Neues vom Sportpark Rems in Schorndorf Trendsportart Padel kommt ins Remstal

Padel wird in einem Käfig gespielt – auch die Wände werden miteinbezogen. Foto: Hillbricht

Die SG Schorndorf möchte die Padelanlage im Remstal bauen, die Stadt hat grünes Licht gegeben. Warum die Mischung aus Squash und Tennis attraktiv ist:

In Spanien längst ein Volkssport wie Fußball, ist Padel in Deutschland erst im Kommen. Wer die Mischung aus Tennis und Squash spielen möchte, muss meist weit fahren: Nur rund 40 Anlagen gibt es zwischen Berlin und München – in Stuttgart und Pleidelsheim befinden sich die einzigen Plätze in der Region. Noch, denn die SG Schorndorf möchte Padel in den Rems-Murr-Kreis bringen und zwei Courts im Sportpark Rems bauen. Der Gemeinderat hat am Donnerstag für den Bau gestimmt.

 

Wie ist der Verein überhaupt auf die Sportart gekommen? „Eigentlich kam der Vorstoß aus zwei Bereichen“, erzählt der SG-Geschäftsführer Benjamin Wahl. Zum einen hätte der Sohn eines Vorstands davon berichtet, dass Padel auch in Schweden sehr erfolgreich sei: „Damit war klar, dass der Outdoorsport nicht nur bei spanischer Witterung funktioniert, sondern auch bei uns.“

Outdoorsport liegt im Trend

Zum anderen habe man insgesamt die Erfahrung gemacht, dass seit der Coronapandemie Outdoorsportarten im Trend seien. „Mitglieder der Tennisabteilung haben sich überlegt, welchen Rückschlagsport man noch im Sportpark Rems anbieten könnte und ob nicht Padel etwas wäre“, erzählt Benjamin Wahl. Ermutigt habe den Verein schließlich die Tatsache, dass es kaum Padelplätze in der Umgebung gebe: „Wir sind uns super sicher, dass man auch eine halbe Stunde nach Schorndorf fahren wird, um Padel spielen zu können.“

Zumal die Sportart viele Vorteile habe: „Der Schläger ist kurz und breit, deshalb gibt’s schnell Erfolgserlebnisse“, berichtet Benjamin Wahl. Kurz zusammengefasst wird Padel in einem Käfig aus Glas- und Drahtgitterelementen gespielt. In der Mitte befindet sich – wie beim Tennis – ein Netz. Es wird allerdings nicht nur über dieses gespielt. Ähnlich wie beim Squash werden die Wände miteinbezogen – was für lange Ballwechsel und Spielspaß sorgt. Das Spielfeld ist 10 Meter breit und 20 Meter lang, in der Regel wird als Doppel gespielt. „Padel ist sehr abwechslungsreich, die Verletzungsgefahr ist gering“, sagt Benjamin Wahl.

Padelcourts sollen online gebucht werden

Schwieriger als gedacht sei es zunächst gewesen, einen Platz für die Anlage zu finden. Der Verein hat sich dagegen entschieden, dass dafür eine Grünfläche weichen muss. Stattdessen soll die Padelanlage nun neben einer bestehenden Multifunktionsbox für Ballspiele gebaut werden. In dieser kann weiterhin Basketball gespielt werden, auch wenn für die Padelcourts die eigentliche Streetballfläche wegfällt. Die Stadt wird diese Fläche an die SG verpachten.

Benjamin Wahl hofft, dass es nun so bald wie möglich losgehen kann. Bauchweh bereiten ihm allerdings die derzeitigen Preisentwicklungen bei den Baukosten. „Ursprünglich sollte die Anlage einmal 155 000 Euro netto kosten“, berichtet Wahl. Vermutlich sei mit Mehrkosten zu rechnen, die Mitgliederversammlung habe ihr Okay für Kosten von 180 000 Euro gegeben. Geplant ist, dass die Plätze dann über ein Onlinesystem gebucht werden können, und der Zutritt über die Eingabe eines Codes funktioniert. Im Sportzentrum soll es zudem einen Verleih von Schlägern und Bällen geben. „Und es soll auch Unterricht geben, zwei Leute von uns sind dabei, die Trainerlizenz zu erwerben“, berichtet Benjamin Wahl.

Sportpark Rems wird immer vielseitiger

Der Sportpark Rems wird durch die Padelanlage noch vielseitiger. Das Freizeit- und Bewegungsgelände im Norden der Stadt ist rund 100 000 Quadratmeter groß und wurde im Zuge der Remstal-Gartenschau ausgebaut. Der Park besteht aus einem Stadion und Fußballplätzen, beherbergt Beachvolleyballfelder, einen Bike- und Skatepark, das SG-Sportzentrum mit Fitnessstudio, eine Finnenbahn und einen Wasserspielplatz. Zudem plant der DAV Schorndorf ein großes Alpinzentrum mit Kletter- und Bouldermöglichkeiten im Innen- wie Außenbereich. „Das ist eine richtig coole Erweiterung“, findet Benjamin Wahl.

Stadt und Verein erhoffen sich von der Padelanlage einen weiteren positiven Nebeneffekt für den Sportpark. Weil die Courts kameraüberwacht werden, wird davon ausgegangen, dass das Areal weniger als Rückzugsort für Gruppen genutzt wird. Regelmäßig würden sich dort abends und nachts Leute zum Feiern verabreden: „Leider liegen dann immer wieder Scherben auf den Sportflächen“, sagt Benjamin Wahl.

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