Chlor wird in Schwimmbädern zur Wasseraufbereitung genutzt. Manchmal tritt das giftige Gas dabei aus. In Neuffen (Kreis Esslingen) wird ein solcher Unfall realitätsnah geprobt.

Reporter: Elke Hauptmann (eh)

Die Freiwillige Feuerwehr Neuffen plant eine realitätsnahe Großübung im Höhenfreibad Neuffen – und braucht dafür noch Statisten. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, soll am Samstag, 4. Oktober, ein Chlorgasaustritt simuliert werden.

 

„Es handelt sich um eine reine Übung, es besteht zu keiner Zeit eine reale Gefahr“, beteuert die Stadtverwaltung in ihrem Aufruf. Doch das Szenario sollte schon möglichst echt wirken, ist der Anspruch. Beteiligt sein werden der Gefahrgutzug aus Nürtingen, das DRK und die DLRG. Um die Übung praxisnah zu gestalten, werden freiwillige Darstellerinnen und Darsteller gesucht, die Lust haben, die Rollen von verletzen und betroffenen Badegästen zu übernehmen, die von den Einsatzkräften versorgt und evakuiert werden müssen.

Mitwirken können Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahre. Vorkenntnisse sind laut den Organisatoren nicht erforderlich. Willkommen sind Statisten mit Auto, damit auch die Parksituation vor dem Höhenfreibad realistisch dargestellt werden kann. Die Teilnehmer treffen sich um 15.30 Uhr zur Einweisung, die Übung beginnt dann um 16 Uhr. Interessenten werden gebeten, sich per Mail an: y.dolde@neuffen.de mit Namen, Personenanzahl und der Art der Ankunft (zu Fuß, mit Rad oder mit Auto) anzumelden.

Warum diese Übung wichtig ist? Die Chlorung ist in öffentlichen Schwimmbädern immer noch das gängigste Verfahren der Badewasseraufbereitung, um Schmutz, Bakterien und mögliche Krankheitserreger zu entfernen. Doch in den Anlagen kann es auch mal zu Leckagen kommen – wie die jüngsten Vorfälle im Kreis Esslingen zeigen.

Am 6. September kam es zu einem Chlorgasaustritt im Wernauer Freibad. Beim Wechseln einer Chlorgasflasche ist wegen eines Defektes an einem Adapter der Gefahrstoff freigesetzt worden. Zuvor, am 17. August, wurde Chlorgasalarm im Wendlinger Freibad ausgelöst. Auch hier war wohl ein technischer Defekt an der Anlage ursächlich für den Austritt des giftigen Reizgases, das zu Verätzungen führen kann. Verletzt wurde in beiden Fällen glücklicherweise niemand.