Die Sportgaststätte im Zimmerschlag eröffnet am 1. April unter dem Namen „Tutt‘ Apposto“ neu. Piero Pesce und Walter Crescende setzen auf eine kleine Karte, Stil und Stimmung.

Nach einem Jahr Leerstand kehrt wieder Leben in die Sportgaststätte der SV Böblingen zurück: Die neuen Pächter Piero Pesce und Walter Crescende sind da. Der Verein wagt mit ihnen einen Neustart mit neuem Konzept und großer Zuversicht. Pesce und Crescende wollen die italienische Küche in Reinkultur in die Sportgaststätte bringen – mit kleiner Karte und großer Qualität. „Wir haben ein gutes Gefühl“, sagen sie. „Uns hat es hier augenblicklich gefallen.“ Die Gaststätte selbst wird zur Eröffnung am 1. April in neuem Glanz erstrahlen.

 

„Tutt‘ Apposto“ haben Piero Pesce und Walter Crescende ihre Gaststätte genannt – „Alles in Ordnung“ heißt das auf Deutsch. Pesce ist 33 Jahre alt, Crescende 37. Beide stammen aus Cosenza, einer Stadt in Kalabrien. Sie leben seit vielen Jahren in Deutschland, arbeiteten zunächst angestellt in der Gastronomie und eröffneten dann ein italienisches Restaurant in Plieningen. Im Böblinger Zimmerschlag sehen sie nun gute Möglichkeiten, sich weiter zu entfalten und ihren Stil zu verfeinern. Piero Pesce wird sich dabei um die finanzielle Seite des Geschäftes kümmern, Walter Crescende steht in der Küche. „Wir möchten eine familiäre Stimmung schaffen“, sagt Crescende. „Mit traditioneller Küche und saisonalen Produkten.“ Tiefgefrorenes komme bei ihnen nicht auf den Tisch, ausschließlich frische Zutaten würden verarbeitet.

Das Konzept entspricht der SV Böblingen

Pesce und Crescende glauben an ihren persönlichen Stil. Die Karte soll klein sein, mit fünf oder sechs Pizzen, fünf oder sechs Pastagerichten, einem Fleischgericht, einem Fischgericht, Vor- und Nachspeisen, täglichen Empfehlungen und fairen Preisen. Keine Masse, sondern erschwingliche, liebevoll zusammengestellte Klasse. Ein halbes Jahr läuft die Probezeit der beiden Gastronomen – bis dahin soll der gute italienische Stil zum Aushängeschild der Sportgaststätte geworden sein.

Ein Konzept, das auch den Vorstellungen der SV Böblingen entspricht. Der Verein wünscht sich einen Neubeginn mit Stil – abgestimmt auf ein besonderes Publikum. „Wir sind kein Vermieter im klassischen Sinne“, sagt Jan Eble, Geschäftsführer der Tennisabteilung der Sportvereine Böblingen. „Wir sind hier ja selbst die Gäste.“

Seit 75 Jahren existiert im Zimmerschlag eine Tennisanlage. Bis ins Jahr 2002 wurden die Sportflächen vom Verein stundenweise vermietet. Dann übernahm die Tennisabteilung selbst den Betrieb und verlagerte ihren Standort vom Silberweg in den Zimmerschlag.

Vorgänger „Leons The Food Club“ meldete Insolvenz an

Ein Restaurant befand sich bei dieser Anlage schon immer. Über viele Jahre war der Wirt dort Italiener, dann kam eine indische Küche, von der sich der Verein nach vier Jahren verabschiedete. Zuletzt bot „Leons The Food Club“ im Tennisheim Burger, Schnitzel und anderes an. Nach vier Jahren meldete der Pächter Insolvenz an. So sei es zuvor keinem der Gastronomen im Zimmerschlag ergangen, betont Jan Eble. Die genauen Gründe bleiben unklar, die Pandemie mag ihren Teil beigetragen haben. Piero Pesce und Walter Crescende schreckt das nicht ab. Sie zeigen sich zuversichtlich. Ganz ohne Herausforderungen ist der Neustart jedoch nicht. Laufkundschaft gibt es im Zimmerschlag nicht, das Gastroangebot richtet sich gezielt an die Menschen, die dort Sport treiben.

Die Tennisabteilung der Böblinger Sportvereine besitzt etwa 600 Mitglieder. Neu im Verein ist die Trendsportart Padel, bei der im Doppel auf einer kleinen Fläche gespielt wird. Jan Eble rechnet damit, dass vor allem Familien und Freundesgruppen von davon angesprochen werden. Er schätzt den Kreis der Interessierten auf gut 2000 Personen, mit bis zu 300 Gästen pro Abend. „Sie wollen wir dazu überreden, da zu bleiben. Hier wird es wieder eine Gelegenheit geben, zusammenzusitzen, auch größere Tische zu bilden, das Vereinsleben zu kultivieren.“

Ein guter Grund, auch nach dem Sport zu bleiben, ist fraglos die große Terrasse der Sportgaststätte. Sie besitzt eine Fläche von etwa 100 Quadratmetern, erstreckt sich westwärts und bietet schönste Sonnenuntergänge. Der Innenraum misst rund 80 Quadratmeter.

Eröffnung des „Tutt‘ Apposto“ ist für den 1. April geplant

Ein Jahr lang stand die Sportgaststätte leer. Im Oktober begann die Tennisabteilung mit dem Umbau, nachdem das Insolvenzverfahren abgeschlossen und neue Pächter gefunden waren. Die marode Holzdecke wurde entfernt, die Wände neu verputzt, Technik und Elektroinstallationen vollständig erneuert, neue Markisen, Tische, Stühle angeschafft. 100 000 Euro investierte der Verein. Ein klares Signal: „Wir wollen hier wieder etwas bewegen. Im Sommer ist hier alles grün. Die Leute können sich bei uns fühlen wie im Urlaub, und das wollen wir mit italienischer Küche abrunden“, sagt Eble.

Eröffnen werden sie am 1. April. Am 18. April wollen Piero Pesce und Walter Crescende ihren Einstand mit einem Büffet feiern. Die Öffnungszeiten im „Tutt‘ Apposto“ sind Dienstag bis Freitag von 17 bis 22 Uhr, an Samstagen und Sonntagen von 12 bis 22 Uhr; die Gastronomen sind meist schon eine Stunde vorher vor Ort und servieren Espresso oder einen Aperitif.