Weingut Rajtschan oder der Lemberger Felix von Rainer Wachtstetter, kann als Schnäppchen deklariert werden.

Eine Hommage an die Hausmannskost

Der bunte Salat mit knackigem, eingelegtem Kürbis ist ebenfalls seine acht Euro wert. Eine Hommage an selten gewordene Hausmannskost ist der Sauerbraten mit geschabten Spätzle (24 Euro): das Fleisch fasrig, trocken und säuerlich, wie es sein sollte, nur das gedünstete Gemüse dazu fällt langweilig aus. Mit dem Brüder Bräu (0,33 Liter für 4,50 Euro) hinuntergespült, bleibt trotzdem ein guter Geschmack. Das malzige Pils und das fruchtige Festbier sind äußerst süffig.

Das Treber & Trester ist das absolute Gegenteil von Systemgastronomie: Ihr Lokal haben die Brüder natürlich selbst renoviert, mit gebrauchten Möbeln eingerichtet und ihm somit einen sympathischen Jugendhaus-Charme verpasst. Nicht mit Äußerlichkeiten, sondern mit Qualität wollten sie sich durchsetzen, sagt der 35-jährige Max Göttl. „Viele Ideen“ haben er und sein vier Jahre jüngerer Bruder, eine davon parkt vor dem Haus: Mit dem Foodtrailer möchten sie die dürren Sommermonate überbrücken, Pop-up-Biergärten sind ihr Plan, Abstecher zum Weindorf oder zu Festivals eine Möglichkeit.

Service

Treber & Trester, Hohewartstraße 28, Stuttgart-Feuerbach, 01 57 / 50 39 15 29. Geöffnet mittwochs und donnerstags von 18 bis 23 Uhr, freitags und samstags bis 1 Uhr. Dienstags mit Programm wie Pubquiz, Bingo, Comedy und Spare Ribs. www.treberundtrester.de

Bewertung

Essen: 4 SterneService: 4 SterneAtmosphäre: 4 Sterne Legende: ***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern

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