Tobias Grimminger hat am Waldrand von Warmbronn ein Wohnquartier aus nachhaltigen Doppelhäusern und Villen erschaffen. Das Projekt hat einen renommierten Preis bekommen.
Nathalie Mainka
11.12.2025 - 09:16 Uhr
Für Tobias Grimminger ist es ein sehr persönliches Projekt. Seit etwa drei Jahrzehnten ist das rund 7300 Quadratmeter große Grundstück am Waldrand des Leonberger Stadtteils Warmbronn in Familienbesitz. Der Vater hatte das erste Mehrfamilienhaus in der Büsnauer Straße errichten lassen, das 1995 fertiggestellt wurde. Das zweite Mehrfamilienhauses an der Ecke Büsnauer Straße und Bulachweg mit zwölf Wohneinheiten war Mitte 2023 bezugsbereit.
Und seit einige Monaten gesellen sich dahinter sechs unterschiedlich große Doppelhäuser in moderner, nachhaltiger Holzbauweise hinzu. Es ist ein fast schon eigenes Wohnviertel mit einer kleinen Privatstraße entstanden. Dass sein Projekt, das Ensemble „Doppelhäuser Leonberg-Warmbronn“ mit dem German Design Award ausgezeichnet wurde, freut den 51-Jährigen besonders. „Ich wollte hier etwas Schönes und Nachhaltiges schaffen“, sagt Grimminger, der selbst in Stuttgart lebt.
Im Januar soll die Vermarktung beginnen – auch für die Vermietung
Ende 2023 starteten die Vorbereitungen für die Baustelle der Doppelhäuser. „Das beinhaltete nicht nur die Häuser, sondern die gesamte Infrastruktur und Erschließung des Quartiers“, sagt Tobias Grimminger. Eigentlich sollten die Häuser längst bezugsfertig sein. „Doch wir hatten einige Probleme während der Bauphase, manche Handwerker waren schwer zu bekommen, hier und da mussten wir noch nachjustieren“, so Grimminger, der jetzt noch auf den Glasfaseranschluss wartet. „Auch das hat sich verzögert.“ Im Januar, so ist der Plan, beginnt die Vermarktung. Drei von vier kleinen Häusern sollen in die Vermietung gehen. „Über die verbleibenden entscheiden wir je nach Bedarf – sie können vermietet oder auch verkauft werden“, sagt der Bauherr.
Bauherr Tobias Grimminger steht vor seinem ganz persönlichen Projekt in Warmbronn. Foto: Simon Granville
Noch stehen die Häuser leer, eine Besichtigung ist daher gut möglich. Direkt am Bulachweg stehen zwei sogenannte Split-Level Doppelhäuser mit Keller und einem direkten Anschluss zur Tiefgarage.
Der Unterschied zu klassischen Einfamilienhäusern? Während diese zwei- oder dreigeschossig gebaut werden, zeichnet sich ein Split-Level-Haus durch mehrere Ebenen aus. Sie sind um halbe Geschosshöhen versetzt und über Treppen miteinander verbunden. Die Raumübergänge sind fließend und schaffen eine offene Wohnatmosphäre. Die beiden Warmbronner Doppelhäuser haben eine Wohnfläche von 140 Quadratmetern. Auf Eingangsebene befindet sich ein Gäste-WC und die voll ausgestattete Küche – hier soll später auch der Essbereich sein. Eine halbe Etage tiefer, dem etwas abschüssigen Gelände angepasst, bietet das Wohnzimmer mit offener Terrasse und einem kleinen Garten zum Innenbereich des Quartiers je nach Gestaltung entweder Platz für ruhiges Wohnen – oder für ein nachbarschaftliches Miteinander.
Viele Bäume und ein weiter Blick über das gesamte Quartier
Im mittleren Teil des Hauses sind die beiden (Kinder)-Zimmer: eines Richtung Südwesten ausgerichtet mit weitem Blick durch ein großes Übereck-Fenster auf das gesamte Quartier. Auf den gemeinschaftlichen Flächen wurde die hoch gewachsene Winterlinde erhalten. Die zahlreichen gepflanzten Bäume sollen später Schatten spenden. Der andere Raum mit Waldblick ist eine halbe Etage höher. Das oberste Geschoss ist als Elternbereich vorgesehen – eigenes Bad und Dachterrasse inklusive. Der Boden im gesamten Gebäude ist mit dunkelbraunem Nussbaum-Parkett ausgelegt. Ein Akzent zu den ansonsten hellen und warmen Raumtönen.
Hinter den kleineren Häusern sowie im inneren Bereich des Wohnquartiers fügen sich entlang der Privatstraße drei großzügigere Doppelvillen mit 200 Quadratmetern Wohnfläche in die Topografie ein. Eines der Zimmer besticht jeweils durch eine Maisonette-Bauweise und eine vier Meter hohe Decke.
Mieten oder kaufen? „Das liegt in der gehobenen Preisklasse“
Herausragend seien, schwärmt der Bauherr, die Fenster mit großzügigen Glasflächen in allen Häusern. Wer es privater haben möchte, könne mit Vorhängen oder Jalousien arbeiten. Jedes Gebäude sei mit einer Luftwärmepumpe und Fußbodenheizung ausgestattet. Die Holzbauweise sorge für ein angenehmes Raumklima. Eine Ladebox für das Elektroauto sei Standard, ebenso eine hauseigene Zisterne. Bedeckt hält sich Tobias Grimminger bei der Frage nach der Höhe der Miet- oder Kaufpreise. „Das liegt in der gehobenen Preisklasse.“ Eine hochwertige Bauweise, so sagt er, habe ihren Preis.
Der Bauherr
Ausbildung Tobias Grimminger hat nach seinem Abitur, das er am Leonberger Johannes-Kepler-Gymnasium machte, Architektur und Innenarchitektur studiert und ist beruflich international tätig. Derzeit konzentriert er sich auf Projektentwicklung.
Rilling Im Jahr 2021 erwarben er und sein Partner Cemal Isin – ein in Politik und Wirtschaft bestens vernetzter Architekt – mit ihrer Aalener Firma Trias die in die Jahre gekommene Rilling-Sektkellerei in Bad Cannstatt. Bereits 2019 hat Trias das Stoll-Areal in Reutlingen übernommen. Auf beiden Grundstücken planen sie, neue Impulse zu setzen und zukunftsweisende Projekte zu realisieren.