Neues Stück der Theateragenden Spuk, Gier und Intrigen: alle wollen ans Erbe ran
In „Die Spielverderber“ streiten zehn Fremde in einem schaurigen Hotel um ein Erbe. Am Freitag ist Premiere.
In „Die Spielverderber“ streiten zehn Fremde in einem schaurigen Hotel um ein Erbe. Am Freitag ist Premiere.
Michael Endes Stück „Die Spielverderber“ hat schon im Schönbuch-Gymnasium gespukt. Vor 25 Jahren war der Regisseur Tobias Riedel in der alten Aula bei einer Schüleraufführung. Die „mystische Grundstimmung und die kantigen Charaktere“ haben ihn so fasziniert, dass er beschloss, es mit den Theateragenden für die neue Aula einzustudieren. Anders als im Original siedelte er das Bühnenwerk aber nicht in einem Schloss, sondern in einem alten Hotel an. „Ich habe ein Faible für alte Hotels, die viel Vergangenheit atmen und wo sich viele Menschen begegnen“, so Riedel.
Und so blickt das Publikum nun in ein Hotel-Interieur der 50er in Rottönen – und auf eine Vorbühne mit einem Tisch, wo sich später zur Testamentseröffnung alle versammeln. Zuerst aber lernen sich die Figuren kennen: Da wären das gierige und heuchlerische Paar Egon und Elsbeth Geryon (Volker Bönisch, Anja Ruckaberle) mit ihrer verlogenen Tochter Ninive (Madeline Seibold). Sie bandelt rasch mit dem linkischen Sebastian Nothaft an (Philipp Göbel). Dann geistert der General Markus Schweler durch die Hallen (Hartmut Rubin: ein Mann vom altem Schlag), der sich alsbald mit dem Herumtreiber und Häftling Jakob Nebel (Patrice Thelen) anlegt.
Ferner gibt es die vorgeblich altruistische Klara Dunkelstern (Lena Gercken), Paula Olm (Sarah Frank: scheinbar naiv), die blinde Anna Fenris (Janina Meyer) und die machtbewusste Baronin und Zirkusdirektorin Alexandra von Xanadu (Federica Menardi). Wohl am mysteriösesten ist der bleichgesichtige Hoteldiener Anton Buldt (Tobias Riedel), der philosophisch-abgründige Kommentare von sich gibt und als einziger den Erblasser kennt. Das Besondere in dem Stück: „Es gibt keine Hauptrolle“, so Riedel.
Alle außer Buldt sind aus unbekannten Gründen als Erben ausersehen worden, und ein Notar (Christoph Hiller) versucht die Dinge zu ordnen. Dumm nur, dass die Erben bei der Testamentseröffnung die Puzzlestücke eines Rätsels in den Händen halten. Nun ist Zusammenarbeit gefragt, aber es grassiert Misstrauen. Und dann ist da noch das Haus, in dem es grollt und windet. Fast wirkt es, als lebte es. Den Klangteppich mit nostalgischer Hotelmusik hat Felix König geschaffen. Hinter der Gesamtszenerie mit Licht, Musik, Ton, Effekten, Kulissenbau, Bühnenbild und den Kostümen steckt aber ein großes, gut eingespieltes Team.
Die Runde der zehn Erben in spe löst sich im Zwist auf. Aber in der Nacht werden Pakte geschmiedet, und es wird intrigiert und gedroht, dass es eine Lust ist. Werden die zehn je ihr Erbe antreten können?
Aufführungen sind am 31. Oktober und am 1., 2., 7. und 8. November in der Aula im Schönbuch-Gymnasium. Beginn ist um 20 Uhr und am 2. um 18 Uhr. Empfohlen ist das Stück ab zwölf Jahren. Karten gibt es im Rathaus und Stadtcafé sowie unter www.die-theateragenden.de